Kommentar zu Brauns Abgang: Heftiger Rückschlag für die Löwen

Braunschweig.  Der zu Volkswagen zurückgekehrte Geschäftsführer war ein Gewährsmann für die Sponsoren.

Geschäftsführer und Sportdirektor Oliver Braun ist von den Basketball Löwen zu Volkswagen zurückgekehrt und hinterlässt eine riesige Lücke.

Geschäftsführer und Sportdirektor Oliver Braun ist von den Basketball Löwen zu Volkswagen zurückgekehrt und hinterlässt eine riesige Lücke.

Foto: Christoph Matthies / cm

Als Oliver Braun im Juli bei den Löwen antrat, war das ein rundherum positives Signal nicht nur an die Basketballfans, sondern auch die Wirtschaft in der Region. Der Betriebswirt hatte den Standort bereits in seiner ersten siebenjährigen Amtszeit strukturell wie sportlich enorm entwickelt.

Nach dem Bruch zwischen den alten Vereinsverantwortlichen und Anteilseigner Dennis Schröder im Frühjahr 2020, der mit der Übernahme der kompletten GmbH durch den Braunschweiger NBA-Star endete, war Braun als Geschäftsführer und Sportchef eine Art Konstante und Zukunftsversprechen zugleich.

Bei allen Zweifeln die man haben konnte, ob der Klasse-Basketballer Schröder plötzlich nebenher und aus der Ferne ein mittelständisches Unternehmen lenken kann – Braun mit seiner Erfahrung, seinem Netzwerk, seinem sportlichen Know-How war der Garant dafür, dass in Braunschweig alles gut und richtig läuft.

Er genoss das Vertrauen aller Seiten, er war der Gewährsmann für die Sponsoren direkt, aber auch für all jene Sympathisanten aus dem Umfeld des Erstligisten, die mit Verweis auf seine Person auf die Suche nach neuen Partnern gegangen waren.

Der Weggang Brauns ist also ganz unabhängig von der Person seines Nachfolgers ein richtig schwerer Rückschlag für den Standort.

Dazu kommt der denkbar schlechte Zeitpunkt für einen Wechsel. Der neue Geschäftsführer und Sportdirektor muss sich erst einarbeiten. Und das in einer Phase direkt zum Saisonstart, in der die Erstligisten durch die Corona-Pandemie und das Zuschauerverbot in Existenzkrisen gestoßen wurden und oft tagesaktuelle Entscheidungen von großer Tragweite zu treffen sind.

Was zuversichtlich stimmen kann, ist die Tatsache, dass die Mitglieder des alten Aufsichtsrates sowie Braun bereit stehen, um in einem neuen Aufsichtsrat Mitverantwortung zu übernehmen. Es wird also nicht alles zusammenbrechen bei den Löwen.

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