Handball-Oberliga

24:27 – Jahn-Frauen verzweifeln an sich selbst

| Lesedauer: 3 Minuten
Für Denise Lächelt (Mitte) und ihre Peiner Teamkolleginnen gab es vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit kaum ein Durchkommen in der Wolfsburger Abwehrreihe.  

Für Denise Lächelt (Mitte) und ihre Peiner Teamkolleginnen gab es vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit kaum ein Durchkommen in der Wolfsburger Abwehrreihe.  

Foto: Henrik Bode / regios24

Peine.  Ihre schwache Chancenverwertung wird den Peinerinnen gegen den VfL Wolfsburg im ersten Heimspiel der Saison zum Verhängnis.

Da war mehr drin, MTV Vater Jahn Peine! Etwas mehr Konsequenz und Konzentration im Torabschluss, ein paar Fehler weniger im Passspiel – schon wäre die 24:27 (12:14)-Niederlage im ersten Oberliga-Heimspiel der Jahn-Handballerinnen gegen Drittliga-Absteiger VfL Wolfsburg wohl vermieden worden.

Starker Auftakt des MTV Vater Jahn Peine mündet „nur“ in einem 2:0

„Ich habe ein Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe gesehen“, sagte Peines Co-Trainer Christopher Fock. Damit meinte der 36-Jährige aber keinesfalls die ersten vier Minuten. Denn in denen überrannten die Peinerinnen den VfL regelrecht. In der Abwehr legten die Jahn-Frauen eine brutale Laufintensität hin und schlossen konsequent jede Lücke, in die die Wolfsburgerinnen stoßen wollten. Die Folge waren mehrere Ballgewinne. Und wer weiß, was passiert wäre, hätte es in Minute 4 nicht nur 2:0, sondern gar 5:0 für die Gastgeberinnen gestanden. Denn dieser Start war möglich. Doch erst wurde Nele Krucks Siebenmeter die Beute der starken VfL-Torfrau Celina Friede, dann spielten die Peinerinnen zwei Tempogegenstöße nicht sauber zu Ende. Dass VfL-Trainer Christoph Geis in Minute 4 seine erste Auszeit nahm, sprach Bände.

Passive Peiner Abwehr führt zu einfachen Gegentoren

Die extreme Intensität des Peiner Spiels ließ Mitte der ersten Halbzeit nach. „Man kann das nicht 60 Minuten lang so spielen“, konstatierte Fock. Etwas zupackender hätte sich der Coach seine Mädels in einigen Phasen aber doch gewünscht. Mitunter durften die Wolfsburgerinnen zu viel schalten und walten. Die Peinerinnen standen in der Abwehr zu passiv – und fingen sich deshalb unnötige Gegentore. Mitte der ersten Halbzeit war Wolfsburg gleichauf, und die Gäste blieben es auch.

Zehn Minuten vor dem Ende kommt die Peiner Abschlussschwäche zurück

„Leider gab es diese paar Minuten der Trägheit nach der Pause, die uns ein besseres Ergebnis gekostet haben“. Fock spielte auf jene Phase an, in der die Gäste all zu leicht zu ihren Toren kamen. Die Jahn-Abwehr griff bei zweiten Bällen nicht mehr beherzt genug zu. Die Wolfsburgerinnen kamen zudem zu vielen freien Würfen, während sich die Gastgeberinnen ihre Toraktionen hart und kräftezehrend erarbeiten mussten. Der 13:18-Rückstand (39.) war die logische Folge. Doch Focks Team wehrte sich, es drehte noch einmal auf. Nach zwei Heber-Toren von Katharina Bartels binnen 40 Sekunden, stand es plötzlich nur noch 20:21 (49.). Doch dann kam sie zurück: die Abschlussschwäche. Die Peinerinnen verzweifelten an VfL-Torfrau Friede – und ein Stück weit auch an sich selbst. Die Gäste setzten sich auf 24:21 ab (53.) und zehrten in den Schlussminuten von diesem Polster.

MTV: Kilsbach – Neumann, Bartels 4, Fust, Rühling, A. Bergmann, Bührig 4, Bleyer 4, Kruck 7, Müller 2, Lächelt 3, H. Bergmann.

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