Basketball-Saison beendet – Herzöge jetzt offiziell Meister

Wolfenbüttel.  Trainer Thorsten Weinhold bastelt bereits am Wolfenbütteler Regionalliga-Kader. Der erste Abgang steht fest: Henje Knopke hört auf

Grenzenloser Jubel herrschte am Landeshuter Platz, als die Herzöge den Aufstieg mit einem Sieg gegen SG Braunschweig perfekt machten. Mit der Aussetzung des Spielbetriebs kamen kurz Zweifel auf. Jetzt herrscht Klarheit.

Grenzenloser Jubel herrschte am Landeshuter Platz, als die Herzöge den Aufstieg mit einem Sieg gegen SG Braunschweig perfekt machten. Mit der Aussetzung des Spielbetriebs kamen kurz Zweifel auf. Jetzt herrscht Klarheit.

Foto: Olaf Hahn / regio-press

Nun ist es amtlich: die Herzöge-Basketballer stehen als Meister der 2. Regionalliga und Aufsteiger fest. Rein sportlich ist dies dem MTV/BG-Team bereits im Heimspiel gegen die SG Braunschweig vor gut drei Wochen gelungen. Seitdem ist der Vorsprung der Wolfenbütteler in der Tabelle von keinem Konkurrenten mehr zu knacken.

Unsicherheit kam aber noch einmal durch die krisenbedingte Unterbrechung der Saison auf. Sollte die Spielzeit etwa als ungültig gewertet werden? Die Liga-Verwaltung sorgte jetzt aber für Klarheit: „Der Vorstand der RLN hat als Veranstalter aller Wettbewerbe beschlossen, den Spielbetrieb der Saison 2019/20 für beendet zu erklären“, heißt es in einem Rundschreiben. Die aktuelle Tabelle (Stand 12. März) sei somit auch das Abschluss-Tableau. Zudem teilt die Liga mit: „Für Auf- und Abstieg gilt:· Die Mannschaften, die aktuell Tabellenplatz 1 einnehmen, gelten als Meister der jeweiligen Spielgruppe.“ Für die 2. Regionalliga West trifft das auf den MTV/BG Wolfenbüttel zu. „Es ist gut, dass wir das sportlich schon lange unter Dach und Fach haben“, sagt Thorsten Weinhold, Trainer der Mannschaft. Auch wenn er sich den Fortgang der Saison anders vorgestellt hatte. „Wir hatten für unser letztes Heimspiel, das jetzt am Wochenende stattgefunden hätte, schon einiges geplant. Das muss jetzt leider alles ausfallen“, so Weinhold.

Unter anderem wollte die Mutter vom Wolfenbütteler US-Star Keith Hayes zu Besuch kommen, sich das Spiel ansehen und eine Woche bleiben, um die Wahlheimat ihres Sohnes kennenzulernen. Flug und Unterkunft waren schon organisiert. Das Spiel findet nicht mehr statt, Hayes, der beste Punktesammler der Liga, ist längst zurück in die USA geflogen.

Dass seine Mutter zu Besuch kommen wollte, zeige aber auch „wie wohl er sich in Wolfenbüttel gefühlt hat“, betont Weinhold. Der Trainer bastelt eifrig an seinem Kader für die kommenden Saison und führt derzeit reichlich Gespräche am Telefon. Auch Hayes solle weiter Teil der MTV/BG-Mannschaft sein. Konkrete Meldungen gibt es aber noch nicht. Weinhold betont, dass er in den kommenden Wochen die wichtigsten Eckpfeiler eingerammt haben will. Es geht dabei darum, das bestehende Team zusammenzuhalten, Eigengewächse aus der Jugend in die Mannschaft zu holen und natürlich auch um externe Neuzugänge.

Knopke beendet die Karriere

Einen Abgang für die kommende Saison musste der Coach dagegen bereits quittieren: Das Wolfenbütteler Urgestein Henje Knopke wird nicht in der Regionalliga auflaufen. „Ich denke, Wolfenbüttel hat jetzt ein insgesamt sehr attraktives Produkt. Männer und Frauen spielen in der Regionalliga. Bei beiden Teams kommen viele Eigengewächse zum Einsatz. Genauso muss es sein“, sagte Knopke bereits am Rande des Spiels gegen Braunschweig vor wenigen Wochen.

Für den Wolfenbütteler Routinier, der 20 Jahre im Herrenbereich gespielt hat und in dieser Woche seinen 35. Geburtstag feiert, sollen jetzt andere Dinge – insbesondere das Privatleben – in den Vordergrund rücken.

Neben der Kaderplanung stehen bei Trainer Weinhold derzeit noch weitere Punkte auf der To-Do-Liste. „Wir werden den Trainingsbetrieb professionalisieren und ausweiten“, kündigt der Trainer an. Bislang sei das gut gelaufen, auch weil viele Spieler im Training ausgeholfen haben, damit die Herzöge in Mannschaftsstärke trainieren konnten. Auch mit der Athletik ist Weinhold sehr zufrieden. „Wir konnten immer im vierten Viertel noch eine Schippe dazu legen“, sagt der Trainer. Jetzt soll sich der Trainingsbetrieb noch weiter verbessern.

Hohe Professionalität

„Außerdem werden wir das organisatorische Umfeld weiter ausbauen“, so Weinhold. Adrian Schmidt sei bereits stark involviert in der Organisation des Kampfgerichtes und des Scoutings. Auch Mannschaftsbetreuer Joachim Bösmann habe bereits viel getan, um seinen Bereich zu professionalisieren. „Zum Glück gibt es in Wolfenbüttel viele Basketball-Enthusiasten, von denen wir noch einige für andere Bereiche rekrutieren werden“, so Weinhold.

Auch die Herangehensweise an die Liga rund um die Spieltage wollen die Herzöge verbessern – etwa Saison- und Spieltaghefte herausgeben und das Sponsoring entsprechend aufstellen.

Insgesamt sei die Regionalliga flächendeckend so professionell wie die 2. Regionalliga in der Spitze. „Sportlich gesehen ist der Qualitätssprung zur unteren Hälfte der Liga nicht sonderlich hoch. Da können wir mehr als nur mithalten. Das haben unsere Testspiele gegen Aschersleben und Langenhagen gezeigt“, betont Weinhold. Die Top-5 sei dagegen in einer anderen Liga unterwegs. „Die haben teilweise doppelt so hohe Etats wie manch ein ProB-Ligist“, erklärt der Wolfenbütteler.

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