Lengede. Der Fußball-Landesligist spielt beim MTV Wolfenbüttel 54 Minuten lang in Überzahl und zieht daraus keinerlei Kapital.

Das war nichts, SV Lengede! Der Fußball-Landesligist kassierte am Freitagabend im Dauerregen eine 0:4 (0:2)-Abfuhr beim MTV Wolfenbüttel. Für die Platzherren war es der vierte Zu-Null-Sieg in Folge, durch den sie ihren Platz in der Spitzengruppe festigten. Der SVL dümpelt dagegen weiter im Tabellenmittelfeld herum. Der 4:0-Sieg für die Lessingstädter ist umso erstaunlicher, da der MTV ab Minute 20 für 54 Minuten in Unterzahl spielte. Die Lengeder schlugen daraus aber keinerlei Kapital.

SV Lengede gerät in Wolfenbüttel früh ins Hintertreffen

Die Partie eröffneten die sofort hellwachen Wolfenbütteler mit zwei Paukenschlägen, andersherum gab es für die Lengeder zwei frühe kalte Duschen. In der 3. Minute servierte Jonas KlöppeltNils Göwecke eine Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld maßgerecht auf den Kopf. Göwecke nickte den Ball ein – das 1:0, der Dosenöffner für den MTV. Eine Minute später verdoppelten die Hausherren ihren Vorsprung: Nach einem katastrophalen Abwurf von Lengedes Keeper Patrick Makiela vor die Füße von Hannes Joppich landete der Ball über Linus Queißer bei Andre Linek, der vor dem Kasten noch einmal aufzog, Makiela ins Leere schickte und locker zum 2:0 einschob.

Die Lengeder konnten froh sein, dass sie in den ersten zehn Minuten nicht schon komplett unter die Räder gerieten. Der MTV spielte auf dem durch den stetig fallenden Regen seifigen Untergrund Hochgeschwindigkeits-Fußball, der die behäbige Lengeder Hintermannschaft komplett überforderte. Nur gut für die Gäste, dass Linus Queißer nach einem Lengeder Patzer einen Schritt zu spät kam (9.), und dass der MTV-Torjäger in der 10. Minute zurückgepfiffen wurde – Abseits!

Rote Karte sorgt für Diskussionen

In der 20. Minute drohte die Partie zu kippen: Nachdem Queißer eine Großchance aufs 3:0 vergeben hatte, konterte der SVL. MTV-Innenverteidiger Ludwig Vollbrecht ging ins Laufduell mit Lengedes Michele Fassa. Vollbrechts kurzen Griff an Fassas Schulter ahndete Schiedsrichter Florian Hiller als Notbremse – Rot für den Wolfenbütteler! „Rot muss man nicht geben“, sagte Vollbrecht auf dem Weg in die Kabine. „Wir waren beide voll im Zweikampf drin.“

Die Partie bekam in der Folge eine andere Statik. MTV-Trainer Deniz Dogan wechselte taktisch, nahm den Ex-Lengeder Yannick Könnecker runter und brachte mit Blerian Halimi einen neuen Innenverteidiger. Eins blieb jedoch offensichtlich: Die Wolfenbütteler behielten auch in Unterzahl ihre Tempovorteile. Dennoch hätten die Gäste kurz vor dem Pausenpfiff verkürzen können, als Maximilian Meinecke aufs MTV-Tor zusteuerte, Schlussmann Direnc Güven baute sich aber vor dem Lengeder auf und verhinderte in der 44. Minute das 1:2 aus Sicht des SVL.

Wir haben die ersten zehn Minuten komplett verschlafen. Da fangen wir uns auf unerklärliche Weise die Gegentore.
SVL-Trainer Dennis Kleinschmidt

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt. Die Lengeder agierten ideenlos und uninspiriert, der MTV blieb dagegen in Ballbesitz stets torgefährlich. Nach Steffen Suckels Kopfball nach einer Ecke (59.) verstummte der MTV-Jubel noch, doch Lineks mit dem 3:0 veredeltes Solo (73.) sowie Queißers Kopfballtreffer zum 4:0 nach Julio Rodrigues‘ Maßflanke (76.), sorgten für klare Verhältnisse. Zu diesem Zeitpunkt waren auch die Gäste nur noch zu zehnt, da Laurenz Ebrechts hartes Einsteigen gegen Joppich ebenfalls Rot nach sich gezogen hatte (74.). „Wir haben die ersten zehn Minuten komplett verschlafen“, konstatierte SVL-Trainer Dennis Kleinschmidt. „Da fangen wir uns auf unerklärliche Weise die Gegentore.“

Am Dienstag geht es für die Lengeder weiter. Eigentlich sollte der SVL ab 14 Uhr beim FC Türk Gücü Helmstedt antreten, doch nun einigten sich die Verantwortlichen auf einen Heimrechttausch, die Partie findet somit auf dem Lengeder Kunstrasenplatz statt.

SV Lengede: Makiela – Lemke, Ebrecht, Probst, Karger (78. Bahlo) – Franke (62. Pampuch) – Ibe (59. Chehab), Mustapha, Toprak (59. Kocak) – Meinecke (80. Kaba), Fassa.

Tore: 1:0 Göwecke (3.), 2:0, 3:0 Linek (4., 74.), 4:0 Queißer (77.).