Großes Verständnis für Einschränkungen beim RFV Königslutter

Königslutter.  Reiten: Die Mitglieder des RFV Königslutter gehen hervorragend mit den derzeitigen Einschränkungen um.

Das große Sommerturnier steigt von heute bis Sonntag beim RFV Königslutter 

Das große Sommerturnier steigt von heute bis Sonntag beim RFV Königslutter 

Foto: RFV Königslutter

Fußbälle und Tennisschläger ließen sich während der strikten Kontakteinschränkungen problemlos im Schrank verstauen ­– ganz anders sah es mit Pferden aus. Wie sich die Krise auf ihren RFV Königslutter ausgewirkt hat und wie gut die Vereinsmitglieder mit der Ausnahmesituation umgehen, berichtet die Pressewartin Anja Dilling.

Am Anfang der Krise ging es aus RFV-Sicht ganz schnell: Am 13. März wurde erst die Jahreshauptversammlung des Vereins abgesagt – und am 17. März war dann auch schon der Sportbetrieb untersagt. Doch kompletter Stillstand war schlichtweg unmöglich: „Als Reiter beziehungsweise Pferdebesitzer mussten wir aus tierschutzrechtlichen Gründen die Bewegung der Pferde sicherstellen“, erklärt die RFV-Pressewartin.

Es ging also mit einer Art Notbetrieb weiter, um das Tierwohl sicherzustellen – alles unter Berücksichtigung der vorgegebenen Einschränkungen: Nur vier Reiter durften gleichzeitig auf der Anlage sein und mussten den Mindestabstand von zwei Metern wahren.

Natürlich waren auch alle Aufenthaltsräume geschlossen, und grundsätzlich galt: Es durften nur so viele Personen wie unbedingt notwendig auf dem Gelände sein. Zusätzlich wurden beim RFV Listen ausgehängt, in denen sich jeder Reiter mit Uhrzeit und Namen einzutragen hatte.

Dieses Konzept war dann auch die Basis, auf der am 6. Mai – zu dem Zeitpunkt gestattete das Land Niedersachsen wieder Sport im Freien unter strikten Vorgaben – aufgesetzt wurde. Allerdings passte der RFV die Maßnahmen etwas an: „Von uns wurden Verantwortliche ernannt, die die Anwesenheitslisten für die Stunden führen“, erzählt Dilling. Weiterhin dürfen nur vier Reiter gleichzeitig auf den Platz – und erst wenn eine Gruppe raus geritten ist, darf die nächste Gruppe einreiten.

„Alle diese Einschränkungen werden von unseren Mitgliedern super eingehalten. Die Eintragungen erfolgen gewissenhaft, und die Reitlehrer achten ebenso genau auf die Einhaltung der Vorschriften“, hebt Anja Dilling hervor. Kein Mitglied habe sich bislang über die Zustände negativ geäußert, dem Verein wird viel Verständnis entgegengebracht. „Dafür müssen wir uns sehr bedanken!“

Die neue Trainings-Normalität funktioniert also gut – beziehungsweise so gut es eben unter den momentanen Umständen geht. Aber die Folgen auf das Vereinsleben bleiben einschneidend: Vorstandssitzungen blieben aus, „und der Arbeitsdienst zur Pflege der Anlage ist auch nicht möglich“, erzählt Anja Dilling. Das heißt dann im Umkehrschluss: Nach Aufhebung der Beschränkungen wird der Verein auf seiner Reitanlage – gerade im Außenbereich – viel Pflegearbeiten leisten müssen.

Auch was Veranstaltungen betrifft, sind die Auswirkungen groß: Beispielsweise entfiel das traditionelle Anreiten. „Was den Verein aber mit am stärksten trifft, ist die Absage unseres großen Reitturnieres im Juli“, führt die Pressewartin aus. Die Entscheidung zur Absage habe man früh, aber auch mit einer Portion Wehmut getroffen. „Eine schöne Veranstaltung, auch für die Stadt Königslutter, wird nun nicht stattfinden können.“

Die Hoffnung ist, zumindest eine interne sportliche Veranstaltung durchführen zu können, sobald es wieder erlaubt und – mit entsprechenden Vorgaben – sicher ist. Bis dahin bemühen sich die Reiterinnen und Reiter weiter so gut wie möglich durch diese besondere Zeit zu kommen. Auf eines werden sie aber wohl noch länger verzichten müsse: „Was wir am meisten vermissen, ist das gemütliche, persönliche Beisammensein mit den anderen Mitgliedern“, schließt Dilling – und spricht aus, wonach sich wohl alle Vereinssportlern derzeit sehnen.

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