Braunschweiger tritt bei WM für Extrem-Hindernislauf an

Braunschweig.  Der Braunschweiger Jan-Philip Dieckmann startet am Wochenende in London bei der WM im Extrem-Hindernislauf.

Jan-Philip Dieckmann beim Spartan Race in Berlin

Jan-Philip Dieckmann beim Spartan Race in Berlin

Foto: Privat

Heute geht es für Jan-Philip Dieckmann los, mit dem Flugzeug rüber auf die britische Insel nach London. Nach der Ankunft noch ein bisschen Regeneration, kohlenhydratreiche Ernährung und vor allem eine gute Mütze Schlaf. Früh zu Bett gehen – das hat sich der junge Braunschweiger vorgenommen, obwohl er in einer der aufregendsten Städte der Welt zu Gast ist.

Aber der 28-Jährige ist weder auf Party- noch auf Einkaufstour in der britischen Hauptstadt. Dieckmann will deshalb gut ausgeschlafen sein, weil er sich für das Wochenende einiges vorgenommen hat. Er geht nämlich bei der WM im Extrem-Hindernislauf an den Start – eine Aufgabe, die es in sich hat. 76 Hindernisse müssen Dieckmann und die anderen Starter auf einer Strecke von 15 Kilometern überwinden – Kletterwände, Container oder Wasserläufe hinter sich lassen. Organisatoren solcher Läufe denken sich aber auch immer einige kreative Hürden aus. So bekam es Dieckmann zuletzt unter anderem mit brennenden Holzscheiten zu tun oder musste wie ein Soldat unter einem Stacheldraht durchrobben.

Und das alles mit möglichst wenig Verzögerung, denn beim Treffen der Elite im Extremhindernislauf ist jede Sekunde kostbar. Vor allem, wenn man so hohe Ziele hat wie Dieckmann. „Vor einem Jahr war ich in der Altersklasse 25-29 Fünfter, diesmal trete ich an, um zu gewinnen“, sagt der Braunschweiger, auch wenn er weiß, wie schwierig das wird. Aber pünktlich vor seinem Saisonhöhepunkt gaben die letzten Eindrücke Grund zum Optimismus. Zum einen konnte er beim Spartan Race in Berlin, einem der zahlreichen Vorbereitungs- und Qualifizierungsrennen für die WM, die Langdistanz (21 Kilometer, 35 Hindernisse) gewinnen. „Und außerdem habe ich zuletzt meine Bestzeit im Laufen über zehn Kilometer um eine Minute verbessert“, sagt Dieckmann. Das stimmt ihn positiv, dass er in London mit den Besten mithalten kann. „Es gibt bestimmt zehn Athleten, die alle Chancen aufs Podium haben. Die Tagesform ist sicherlich entscheidend“, meint er. Da er seine Stärken aber bei der Überwindung von Hangel-Hindernissen sieht, von denen es in London vergleichsweise viele gibt, rechnet er sich schon Chancen in seiner Altersklasse aus. Mit einem Platz auf dem Podest wäre er zufrieden, aber die Goldmedaille ist und bleibt natürlich das Ziel.

In den vergangenen drei Monaten hat der Braunschweiger intensiv auf die WM hingearbeitet. „Ich habe mich in Hannover einer Leistungsdiagnostik unterzogen, meinen Trainingsplan daraufhin angepasst und speziell das Laufen geübt“, berichtet er. Das machte sich in der Verbesserung der Bestzeit bemerkbar, und da Dieckmann seine sonstigen Trainingseinheiten wie in der Boulderhalle fortsetzte, fühlt er sich gut gerüstet für die Titelkämpfe. Am Freitag startet er zur Einstimmung über die Kurzstrecke (3 Kilometer), richtig Ernst wird es für ihn am Samstag über die lange Distanz.

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