Braunschweig. Die Basketball Löwen Braunschweig beenden ihre Pleitenserie – dank eines überragenden Spielmachers und trotz widriger Umstände.

Es wurde auch mal wieder Zeit. Am Mittwochabend konnten die Basketball Löwen Braunschweig gleich zwei Serien beenden. Durch ihren 80:76 (40:46)-Erfolg in Bonn kappten die Bundesliga-Basketballer aus der Löwenstadt die vier Spiele andauernde Erfolgssträhne der Baskets in der Liga. Viel wichtiger aber noch: Sie beendeten ihren eigenen Negativ-Lauf. Zuvor hatte es für die Braunschweiger nämlich ebenso viele Pleiten hintereinander gegeben.

Topscorer TJ Crockett fehlt – Kapitän Martin Peterka verletzt sich am Knie

Dabei standen die Vorzeichen für die Mannschaft von Trainer Jesús Ramírez alles andere als gut. Schon die Trainingswoche sei wegen einiger Krankheiten und kleinerer Verletzungen nicht optimal verlaufen, hatte der Spanier im Vorfeld verraten. Beim amtierenden Champions-League-Sieger hatte er nun einen Ausfall zu verkraften. Und nicht irgendeinen. Ausgerechnet TJ Crockett musste spontan wegen einer Knöchelverletzung passen. Der US-Amerikaner ist mit 16,6 Punkten pro Spiel Topscorer der Löwen. Gerade im erst zehn Tage zurückliegenden Hinspiel gegen Bonn hatte Crockett sein zuvor etwas verloren gegangenes Wurfgefühl wieder gefunden – und bei der 94:102-Niederlage der Braunschweiger 24 Zähler markiert.

Und dann musste Martin Peterka nach einem Zusammenprall mit Bonns Sam Griesel im zweiten Viertel auch noch am Knie behandelt werden. Der Kapitän kam zwar noch einmal zurück, konnte auf die Partie aber keinen Einfluss mehr nehmen.

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Ahmaad Rorie übernimmt

Aber manchmal ergeben sich durch solche Ausfälle auch positive Wendungen. Eine Jetzt-erst-recht-Einstellung etwa. Oder eben eine Chance für andere Akteure, in die Bresche zu springen. Und als die Frage aufkam, wer die offensive Verantwortung übernehmen soll, hob Ahmaad Rorie selbstbewusst die Hand. Der Spielmacher hatte in den Vorwochen ein Leistungstal durchschritten. „Ich habe nicht so gespielt, wie ich spielen wollte. Ich war nicht im Rhythmus“, sagte Rorie nach der Partie.

Spiel Highlights zu Basketball Löwen Braunschweig - Telekom Baskets Bonn 16-9

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    Irgendwo auf der Fahrt in die ehemalige Bundeshauptstadt aber hatte der US-Amerikaner seine Form wieder ausgebuddelt. Der Point Guard dirigierte das Spiel souverän. Er erzielte mit 27 Punkten eine Saisonbestleistung, verteilte dazu fünf Vorlagen und traf beinahe 70 Prozent seiner Würfe. Überragend.

    Basketball Löwen Braunschweig ziehen richtige Schlüsse

    Ohnehin aber haben Ramírez und sein Team genau die richtigen Schlüsse aus der Heimpleite vor ein paar Tagen gezogen. Da hatten die Löwen mehr als 100 Punkte kassiert. Die Überaggressivität, die Ramírez bemängelt hatte, haben seine Schützlinge abgelegt. Und auch auf die Angriffsvarianten der Gastgeber fanden die Löwen nach und nach Antworten.

    Rorie war es freilich aber, der die Partie mit einem Dreier und zwei Freiwürfen in der Schlussminute entschied. Und dennoch: Es war ein Teamsieg. Viele Löwen hatten ihre Phasen, in denen sie entscheidend dazu beitrugen. Sie wechselten sich in der Verantwortung ab, wenn man so will. So traf Ferdinand Zylka ein paar wichtige Würfe, Barra Njie brachte in der entscheidenden Phase durch seine Intensität einen wichtigen Schub, Amar Sylla hatte starke Defensivsequenzen und Sananda Fru angelte sich den wohl entscheidenden Rebound.

    Offensivrebounds bereiten Kopfzerbrechen

    Aber apropos Rebounds: Wenn sich die Braunschweiger bei der gelungenen Revanche etwas ankreiden lassen müssen, dann ist es das mangelhafte Ergebnis bei den gefangenen Abprallern am eigenen Brett. Satte 18 Offensivrebounds erlaubten sie den Bonnern – und damit immer wieder zweite, dritte, teilweise vierte Wurfchancen.

    Aber sei’s drum: Der Triumph war hochverdient. Und das Erfolgserlebnis wird den Löwen guttun. Zum einen, weil der Vorsprung auf die Abstiegszone nun wieder etwas größer ist – und der Weg zu den Play-In-Rängen dagegen etwas kürzer. Zum anderen, weil die Braunschweiger einen Sieg mit Blick auf den straffen Spielplan gut gebrauchen konnten. Das gibt Selbstvertrauen. Denn schon am Sonntag (17 Uhr) steht in Rostock die nächste Auswärtsaufgabe an.