Weghorst schießt den VfL auf Platz 2

Wolfsburg.  Dank des 1:0-Erfolgs gegen Aufsteiger Union Berlin hat sich der VfL Wolfsburg endgültig in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga etabliert.

Wout Weghorst (Mitte) ließ den VfL jubeln.

Wout Weghorst (Mitte) ließ den VfL jubeln.

Foto: osnapix / Titgemeyer via www.imago-images.de / imago images/osnapix

Zehn Pflichtspiele ungeschlagen, die 15 Punkte nach sieben Bundesliga-Spielen, die beste Abwehr aller Mannschaften und daher Rang 2 in der Tabelle: Der VfL Wolfsburg hat sich mit dem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Union Berlin endgültig in der Spitzengruppe der Liga etabliert. Wout Weghorst sorgte mit seinem Treffer (69. Minute) für den Heimsieg des Teams von Trainer Oliver Glasner von 27.012 Zuschauern in der VW-Arena.

Die ersten Minuten der Partie gehörten Glasners Team. Admir Mehmedi, der nach seiner Adduktorenverletzung für Josip Brekalo spielte, hätte aber statt selbst zu schießen lieber auf den mitgelaufenen William abspielen sollen (4.). Robin Knoche (6.) und Wout Weghorst (7.) scheiterten danach an der Berliner Defensive. Geleitet vom spielfreudigen Maximilian Arnold kamen die Wolfsburger häufig hinter die Abwehr des Aufsteigers. Allerdings bekamen die Berliner die VfL-Offensive nun deutlich besser in den Griff. Die nächste Möglichkeit in der ersten Hälfte hatte William nach mehr als einer halben Stunde. Die größte vergab sein Landsmann Joao Victor, der für Felix Klaus spielte, kurz vor der Pause.

Und was kam von Union? Angetrieben von mehr als 6000 Fans setzte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer auf ein robustes Zentrum und Standards. Marius Bülter (25.) und Neven Subotic nach einer Ecke (35.) sorgen für die größte Gefahr vor dem Wolfsburger Tor. Die VfL-Abwehr, die beste der Bundesliga, stand erneut sicher. Und in der Offensive trat Glasners Mannschaft durch höhere Präzision im Vertikalspiel verbessert auf als zuletzt. In die Pause ging es dennoch mit einem 0:0.

Hälfte 2 begann mit Diskussionen. Schiedsrichter Bastian Dankert hatte einen Zweikampf zwischen Marvin Friedrich und Weghorst als Foul des Abwehrspielers gewertet und daher auf Strafstoß entschieden – ein harter Pfiff. Der Niederländer stand kurz darauf bereits zur Ausführung bereit, als sich der Videoassistent aus dem Kölner Keller meldete. Dankert schaute sich die Szene selbst an und nahm den Strafstoß zurück. Denn: Weghorst hatte den Ball zuvor an den Oberarm bekommen. Pech für die Wolfsburger. Schon im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim hatte es eine ähnlich knifflige Entscheidung gegeben, als Brekalo traf, aber wegen vermeintlichen Handspiels doch nicht jubeln durfte.

Nach der Aktion brauchte Glasners Mannschaft, um zu ihrem Spiel zurückzufinden. Union blieb aggressiv im Spiel gegen den Ball und hatte zwischenzeitlich einen Zweikampfwert von 65 Prozent. Zwei von drei Duellen gingen also an die Gäste, die offensiv über den ehemaligen Wolfsburger Christian Gentner gefährlich wurden – natürlich wieder nach einem Standard (60.). Glasner reagierte auf die unruhige Phase und brachte Brekalo für Memedi ins Spiel. Es war ein Glücksgriff des Trainers.

Keine drei Minuten später steckte der Kroate einen Ball durchs Berliner Abwehrzentrum, den Weghorst mit links zur VfL-Führung versenkte (69.). Es war der Lohn für die harte Arbeit des Niederländers, die er zuvor verrichtet hatte. Bei seinem exzessiven Jubel vor der Nordkurve machte er sicherlich seinem Ärger über den zuvor zurückgenommenen Strafstoß Luft. Arnold hätte zehn Minuten später beinahe zum 2:0 nachgelegt, als er einen Eckball direkt aufs Tor zog. Doch Unions Torhüter Rafal Gikiewicz rettete im letzten Moment (79.). Williams Fernschuss (81.) lenkte der Pole ebenfalls gerade noch so am eigenen Kasten vorbei. Es waren Momente, in denen die Wolfsburger für die Vorentscheidung hätten sorgen können. Doch sie blieb aus, die Fans mussten bis zum Ende zittern, obwohl der kurz zuvor eingewechselte Felix Klaus und erneut Arnold noch Abschlüsse verzeichneten.

Doch der VfL konnte sich auf seine defensive Organisation verlassen, brachte die Führung über die Zeit und grüßt nun von Rang 2.

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