Ex-Kapitän Mittmann ist neuer Löwen-Geschäftsführer

Braunschweig.  Der ehemalige Braunschweiger Basketballprofi kehrt in seine Heimatstadt zurück und beerbt Oliver Braun als Geschäftsführer und Sportdirektor.

Ex-Profi Nils Mittmann ist inzwischen 41 Jahre alt und freut sich riesig auf den nächsten Karriereschritt an alter Wirkungsstätte in seiner Heimatstadt.

Ex-Profi Nils Mittmann ist inzwischen 41 Jahre alt und freut sich riesig auf den nächsten Karriereschritt an alter Wirkungsstätte in seiner Heimatstadt.

Foto: Verein

Als Nils Mittmann 2012/13 seine letzte Saison als Kapitän der Braunschweiger Basketballer spielte, hatte er einen jungen, sehr selbstbewussten, sehr anspruchsvollen Durchstarter im Team. Und der ist nun sein neuer Chef: Löwen-Gesellschafter Dennis Schröder bleibt seiner Linie treu, Mitstreiter mit einem gewissen Identifikationsfaktor nach Braunschweig zurückzuholen und hat Mittmann als neuen Geschäftsführer und Sportdirektor verpflichtet.

Schröder: „Der richtige Mann für die Zukunft“

„Nils ist ein Gesicht des Braunschweiger Basketballs, wir haben bereits zusammen auf dem Parkett gestanden und uns schon damals sehr gut verstanden“, begründet Schröder seine Wahl. „Ich habe ihn nicht nur als Mitspieler, sondern auch als Menschen immer sehr geschätzt und bin mir sicher, dass er der richtige Mann für unsere Zukunft ist.“

Als Sportdirektor gut vernetzt

Nach dem Abschied von Oliver Braun übernimmt der gebürtige Braunschweiger Mittmann ebenfalls eine Doppelrolle. In die großen Geschäftsführer-Fußstapfen mit Führungs- und Verwaltungsaufgaben muss der 41-Jährige erst noch hineinwachsen. Für die Sportdirektoren-Rolle dürfte er schon recht gut vernetzt sein. Zuletzt war er als Spieleragent tätig, und hatte zuvor als Bundesligaprofi auch in Ulm, Würzburg, Ludwigsburg und Tübingen viele Programme kennengelernt und jeweils als Teamkapitän das Vorangehen und die Außendarstellung sehr gut beherrscht.

Berufserfahrung in Vertrieb und Marketing

Nach seiner 14-jährigen BBL-Karriere war der Diplom-Sportmanager ab 2014 zunächst in Ulm, der Heimat seiner Frau, Verkaufsleiter eines Onlinemarketing-Unternehmens. Anfang 2019 wechselte er für einige Zeit zum Ulmer BBL-Team, wo er weitere Berufserfahrung im Vertrieb und Marketing sammelte.

Nun ist Mittmann Feuer und Flamme, an alter Wirkungsstätte den nächsten Karriereschritt zu gehen. „Zuerst gilt mein Dank natürlich Dennis, dass er mir die Chance gibt, in dieser Rolle die Zukunft der Löwen mitgestalten zu dürfen“, sagt er. „Ich freue mich riesig auf die neue Aufgabe und meine Rückkehr nach Braunschweig.“

Seit Sommer bei den Löwen im Gespräch

Schon im Juni war angedacht gewesen, dass Mittmann bei den Löwen einsteigt, damals noch an der Seite Brauns. Das ließ sich nicht realisieren, und nun übernimmt der Jüngere gleich die gesamte Verantwortung. „Ich freue mich für ihn, dass es jetzt klappt“, wünscht auch Braun seinem ehemaligen Teamkapitän gutes Gelingen und kündigt alle nötige Hilfe bei der Übergabe der Geschäfte an.

Calin hat beide für den Basketball entdeckt

„Nils und ich haben die gleichen Visionen und identische Ziele“, begründet Dennis Schröder seine Wahl weiter. „Und er ist jung und hungrig, so wie unsere Mannschaft und die Organisation an sich.“ Auch Mittmann betont die gleiche Wellenlänge mit dem NBA-Star, der wie er einst von Trainer Liviu Calin für den Basketball entdeckt wurde, Schröder beim Zocken im Prinzenpark, Mittmann bei einem Schulturnier.

Gemeinsame Vision mit Schröder

„Ich denke, die große Stärke des Klubs liegt in seiner Fähigkeit, erstklassige Spieler hervorzubringen. Das wurde in der Vergangenheit, insbesondere jüngst mit Daniel Theis und Dennis Schröder, aber zum Beispiel auch mit Jungs wie Robin Amaize, Dennis Nawrocki oder auch Howard Sant-Roos immer wieder bewiesen“, erinnert Mittmann an den einstigen Markenkern der Löwen, den Schröder nun durch die Ausrichtung auf deutsche Profis und Investitionen in den Unterbau wieder beleben will.

„Diese Spielerentwicklung ist zentraler Bestandteil der von Dennis angesprochenen gemeinsamen Vision“, sagt Mittmann. „Das ist ein meiner Meinung nach ein lohnender, identitätsstiftender Weg, auf dem wir alle Mitarbeiter, Fans, Spieler, Partner, Förderer und die lokale Politik mitnehmen möchten.“

KOMMENTAR: Sympathische Lösung

Von Ute Berndt

Nils Mittmann als neuer Löwen-Geschäftsführer ist eine sympathische und vielversprechende Wahl. Zwar wird er sich als Novize in diesem Amt erst einarbeiten müssen und hat noch nicht die Expertise und das Standing seines Vorgängers Oliver Braun.

Doch ist auch er, wie die Löwen zu Recht betonen, ein „Gesicht des Braunschweiger Basketballs“ und hat somit erstmal nach innen wie nach außen einen enormen Start-Vorteil.

Schon als Teamkapitän hatte Mittmann den Standort exzellent vertreten, wortgewandt, intelligent, charmant, aber auch meinungsstark. Unvergessen ist seine scharfe Kritik an der Abmeldung der Nachwuchsmannschaft aus der ProB. Nun ist er selbst am Ruder und kann zusammen mit Ex-Mitspieler Dennis Schröder den propagierten „identitätsstiftenden Weg“ gestalten.

Und wenn Alleingesellschafter Schröder nun wirklich, wie versprochen, einen Aufsichtsrat mit gewissen Kompetenzen installiert, könnten bald drei authentische Gesichter des Braunschweiger Basketballs wieder vereint sein und den Standort nach vorne bringen: Der NBA-Profi als Chef und Geldgeber, der erfahrene Braun als fachkundiger Aufsichtsrats-Vize und Kontaktmann zu den Sponsoren und der aufstrebende Mittmann, der sich zielstrebig in die Geschäftsführer-Aufgaben einarbeiten wird und dabei seinen Vorgänger jederzeit um Rat fragen kann.

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