Meinberg läuft von Göttingen auf den Brocken

Harz/Brocken  Die Läuferin bewältigt 82 Kilometer durch Schnee, Eis und umgestürzte Bäume.

Anke Meinberg war überglücklich am Brockengipfel.

Anke Meinberg war überglücklich am Brockengipfel.

Foto: Gerald Eggert

Kalt, hart, schön – so lautete das Motto der Brockenchallenge, die zum 15. Mal stattfand. Immer wieder eine große Herausforderung für die Teilnehmer stellte das schon legendäre Laufereignis von Göttingen zum Harzer Brockengipfel da. Dabei galt es, die 82 Kilometer auf Norddeutschlands höchsten Berg im Winter zu laufen. Zusätzlich mussten die Sportler noch rund 1900 Höhenmeter bewältigen.

Bei dem Lauf handelt es sich um einen Wohltätigkeits-Ultramarathon, den der Verein Ausdauersport für Menschlichkeit ausrichtet. Bei einer Temperatur von Minus sechs Grad schickte Initiator Markus Ohlef um sechs Uhr die 183 Teilnehmer vom Göttinger Kehr aus auf die Strecke – und die hatte es in sich.

Anke Meinberg vom MTV Wolfenbüttel, die bereits das dritte Mal dabei war, hatte einen Riesenrespekt vor der Laufstrecke. Der Frost der vergangenen Tage hatte die verschlammten Wege bis Barbis in eine harte, sehr raue Unterlage verwandelt. Erschwerend für die Läufer waren auch die umgestürzten Bäume und Äste, Reste des Sturmes „Fredericke“.

Bis Kilometer 42,5 ging es in Wellen durch das thüringische Eichsfeld. Ab Barbis begann dann der große Aufstieg in den Harz. Über 20 Kilometer lang, durch teils tiefen Schnee, mit ausgetreten Fußstapfen: Das erforderte höchste Konzentration. Dieser Laufabschnitt wird von den Athleten liebevoll als Entsafter bezeichnet. Die Strecke zieht in der Tat alle Kraft aus dem Körper.

Vom Versorgungspunkt Lausebuche bei Braunlage ging es für die Athleten über Königskrug bis Oderbrück. Die letzten acht Kilometer zum Brockengipfel forderten den Aktiven dann noch einmal alle Kraft ab. Hier hieß es, mental stark zu sein. Skiwanderer ermutigten und feuerten die Läufer an. Dichter Nebel machte ab hier die Orientierung schwer, alles war in undurchsichtiges Weiß getaucht.

Am letzten Steilstück, der Rampe hinauf zum Brockenbahn-parallelweg, musste Meinberg, mit 63 Jahren die älteste Teilnehmerin im Rennen, alles aus ihren Beinen holen. „Ich hatte noch dazu Orientierungsprobleme in dieser Nebelsuppe, keine fünf Meter weit konnte ich schauen, der Brockengipfel wollte einfach nicht kommen“.

Das Gute für Meinberg: Der Gipfel kam doch noch. Überglücklich war sie, als sie ihn nach 11:55 Stunden erreichte – zehn Minuten schneller als in 2017. fws

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