Brooks oder Tisserand? Glasner: Jeder muss sich beweisen

Wolfsburg.  Brooks kehrt nach seiner Verletzung zurück, doch Tisserand will seinen Platz behalten.

Marcel Tisserand.

Marcel Tisserand.

Foto: Darius Simka / regios24

Marcel Tisserand hat zuletzt sehr häufig verloren und musste daher den Frühstückstisch abräumen. Nach der ersten Mahlzeit des Tages, die den Profis des VfL Wolfsburg im Trainingszentrum angeboten wird, spielt eine Gruppe immer „Schere, Stein, Papier“, um denjenigen zu küren, der später den Tisch abräumen muss. Zuletzt, das belegen einige Videos aus den sozialen Netzwerken, musste Tisserand häufig Putzdienst verrichten. Sehr zum Ärger des Kongolesen.

Darüber hinaus hat der 26-Jährige derzeit aber keinen Grund zur Klage. In den jüngsten sechs Pflichtspielen stand er in der VfL-Startelf und lieferte auf der linken Seite der Dreierabwehrkette meist fehlerfreie Arbeit ab. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, sagt Oliver Glasner. „Marcel ist prädestiniert für das, was wir spielen wollen.“ Mit seiner Aggressivität, Schnelligkeit und Antizipation im Vorwärtsverteidigen passt er ins Konzept des Trainers.

Dennoch stand Tisserand in den ersten Pflichtspielen der Saison gar nicht im Kader. Aus gutem Grund: „Er war nach dem Africa-Cup erst deutlich später als seine Kollegen in die Vorbereitung eingestiegen“, sagt Glasner. „Daher habe ich ihm gesagt, dass er Geduld haben muss. Aber das ist für Spieler oft schwierig. Ich kenne das noch gut aus meiner aktiven Zeit.“ Doch mit der Verletzung von John Anthony Brooks Anfang September war das Warten für den Kongolesen vorbei. Fortan spielte er immer und wurde nur im Europa-League-Spiel gegen Olexandrija (3:1) vorzeitig vom Platz genommen. Er war mit dem gegnerischen Torwart zusammengeprallt und hatte Schädelbrummen davongetragen. Im nächsten Pflichtspiel stand Tisserand dennoch wieder auf dem Rasen – und lieferte ab.

Jetzt allerdings kehrt mit Brooks der Platzhirsch zurück. Mehr als einen Monat hatte der US-Amerikaner wegen eines Muskelfaserrisses aussetzen müssen, im Test gegen Holstein Kiel (heute, 16 Uhr, Trainingsplatz vor der VW-Arena) feiert er seine Rückkehr. Sein Comeback auf den Platz bedeutet aber nicht, dass Brooks im nächsten Pflichtspiel bei RB Leipzig direkt wieder gesetzt ist. „Solch einen Automatismus gibt es bei uns nicht“, sagt Glasner. „Jeder muss Leistung zeigen und beweisen, dass er bereit ist für Leipzig und die Offensive, die da auf uns zukommen wird.“

Tisserand hat seinen Anspruch auf einen Platz in der Startelf in den vergangenen Wochen eindrucksvoll untermauert. Die Variante, dass Brooks statt auf der linken Seite in der Mitte aufläuft, wird es übrigens nicht geben. Glasner hatte Brooks in der Vorbereitung in einigen Einheiten in der Mitte getestet. „Aber er hat gesagt, dass er da lieber nicht spielen will. Und es ist wichtig, dass sich ein Spieler auf der Position wohlfühlt, auf der er spielen soll.“

Spielt in naher Zukunft Tisserand oder Brooks? Oder doch beide? Nach der Länderspielpause stehen sieben Partien in 22 Tagen auf dem Programm. Glasner wird froh sein, wenn beide VfL-Verteidiger in dieser Phase fit sind.

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