DTB kürt Braunschweiger Daniel Höppner zum Trainer des Jahres

Braunschweig.  Offenes Ohr, auch nach Feierabend: Daniel Höppner wird von seinem Klub BTHC vorgeschlagen und als einer der Jüngsten vom Tennisverband ausgezeichnet.

„Leidenschaft ist meine größte Stärke“: Daniel Höppner, hier als Spieler für die BTHC-Männer, ist vom Deutschen Tennisbund zum „Vereinstrainer des Jahres“ gekürt worden.

„Leidenschaft ist meine größte Stärke“: Daniel Höppner, hier als Spieler für die BTHC-Männer, ist vom Deutschen Tennisbund zum „Vereinstrainer des Jahres“ gekürt worden.

Foto: axel Grüner

Als Tennisspieler ist Daniel Höppner nach wie vor die Nummer eins des Männerteams im BTHC und national einer der besten Akteure in der Altersklasse 30. Auch als Coach hat er sich in der Region längst einen Namen gemacht und wurde dafür nun belohnt. Der Deutsche Tennisbund ernannte ihn zum Vereinstrainer des Jahres. Dieser Titel wird seit 2004 vergeben. Das Ziel des DTB: Der Beitrag der Klubtrainer vor allem zur Förderung des Breitensports soll belohnt werden.

Der gebürtige Braunschweiger ist mit 37 Jahren einer der jüngsten Titelträger überhaupt. Voriges Jahr wurde beispielsweise der damals 75-jährige gebürtige Kroate Zeljko Tomazic aus Filderstadt ausgezeichnet. „Als ich den Anruf bekommen habe, war ich natürlich überrascht. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung. Dadurch wird die tägliche Arbeit auf eine ganz besondere Weise gewürdigt. Das ist natürlich toll und erfüllt mich auch mit Stolz“, sagt Höppner, der sich laut DTB gegen namhafte Konkurrenten behauptete.

BTHC-Mitglied: „Daniel nimmt sich immer Zeit“

Vorgeschlagen würde Höppner von Carmen Rücker zunächst für die Auszeichnung zum Landestrainer des Jahres. Doch dann wurde es eine Nummer größer. Denn der NTV leitete die Nominierung weiter an den DTB. „Ich habe Daniel nominiert, um Danke zu sagen für alles, was über seine Trainertätigkeit hinausgeht“, sagt die Spielerin der BTHC-Frauen 40. Damit meint sie beispielsweise Turnierreisen, die Organisation eigener Leistungsklassen-Turniere und vor allem das offene Ohr, auch nach Feierabend. „Daniel nimmt sich immer Zeit, selbst nach eigenen Punktspielen“, verdeutlicht sie das Engagement des Familienvaters.

Der Braunschweiger schlug auch Weltranglistenspieler

Ins Trainergeschäft stieg Höppner früh ein, als sein Fokus noch auf dem eigenen Spiel lag. Höppner besiegte in seiner Karriere mehrere Weltranglistenspieler. Der am höchsten Platzierte stand damals auf Rang 190. Im Doppel gelang ihm auf der Anlage im Bürgerpark beim ATP-Turnier 2004 mit Philipp Schünemann ein Erfolg gegen die spätere Nummer 18 der Welt (2011), Florian Meyer, der mit Bastian Grönefeld auflief. Der Durchbruch zum Vollprofi gelang Höppner letztlich aber nicht.

Seit 2008 ist er geprüfter B-Trainer und steht inzwischen meist sechs Tage die Woche mehrere Stunden auf dem Platz. „Dadurch, dass ich meinen Job liebe und einfach gerne auf dem Tennisplatz bin, verbringe ich natürlich auch viel Zeit mit dem Sport. Meine Tage sind meistens sehr lang, aber das ist auch völlig in Ordnung so“, erklärt Höppner.

Ein Tennis-Trainer für alle Leistungsklassen

Vom ambitionierten Leistungsspieler bis zu Spielern aller Altersklassen deckt Höppner den Bedarf als ein wichtiges Puzzleteil im BTHC-Trainerteam ab. Dabei kann er sich sehr gut auf jedes Level einstellen. Denn als grundlegende Trainingsphilosophie nennt er die Leidenschaft: „Um ein guter und erfolgreicher Trainer zu sein, musst du den Sport und deine Arbeit einfach lieben. Ich würde sagen, dass die Leidenschaft meine größte Stärke ist und ich die Menschen damit anstecken kann.“

Angefangen hat er im Alter von acht Jahren beim TSV Denstorf. Höppner ist inzwischen mehr als 20 Jahre im BTHC. „Damals war ich der Jüngste, inzwischen bin ich der Älteste im Team“, muss er ein wenig schmunzeln, wenn er auf die Meldeliste blickt.

Wegen Corona: Trophäe gibts erstmal virtuell

Die Regionalliga-Zeiten sind allerdings vorbei. Die Männer spielen drei Klassen darunter in der Landesliga. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Höppner ist außergewöhnlich fit und möchte das junge Team als Spieltrainer noch einige Saisons anführen.

„Wir sind froh, dass Daniel den Verein so toll repräsentiert“, sagt Abteilungsleiter Ralf Hinrichs. Die Ehrentafel wurde Höppner wegen der Pandemie noch nicht überreicht. Das soll bald nachgeholt werden. Immerhin war auf Abstand ein Kameramann des DTB in seinem Training und bei Höppner privat zu Besuch. Auf der Webseite des Tennis-Bundes soll in Kürze ein Video darüber erscheinen.

Ob die Trainer-des-Jahres-Trophäe dann im BTHC oder in den eigenen vier Wänden einen Platz erhalten soll, darüber hat sich Höppner noch keine Gedanken gemacht. Erst einmal muss die Übergabe überhaupt klappen.

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