96:78 – Basketball Löwen Braunschweig schlagen Rasta Vechta

Braunschweig.  Vor den Augen von Dennis Schröder überzeugten die Basketball Löwen mit starkem Teambasketball. Luc van Slooten markierte eine Karriere-Bestleistung.

Kostja Mushidi (am Ball) erzielte gegen Rasta Vechta 18 Punkte.

Kostja Mushidi (am Ball) erzielte gegen Rasta Vechta 18 Punkte.

Foto: Darius Simka / regios24

Als zufriedener Basketball-Trainer hat Pete Stobl am Samstagabend die VW-Halle verlassen. Nicht nur, weil seine Löwen zuvor mit einem deutlichen 96:78 (44:46) gegen Rasta Vechta den ersten Sieg der Bundesliga-Saison eingefahren hatten. Sondern wohl auch deshalb, weil seine Mannschaft eindrucksvoll bewiesen hatte, dass sie in der Lage ist, Trainingsinhalte und Vorgaben ihres Trainers auf der BBL-Bühne umzusetzen. Zumindest in der zweiten Halbzeit spielten die Löwen fast exakt so, wie sich Strobl das vorgestellt hatte.

„Wir müssen den Ball gut bewegen, er darf nicht stoppen“, hatte der 42-jährige Basketball-Lehrer vor der Partie gefordert. Am Wochenende zuvor in Göttingen hatten sich seine Schützlinge noch zu sehr in Eins-gegen-eins-Situationen verrannt. Nun gab die Mannschaft die richtige Antwort. Gegen Vechta funktionierte das Teamspiel, davon zeugten exzellente Wurfquoten und satte 27 Assists. In Göttingen hatten die Statistiker gerade mal zehn Anspiele zum Korberfolg gezählt.

Erste Halbzeit unsicher, nach der Pause bravourös

In der ersten Halbzeit war indes noch keineswegs absehbar, dass die Löwen die Vechta-Partie so klar gewinnen würden. Zehnmal wechselte vor der Pause die Führung, die Gäste nutzten vor allem unter dem Korb die Lücken, die sich auch wegen der Foulprobleme der Löwen-Center Gavin Schilling und Martin Peterka auftaten. Auch wenn vorne bereits einiges funktionierte bei den Löwen – in der Verteidigung waren sie nicht immer auf der Höhe.

Dieses Bild änderte sich nach der Pause fundamental. „Wenn wir gute Defense spielen, kommen wir auch in unsere Offense“, betonte Löwen-Guard Kostja Mushidi (18 Punkte) im Anschluss an die Partie: „Das ist der Schlüssel für unseren Rhythmus.“ Tatsächlich zogen die Gastgeber die defensiven Stellschrauben an. So gelang es ihnen etwa, die langen Vechtaer Brettspieler Dennis Clifford und Will Voorhees vom Korb fernzuhalten. Mit begeisternden Einzelaktionen wie dem spektakulären Block von Löwen-Youngster Luc van Slooten gegen Vorhees (23. Minute, beim Stand von 46:50) pushten sie sich zusätzlich – und starteten einen 12:0-Lauf. Das dritte Viertel ging mit 29:14 an die Löwen, die folglich mit 13 Punkten Vorsprung (73:60) in den Schlussabschnitt starteten.

Der erwähnte Van Slooten half aber nicht nur hinten. Wie ein Routinier schenkte der Jungspund dem Klub, von dem er im Sommer an die Oker gewechselt war, fünf Dreier ein. „Ich habe ihm auf der Bank gesagt: ‘Ich bin stolz auf dich, Junge!’“, verriet Mushidi, der selbst mit der Halbzeitsirene noch einen psychologisch wichtigen Dreier getroffen und dann maßgeblichen Anteil am berauschenden dritten Viertel hatte. Und Mushidi sparte nicht an Lob für den deutschen Junioren-Nationalspieler: „Mit 18 Jahren so in ein wichtiges Spiel reinzugehen, 15 Punkte aufzulegen und auch nach einem Airball einfach weiter zu werfen: Das sind Qualitäten, die einen Spieler mit Potenzial ausmachen.“

Lukas Meisner wird Topscorer, Strobl ist zuversichtlich

Van Slooten war nicht der einzige Löwe, der überraschte. Lukas Meisner , der in den ersten vier Pflichtspielen noch nach seiner Treffsicherheit gesucht hatte und offensiv insgesamt wenig eingebunden gewesen war, kam endlich aus seinem Leistungsloch und wurde mit ebenfalls fünf getroffenen Dreiern und 19 Punkten Topscorer der Partie. „Ich glaube, dass er eine sehr gute Saison spielen wird“, sah Strobl in dem guten Auftritt des gebürtigen Braunschweigers und Neu-Nationalspielers noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Und dann war da ja noch Bryon Allen. Eigentlich eine Punktemaschine, präsentierte sich der US-Guard diesmal ausgesprochen uneigennützig. So glückten ihm zwar nur sieben Zähler, doch seine zwölf Assists bedeuten in der noch jungen Saison einen Liga-Höchstwert. Das Kuriose: In den beiden BBL-Partien zuvor hatte Allen nicht ein einziges Mal einen Kollegen mit einer Vorlage gefüttert. „Bryon hat das Spiel gelesen und versucht, das Beste für seine Mitspieler zu machen“, kommentierte Coach Strobl die erstaunliche Metamorphose seines Offensiv-Dynamos, die sinnbildlich war für die Wandlung des Löwen-Spiels.

Im Schlussviertel ließen die Braunschweiger, bei denen Karim Jallow erneut als Antreiber gefiel, nichts mehr anbrennen. Mit Schnellangriffen überrannten sie ihren Gegner regelrecht, sehr zum Gefallen von Löwen-Gesellschafter Dennis Schröder in der fast menschenleeren VW-Halle. Und auch Strobl war rundum zufrieden und „stolz, dass meine Mannschaft mit Leidenschaft und Kampfgeist gespielt hat – und als Mannschaft!“

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Löwen-Punkte: Lukas Meisner 19, Kostja Mushidi 18, Karim Jallow 18, Luc van Slooten 15, Gavin Schilling 10, Bryon Allen 7 (12 Assists), James Robinson 7, Bazou Koné 2, Martin Peterka, Lukas Wank.

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