Silke Harenbergs Abschieds-Tour im Weltcup

Braunschweig  Silke Harenberg ist wieder da! Eine letzte Saison hat sich die über Jahre hinweg so erfolgreiche Quadrathletin vorgenommen.

Silke Harenberg holte 2009 Bronze bei der Sprint-EM in Köln. Archivfoto

Silke Harenberg holte 2009 Bronze bei der Sprint-EM in Köln. Archivfoto

Bevor sie im vergangenen Jahr Mutter geworden ist, hatte die inzwischen 44-Jährige in ihrem extrem anstrengenden Ausdauersport mit Laufen, Kanufahren, Radfahren und Schwimmen fast alles gewonnen, was es national und international zu gewinnen gibt. Doch diesmal geht es nicht nur darum, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Silke Harenberg will es genießen, ihren extremsportlichen Lebensabschnitt abzuschließen.

„Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es etwas gibt, das wichtiger ist als Training und Wettkampf. Doch Yannik hat mir gezeigt, dass es so etwas gibt“, sagt die Braunschweigerin und meint ihren kleinen Sohn.

„Für mich war immer klar gewesen, dass ich nur eine Pause machen wollte vom Sport. Aber dann habe ich gemerkt: Es klappt nicht. Man kann nicht Mutter sein und Leistungssport betreiben, ohne dass etwas oder jemand darunter leidet. Letztlich ist es ein Zeitproblem.“

Und so schloss sie einen Kompromiss, stellte ihr Training um und übte das, was am wenigsten Aufwand machte – Training für Kurzstrecken-Quadrathlons. Doch selbst die haben es in sich. Üblich sind Strecken mit 1000 Meter Schwimmen, 5000 Meter Kanu, 25 Kilometer Rad und 5000 Meter Laufen. Wenn es gut läuft, benötigt Silke Harenberg dafür weniger als zwei Stunden im Wettkampf. „Ich fühle mich gar nicht so schlecht. Im Training klappt das ganz gut“, hat sie festgestellt.

Vor der Trainingsumstellung hat ihr der erste Weltcuplauf des Jahres noch größere Probleme bereitet. Auf Ibiza wurde die Braunschweigerin zwar Dritte, „doch schon weit abgeschlagen. Da war ich ganz schön enttäuscht“.

Am Samstag im tschechischen Tyn soll aber alles besser werden. Schließlich rechnet sich Harenberg in ihrer Abschlusssaison etwas aus für die Gesamt-Weltcupwertung. Die hat sie in ihrer Karriere schon fünfmal gewonnen.

Vier Rennen gehen in die Wertung ein, egal, ob Kurz-, Mittel- oder Langdistanzen. Wer mehr als vier Rennen läuft, sucht sich für die Gesamtwertung seine vier besten Ergebnisse aus. Dieser Luxus bleibt Harenberg dieses Jahr aber verwehrt. Ihr Plan: „Ich mache nur vier Rennen, und dann muss man sehen, wofür es reicht.“

Da heißt es Daumendrücken für die Athletin, die nicht nur erfolgreich, sondern auch beliebt ist und schon fünfmal die Wahl zu Braunschweigs Sportlerin des Jahres gewonnen hat. Neben den Weltcup-Gesamtsiegen zwischen 2003 und 2009 feierte Silke Harenberg ihre größten Erfolge mit der deutschen Mannschaft. So wurde sie Team-Weltmeisterin 2006 und Team-Europameisterin 2007.

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