Bitterer Verzicht für FC Rautheim im Jubiläumsjahr

Braunschweig.  Der Verein sagt sein internationales Pfingstjugendturnier im Jahr des 100-jährigen Bestehens wegen der Krisensituation ab.

Die Fußball-Herrenmannschaft des FC Rautheim aus dem Jahr 1925.

Die Fußball-Herrenmannschaft des FC Rautheim aus dem Jahr 1925.

Foto: FC Rautheim

Für den FC Rautheim ist es ein besonderes Jahr. Der Klub wird im Herbst 100 Jahre alt. Die Freundschaft zu den französischen Vereinen Union Sportive de Bouillargues und Club Olympique de Cachan besteht seit 50 Jahren. Mit diesen und weiteren Mannschaften aus dem Ausland feiert der FC Rautheim mit der Internationalen Jugendbegegnung alle zwei Jahre ein multikulturelles Turnierwochenende. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr bleiben die Gäste zu Hause. Wegen des Coronavirus sagten die Verantwortlichen die Veranstaltung nun frühzeitig ab.

„Wir mussten eine Entscheidung treffen. Die Kosten würden sonst weiter in die Höhe schnellen“, sagt Vorstandsmitglied Helge Ahlborn. Plakate und Programmhefte hätten bald in Druck gehen müssen. Die Gäste hätten ihre Anreise planen und Busse chartern müssen – angesichts der aktuellen Situation undenkbar. Fast zeitgleich zur Rautheimer Absage kam eine Absage der Mannschaft aus Swetlogorsk in Weißrussland. „Viele unserer Freunde hätten uns gerne gratuliert. Aber es geht einfach nicht“, meint Ahlborn, der ebenso bedauert, dass der als Ehrengast angesagte Ministerpräsident Stephan Weil nun nicht nach Rautheim kommen wird.

Das Turnier in den Herbst zu verschieben, würde ebenfalls keine Sicherheit bieten und ist ferienbedingt nicht möglich. Insofern entfällt die Jugendbegegnung in diesem Jahr ersatzlos. Nun hofft der Verein, dass zumindest die Partie einer Rautheimer Auswahl gegen die Traditionsmannschaft von Werder Bremen im August stattfinden kann. Und auch beim Rautheimer Volksfest im September steht der Verein zusammen mit zwei weiteren in der Hauptverantwortung.

Abgesehen von den Auswirkungen des Coronavirus auf die Jubiläumsveranstaltungen geht es dem Klub aber gut. Mit mehr als 600 Mitgliedern ist der FC der größte Verein des Stadtteils. „Es waren schon einmal mehr. Aber der Boom im Bereich Kinderturnen und Jugendfußball durch frühere Neubaugebiete ist erstmal vorbei“, sagt Jörg Witt. Der Vorsitzende erwartet durch das neue Baugebiet Heinrich der Löwe eine erneute Eintrittswelle.

Tragende Säule des Klubs ist mit Abstand die Fußballabteilung. Derzeit hat der FC Rautheim 15 Mannschaften gemeldet, im Jugendbereich kooperiert er mit dem TV Mascherode. Aushängeschild ist die erste Herrenmannschaft, die in der Kreisliga noch mit um den Aufstieg kämpfen könnte – wenn die Saison denn überhaupt fortgesetzt wird. Und auch einen Star hat der Verein einst hervorgebracht: Bernd Buchheister spielte in der Jugend in Rautheim, bevor er für die damalige Summe von 10.000 D-Mark zur Eintracht wechselte und dort als Profi Karriere machte.

Sorge bereitet derzeit nur die Infrastruktur. Der 2013 in Betrieb genommene Kunstrasenplatz hat die Trainingsbedingungen zwar deutlich verbessert. Und auch das Sportheim ist erst vor kurzem neu verpachtet worden. Aber: Der Rasenplatz ist nicht mit Flutlicht ausgestattet, eines der beiden Hauptgebäude verfällt zusehens, und die kleine Schulsporthalle im Ort bietet nur wenig Platz.

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