NFV-Plan zur Corona-Saison: Abbruch ohne Absteiger

Wolfsburg.  Der niedersächsische Verband hat beschlossen, nur eine Variante seinen Mitgliedern zur Abstimmung am 27. Juni vorzuschlagen.

NFV-Präsident Günter Distelrath hat verkündet, dass der Verband einen Abbruch ohne Absteiger favorisiert.

NFV-Präsident Günter Distelrath hat verkündet, dass der Verband einen Abbruch ohne Absteiger favorisiert.

Foto: Archiv

Einen Saisonabbruch nach Quotientenregelung mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger wird der Niedersächsische Fußballverband (NFV) seinen Mitgliedern anlässlich des voraussichtlich als Videokonferenz abzuhaltenden außerordentlichen Verbandstags am 27. Juni vorschlagen. Darauf einigten sich die dem Verbandsvorstand angehörenden Präsidiumsmitglieder und die Vorsitzenden der 33 Kreise am Mittwoch.

Einen entsprechenden Antrag werde der NFV einreichen – und nur diesen. Damit wird die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 höchstwahrscheinlich nicht fortgesetzt. Es sei denn, ein Verein stellt doch noch innerhalb der Frist (bis drei Wochen vor Abstimmung) den Antrag zur Fortsetzung. Genauso könnten im Vorfeld des Verbandstags auch die beiden anderen Abbruch-Varianten (Annullierung und Quotientenregelung mit Auf- und Absteigern) doch noch zur Abstimmung gelangen. Das ist gut möglich. Dass die Delegierten dann aber mehrheitlich für eine andere als die nun vom NFV vorgeschlagene Variante stimmen, gilt als unwahrscheinlich.

Im NFV-Kreis Wolfsburg sind die Verantwortlichen den Umständen entsprechend zufrieden mit der Entscheidung. Kreis-Vorsitzender Stefan Pinelli hatte zwar persönlich ursprünglich eine Fortsetzung der Saison bis zum 30. Juni 2021 favorisiert. Als aber seit der Befragung der Vereine klar war, dass die Mehrheit dieser für einen Abbruch ist, hielt Pinelli das Szenario mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger für die fairste Lösung. Wohl wissend, dass auch die Variante Verlierer haben würde. Im Wolfsburger Fall profitierte aber Landesligist SV Reislingen-Neuhaus von der vorgeschlagenen Regelung. Nach Quotientenregelung wäre das Team sonst abgestiegen.

Dass der vom Verband vorgesehene Antrag spieltechnische Konsequenzen für die kommende Saison habe und eine große Herausforderung für die jeweiligen Spielausschüsse darstelle (vor allem durch den Überhang in Oberliga und Landesligen), sei den Verantwortlichen bewusst. „Wir müssen darauf achten, dass kein Verein und keine Mannschaft überfordert wird. Deshalb wird es zum Beispiel hinsichtlich der Planung der Saison keine Denkverbote geben“, erklärte NFV-Vorsitzender Günter Distelrath. Der NFV behalte sich darüber hinaus vor, Sonderregelungen für die Pokal-Wettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern.

Die endgültige Entscheidung, wie mit der ruhenden Saison umgegangen wird, fällen aber erst die 324 Delegierten während des außerordentlichen Verbandstags. Ihre Zahl setzt sich aus den 200 Delegierten der Mitglieder aus den 33 NFV-Kreisen, den Mitgliedern des Verbandsvorstands, den jeweils drei Delegierten der vier NFV-Bezirke und den Delegierten jener Vereine, deren Mannschaften in den Spielklassen der Männer und Frauen von der Oberliga Niedersachsen an aufwärts spielen, zusammen. Pro Mannschaft gibt es einen Delegierten. Jeder Delegierte hat eine Stimme, die nicht übertragen werden kann. Die Stimmenzahl eines jeden NFV-Kreises richtet sich nach den Mannschaftszahlen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder