Handball-Verbandsliga

Aus, vorbei! Frust-Saison der HG Elm endet mit dem Abstieg

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Augen zu und durch! Gerrit Gerloff (am Ball) setzt sich hier in der starken Anfangsphase seiner HG Elm gegen die Braunschweiger Malte Dederding (links) und Jannik Stichnoth (rechts) durch. 

Augen zu und durch! Gerrit Gerloff (am Ball) setzt sich hier in der starken Anfangsphase seiner HG Elm gegen die Braunschweiger Malte Dederding (links) und Jannik Stichnoth (rechts) durch. 

Foto: Olaf Hahn / regios24

Schöppenstedt.  Für die Schöppenstedter Handballer ist die Drittliga-Reserve des MTV Braunschweig bei der 26:33-Heimniederlage eine Nummer zu groß.

Aus, vorbei, Abstieg! Der Abschied der HG Elm aus der Handball-Verbandsliga ist nun auch rechnerisch besiegelt. Mit 26:33 (14:15) verlor die HG ihr Heimspiel gegen den MTV Braunschweig II. „Es war kein schlechtes Spiel von uns“, stellte Elm-Trainer Daniel Reckel noch in der Halle fest. Aber eben auch kein so gutes, um das mit reichlich Drittliga-Erfahrung gespickte Team des Tabellenzweiten länger als nur in den ersten 20 Minuten in Verlegenheiten zu stürzen.

Bis zu eben dieser 20. Minute rieben sich die HG-Fans, zu denen auch einige auf der Tribüne die Daumen drückende Spieler des Braunschweiger Aufstiegskonkurrenten HSV Warberg/Lelm gehörten, verwundert die Augen. Während es die Braunschweiger mit Wucht aus dem Rückraum versuchten und mehrfach am anfangs reaktionsstarken HG-Torhüter Nils Winning scheiterten, hielten die Gastgeber mit Finesse, Selbstvertrauen und klasse Trefferquote dagegen. Nach Philipp Nabels Tor in Unterzahl wies die Anzeigetafel in Minute 20 eine 12:7-Führung für die HG aus.

Dederding bestraft die Passivität der HG Elm

Doch das war’s für lange Zeit von der HG. Die Hausherren tauchten regelrecht ab, agierten im Angriff nur noch in die Breite statt in die Tiefe und verweigerten minutenlang die defensive Zweikampfführung. Vor allem Malte Dederding, Linkshänder aus dem Braunschweiger Drittliga-Kader, der in der kommenden Saison unter Profibedingungen beim Oranienburger HC (3. Liga) spielen wird, nutzte die Passivität der HG-Abwehr. Der 21-Jährige genoss beim Torwurf sämtliche Freiheiten. Er traf so locker und gleichzeitig präzise, als befinde er sich in einer Trainingseinheit. 14 Treffer standen am Ende für den künftigen Berlin-Neubrandenburger zu Buche.

„Ich kann mir nicht erklären, warum plötzlich unser Selbstvertrauen weg war“, sagte HG-Coach Reckel, dem bereits in Halbzeit 1 personelle Alternativen ausgingen. Jannic Steinke meldete Kreislaufprobleme an, blieb früh auf der Bank. Kurz vor der Pause knickte Rechtsaußen Martin Schoel um, sein Sprunggelenk schwoll sofort an. Alexander Bahr wechselte von der linken auf die rechte Außenbahn, traf zum 13:12 (26.), griff sich an die Schulter und wirkte fortan gehandicapt.

Frust-Saison der HG Elm endet am Bierwagen

Dederdings neunter Treffer zum 15:14 bedeutete die erste Gästeführung und den Halbzeitstand. Und diese Führung ließ sich der souveräne MTV nicht mehr nehmen. Während die HG von der Bank kaum Qualität und Kraft nachlegen konnte, brachte der MTV frisches Personal, das Torgefahr ausstrahlte. Die Gäste zogen auf sechs Tore davon, nahmen die Sache in der Schlussphase aber aufreizend locker. Die HG kämpfte sich heran (26:28, 53.), doch dann regelten die Drittliga-Leihgaben Dederding und Lukas Friedhoff, dessen Name jedoch nicht auf dem Spielberichtsbogen auftauchte, die Sache mit Wurfgewalt. Am Ende feierten die Gäste mit Musik in der Kabine, während das HG-Team seine Frust-Saison am Bierwagen aufarbeitete.

HG: Winning, Rokitta – Gerloff 1, Bahr 3, Nabel 4, Kai Vahldiek 2, Jan-Hendrik Vahldiek 5, Adolph, Deupert 1, Schoel 1, Steinke, Fock 9, Liebelt, Scheller.

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