Bortfeld. Die Drachen gleichen im Derby der Handball-Landesliga gegen den MTV Groß Lafferde II zehn Sekunden vor dem Ende noch aus.

Riesiger Jubel auf der einen Seite, hängende Köpfe auf der anderen. Doch nominell gab es im Derby zwischen der SG Zweidorf/Bortfeld und dem MTV Groß Lafferde II in der Handball-Landesliga gar keinen Sieger. Denn mit 30:30 (15:17) endete die packende Partie unentschieden. Damit wartet die SG weiter auf den zweiten Saisonsieg, während die Lafferder die Chance verpassten, sich mehr Luft zu den hinteren Rängen zu verschaffen.

Wir haben ein schweres Spiel erwartet, aber ich wollte hier schon zwei Punkte mitnehmen. Wir haben aber nicht die Vorgaben umgesetzt und am Ende einfach nicht die Ruhe bewahrt, sondern zu dumm agiert.
Michael Nechanitzky, Trainer des MTV Groß Lafferde II

„Für uns ist es auf jeden Fall ein Punktgewinn“, atmete Drachen-Spielertrainer Tobias Brümmer nach dem Schlusspfiff tief durch. Ganz anders sah das Stimmungsbild im Lafferder Lager aus. „Wenn ihr vorne so hektisch spielt und die Bälle wegschmeißt, dürft ihr euch nicht wundern“, ging Lafferdes Coach Michael Nechanitzky hart mit seinen unzufrieden vom Feld schleichenden Akteuren ins Gericht, die in den letzten knapp acht Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung vergeigt hatten.

Mögliche Aufholjagd der Drachen sieht nach roter Karte aussichtslos aus

Nur die kühnsten Optimisten gaben vielleicht noch einen Pfifferling auf die Drachen, als sie vier Minuten vor dem Ende mit drei Treffern Rückstand durch die rote Karte gegen Nils Zakravsky in Unterzahl gerieten. Doch offensichtlich wähnten sich die Lafferder mit dieser Situation auf der sicheren Seite, was ihnen zum Verhängnis wurde. Jan Körber verkürzte zunächst, dann egalisierte der gut aufgelegte Marius Schröder mit zwei Toren in Folge. 18 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Jonas Waschke mit seinem achten Treffer die Lafferder wieder auf die Siegerstraße warf. Doch die Abwehr war noch gar nicht wieder formiert, da schüttete Stefan Hagemeier die kalte Dusche über die Gäste.

„Von der kämpferischen Einstellung her war es heute unser bestes Saisonspiel. Wir haben von Außen zu viele Tore kassiert, aber das hat Lafferde auch ziemlich gut gegen uns gemacht. Immer, wenn wir mit Druck in die Räume gegangen sind, kamen wir auch zu den Abschlüssen“, lobte Tobias Brümmer, der mit neun Treffern maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Drachen überhaupt im Spiel geblieben waren.

MTV Groß Lafferde II entwickelt zu wenig Gefahr aus dem Rückraum

Lafferdes Trainer Michael Nechanitzky ärgerte sich gewaltig. „Wir haben ein schweres Spiel erwartet, aber ich wollte hier schon zwei Punkte mitnehmen. Wir haben aber nicht die Vorgaben umgesetzt, zu wenig Gefahr aus dem Rückraum ausgestrahlt und am Ende einfach nicht die Ruhe bewahrt, sondern zu dumm agiert.“ Denn sein Team war lange das etwas bessere, belohnte sich am Ende nur nicht. Das taten dafür die Drachen, die sich nie aufgaben und mehrere Nackenschläge wegsteckten, wodurch sie sich den Zähler auch verdienten.

SG Zweidorf/Bortfeld: George, Naujoks – Brümmer 9 Tore, Schröder 7, Hagemeier 3, Pullner 3, Hoinza 2, Roske 2, Hasselbach 1, Körber 1, Waltermann 1, Zakravsky 1, Brase, Krail.
MTV Groß Lafferde II: Lempart – Waschke 8, Hansen 7, Krusch 6, Meyer 3, Burgdorff 2, Misch 2, Mohrig 1, Schaper 1, Bode, Kolle, Ranwig, Wittenberg