VfL Wolfsburg: Vielversprechender Start, auch ohne Tore

Wolfsburg.  Der VfL Wolfsburg trennt sich zum Bundesliga-Saisonstart mit einem 0:0 von Bayer Leverkusen. Neuzugang Lacroix weiß gleich zu überzeugen.

Wolfsburgs Admir Mehmedi (links, hier gegen Edmond Taposba) spielte zum Bundesliga-Auftakt 0:0 gegen Bayer Leverkusen, zeigte dabei vielversprechende Ansätze.

Wolfsburgs Admir Mehmedi (links, hier gegen Edmond Taposba) spielte zum Bundesliga-Auftakt 0:0 gegen Bayer Leverkusen, zeigte dabei vielversprechende Ansätze.

Foto: Darius Simka / regios24

Der VfL Wolfsburg möchte sich in der neuen Bundesliga-Saison wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren und sich mit den Top-Teams der Liga auf Augenhöhe messen. Letzteres ist zum Start schon mal gelungen. Zu einem perfekten Auftakt in die neue Spielzeit fehlten lediglich die Tore. Vor 500 Zuschauern in der VW-Arena (mehr ließ die niedersächsische Corona-Verordnung nicht zu) spielten die Grün-Weißen 0:0 gegen Bayer Leverkusen – und zeigte dabei Vieles, auf das sich in den kommenden Wochen und Monaten aufbauen lässt.

Corona-Auflagen: 500 Zuschauer in der Volkswagen Arena

Coach schaute ganz genau hin

Oliver Glasner, der Trainer des VfL, hatte angekündigt, genau schauen zu wollen, wer am Ende dieser englischen Woche bei 100 Prozent ist und wer nicht. Das sah dann im Vergleich zum 4:0 in der Europa League am Donnerstag gegen FK Kukesi so aus: Für die Außenverteidiger Felix Klaus und Paulo Otavio kamen Jérôme Roussillon und Joao Victor neu rein, wobei Letzterer offensiv spielte und Renato Steffen rechts hinten verteidigte. Die dritte Änderung: Wie erwartet ersetzte John Anthony Brooks den gesperrten Kapitän Josuha Guilavogui in der Innenverteidigung. So startete der VfL in die neue Bundesliga-Saison.

Forscher Beginn des VfL

Und die begann mit forschen Gastgebern, die Bayer früh unter Druck setzten und zu Fehlern im Aufbau zwangen. Das sah gut aus, aber auch so anstrengend, dass es nicht über die vollen 90 Minuten durchzuhalten war. 20 Minuten brauchte Leverkusen, um sich aus dem Dauerdruck der Grün-Weißen in ihren Jubiläumstrikots zu befreien. Dann blitzte auf, warum die „Werkself“ zu den Top-Teams der Liga gehört. Ein schneller Doppelpass, und die VfL-Abwehr war ausgehebelt. Mit einer waghalsigen, aber auch exzellenten Grätsche konnte Neuzugang Maxence Lacroix Bayers neuestes Supertalent Florian Wirtz gerade noch am Torschuss hindern (25.). Der wäre aus der Position vermutlich drin gewesen.

Indem der VfL den Gästen nun etwas mehr Leine anbot, wurde er selbst auch gefährlicher. Die Räume öffneten sich nun. Der Warnschuss, der wohl signalisieren sollte, dass die Wolfsburger nun mehr Gas geben, fiel allerdings durch einen ruhenden Ball. Maximilian Arnold probierte es schlitzohrig und nagelte eine Ecke mit Wucht an den ersten Pfosten (32.). 60 Sekunden später hätte es dann eigentlich 1:0 stehen müssen. Brooks schaffte es jedoch, die wohltemperierte Flanke des starken Admir Mehmedi aus sieben Metern übers Tor zu bugsieren. In der 42. Minute war erneut Mehmedi beteiligt. Der Schweizer schickte Wout Weghorst, der den VfL offenbar noch in Richtung Tottenham Hotspur verlassen könnte. Doch der Niederländer, ansonsten so eiskalt vor dem Tor, scheiterte an Bayer-Keeper Lukas Hradecky.

Nach der Halbzeit geht es zwischen dem VfL und Bayer hin und her

Ohne Wechsel ging es dann in die zweiten 45 Minuten. Was aber plötzlich nicht mehr so gut wie im ersten Durchgang funktionierte, war das frühe Stören der Leverkusener, die nun auch viel häufiger zu gefährlichen Umschaltmomenten kamen. Es ging hin und her, es war ein Spiel, das zu beiden Seiten hätte kippen können.

In der 57. Minute traf Mehmedi auch das Tor, doch die Stadionregie würgte den Tor-Song gleich wieder ab. Vorbereiter Joao Victor hatte zuvor um Haares- oder Fußbreite im Abseits gestanden. Sieben Minuten später war Bayer dran, der blitzschnelle Moussa Diaby zog aus Nahdistanz ab, doch VfL-Keeper Koen Casteels war mit dem Fuß zur Stelle. Alles war möglich, was durchaus als Kompliment für die Wolfsburger verstanden werden darf.

Wolfsburg versucht bis zum Schluss alles

In der Folge lebte die Partie von der Spannung. Die Ballverluste wurden nun häufiger, die Angriffe nicht mehr so strukturiert. Aber der VfL schien näher am Sieg zu sein als die Gäste, kam zumindest häufiger gefährlich in Bayers Strafraum als andersherum, ohne sich noch die ganz dicke Möglichkeit zu erspielen. Aber – und auch das spricht für ihn – er verursachte es mit allen Mitteln bis zum Abpfiff. Es blieb jedoch bei diesem vielversprechenden Start ohne Tore.

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