Vorsfelde. Die Oberliga-Handballer des MTV Vorsfelde kassieren beim Lehrter SV eine 26:31-Niederlage. Jakob Nowak wird zum Lichtblick.

Viel Frust, wenig Spielfreude und keine Punkte – so ließ sich der Abend der Handballer des MTV Vorsfelde beim Lehrter SV in aller Kürze zusammenfassen. Die Oberliga-Partie hatte kaum begonnen, da war sie bereits gelaufen. Am Ende kehrten die „Razorbacks“ mit einer 26:31 (13:17)-Niederlage heim.

Nach vier Minuten sah sich Daniel Heimann bereits gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen. Der MTV-Coach musste mit ansehen, wie seine Mannschaft überrannt wurde. Innerhalb von etwas mehr als 200 Sekunden fingen sich die Vorsfelder vier Treffer, drei davon gingen auf das Konto von Lehrtes Topschützen Yannic Foltyn. „Es ging alles schief, was schiefgehen kann“, sagte Heimann. Der MTV fand schlicht nicht statt. Der Gäste-Coach reagierte. Mit dem frühen Time-out versuchte Heimann, den Lauf der Hausherren zu bremsen. Gleichzeitig wollte er sein Team wachrütteln. Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Lehrte setzte sich bis auf 7:0 (7. Minute) ab. „In der Phase haben wir das Spiel verloren. Danach war es ganz schwer“, hielt Heimann fest.

„Wir haben auch gegen uns selbst gespielt“

Hauptkritikpunkt Heimanns war die Offensivleistung. Das Vorsfelder Spiel war ungenau und fehlerhaft. „Wir haben uns zahlreiche Ballverluste geleistet und schlechte Pässe gespielt“, bemängelte der MTV-Trainer. „Lehrte hatte es leicht, in Tempogegenstöße zu kommen.“ Mit jedem Tor wurde der SV sicherer. „Lehrte war emotional voll im Spiel“, sagte Heimann. „Wir hingegen waren abgelenkt, haben gehadert.“ Die Vorsfelder rieben sich an Schiedsrichterentscheidungen auf, ließen den Fokus aufs Wesentliche vermissen. Heimann: „Wir haben auch gegen uns selbst gespielt, nicht nur gegen Lehrte.“

Dass es der MTV trotzdem zurück ins Spiel schaffte und auf 10:13 (21.) verkürzen konnte, war der soliden Abwehrleistung zu verdanken. „Unsere Defensive war in Ordnung“, befand Heimann. Mehr als nur passabel agierten die Torhüter – allen voran Thomas Krüger, der nach monatelanger Pause sein Comeback gab. „Thomas war richtig gut aufgelegt“, lobte Heimann. Für Lichtblicke an diesem tristen Abend in Lehrte sorgte auch Jakob Nowak. Sieben Tore erzielte der Rückraumspieler, der noch immer an den Folgen einer Achillessehnenverletzung leidet. „Jakob ist aufgeblüht“, betonte Heimann. „Er findet immer mehr zurück zu seinem Spiel.“

Abschlussschwäche gibt den Ausschlag

Zu mehr als einer ausgeglichenen zweiten Halbzeit reichte es für die Gäste nicht. Lehrte wehrte alle Versuche des MTV, die Wende einzuleiten, ab. „Wir hatten Chancen, hätten die Begegnung drehen können“, sagte Heimann. „Aber in den entscheidenden Momenten fielen die Tore nicht.“ Nach knapp 43 Minuten zum Beispiel, als die Vorsfelder auf 19:21 hätten stellen können. Doch der SV blieb cool, bewahrte die Ruhe und zog vorentscheidend auf 25:19 (49.) davon. Heimanns Fazit: „Unsere Abschlussschwäche war ausschlaggebend.“

MTV Vorsfelde: Weber, Krüger – Vuckovic (5), Wiegner, Steinke (1), Mbanefo (2), Thiele (2), Liebich, Sievert (2), Frädermann (3), Schilling (1), Hoffmann (3), Nowak (7).