2:1 - Ginczek lässt den VfL Wolfsburg gegen Schalke jubeln

Wolfsburg  Dank eines Joker-Treffers in der Nachspielzeit besiegt der VfL Wolfsburg zum Start in der Fußball-Bundesliga den FC Schalke 04 noch mit 2:1.

Foto: regios24/Darius Simka

Was für ein furioser Bundesliga-Auftakt für den VfL: Gegen Schalke 04 überzeugte der im Vorjahr fast abgestiegene Wolfsburger Fußball-Bundesligist über weite Strecken. Dennoch sah es so aus, als würde es nur einen Punkt gegen den Vizemeister geben. Doch in der Nachspielzeit schockte VfL-Joker Daniel Ginczek den FC 04 mit dem späten Tor zum 2:1 (1:0) vor gut 26 600 Zuschauern in der VW-Arena.

Etwas überraschend schickte VfL-Coach Bruno Labbadia sowohl Kapitän Josuha Guilavogui als auch Ignacio Camacho im Mittelfeld im 4-3-3-System ins Rennen. Als zentrale Spitze erhielt Wout Weghorst den Vorzug vor Ginczek. Der Niederländer Weghorst und Jérôme Roussillon waren auch die einzigen beiden Neuzugänge, die zum Bundesliga-Auftakt anfangen durften.

Die Wolfsburger spielten gegen den Vizemeister eine sehr ordentliche erste Halbzeit. Sie hatte mehr Ballbesitz, mehr Chancen und zeigten viel Offensivdrang. Und was nicht unwichtig war: Sie hatten 6:1 Ecken. Denn genau so fiel auch die Führung nach gut einer halben Stunde. Labbadia hatte den hohen Stellenwert von Standards bereits im Laufe der Vorbereitung immer wieder betont und viel daran arbeiten lassen. Und eine solche Eckball-Finte fruchtete gleich. Maximilian Arnold flankte auf den zweiten Pfosten und während sich fast alle VfLer in der Mitte Richtung ersten Pfosten aufmachten, lauerte John Anthony Brooks und wurde von der groß gewachsenen Schalker Defensive um den Ex-VfLer Naldo sträflich allein gelassen. So köpfte der Wolfsburger Innenverteidiger bei seinem Premierentreffer für den VfL unbedrängt zur verdienten Führung ein (33.).

Es war dabei nicht die erste Möglichkeit, die Grün-Weißen in Führung zu schießen. Der starke William hätte bereits aus gut 20 Metern per Freistoß treffen können, doch FC-Torwart Ralf Fährmann klärte noch zur Ecke. Eine Reaktion der Königsblauen blieb weitgehend aus. Der Kopfball von Mark Uth, den Koen Casteels sicher abfing, war noch die beste 04-Gelegenheit (36.).

In der Kabine blieb zur Halbzeit Kapitän Guilavogui, der sich früh in einem Zweikampf mit Suat Serdar verletzt hatte, aber bis zur Pause auf die Zähne biss.

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Es blieb eine schnelle Partie, die noch zahlreiche Aufreger bereithielt. Doch eins nach dem anderen: Die Wolfsburger hatten zunächst weiter mehr vom Spiel, auch wenn sich die Schalker bemühten, die Kontrolle zu erlangen. Weghorsts Schuss aus 16 Metern (50.) geriet genauso zu ungenau wie der Pass von Roussillon, der den freistehenden Brekalo in der Mitte nicht erreichte.

Dann war der Spielfluss erst einmal raus. FC-Verteidiger Matija Nastasic foulte Maximilian Arnold an der rechten Seitenlinie. Sein Einsteigen wertete Schiedsrichter Pascal Ittrich erst mit Gelb, nach Ansicht der Videobilder mit Rot. Nach dem folgenden Freistoß der nächste Aufreger: Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit von Weghorst zückte Ittrich erst Rot, Weghorst war schon auf dem Weg in die Kabine, als der Unparteiische erneut den Videoassistenten bemühte – und den VfL-Stürmer zurückholte. Ittrich beließ es nunmehr bei Gelb für den Niederländer.

Es blieb hitzig. Der VfL hatte die Chance zur Vorentscheidung, doch Brooks’ Schuss aus 16 Metern geriet zu schwach. Im Gegenzug rettete Casteels noch stark gegen Joker Breel Embolo. Nach der folgenden Ecke traf Brooks Embolo mit dem Fuß im Gesicht – Elfmeter für Königsblau. Nabil Bentaleb ließ sich die Chance auf den Ausgleich nicht nehmen (85.). Kurios: Ittrich zeigte auch Brooks Rot, korrigierte sich aber sofort und gab dem Wolfsburger doch nur Gelb.

Das war aber noch nicht der Schlusspunkt: Joker Ginczek traf im Nachschuss noch in der dritten Minute der Nachspielzeit zum späten Sieg – und brachte die VW-Arena so zum Kochen.

Spiel kompakt

VfL: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Guilavogui (46. Gerhardt), Camacho, Arnold – Steffen, Weghorst (74. Ginczek), Brekalo (86. Mehmedi).

Schalke: Fährmann – Sané, Naldo, Nastasic – Caliguiri, Serdar (83. Bentaleb), McKennie, Harit (58. Embolo), Baba – Uth, Burgstaller (83. Teuchert).

Tore: 1:0 Brooks (33.), 1:1 Bentaleb (Foulelfmeter/85.), 2:1 Ginczek (90.+4).

Gelb: William, Guilavogui, Weghorst, Gerhardt, Brooks / Sané, McKennie, Burgstaller.

Rot: Nastasic (FC/65.).

Schiedsrichter: Pascal Ittrich (Hamburg).
Zuschauer: 26 621 n der VW-Arena.

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