Basketballer hoffen Dienstag auf Okay der Politik für Neustart

Braunschweig.  Löwen-Kapitän Thomas Klepeisz bereitet sich mit Ulm auf das Play-off-Turnier der BBL vor, spricht über seinen Wechsel und Rückenwind aus Braunschweig.

Ob er das Löwen-Trikot nochmal tragen wird? Er teste jetzt ein paar Wochen in Ulm, ob er auch mal für einen anderen Klub spielen wolle, sagt Braunschweigs Kapitän Thomas Klepeisz.

Ob er das Löwen-Trikot nochmal tragen wird? Er teste jetzt ein paar Wochen in Ulm, ob er auch mal für einen anderen Klub spielen wolle, sagt Braunschweigs Kapitän Thomas Klepeisz.

Foto: SoulClap Media / oh

Die vielen netten Worte aus Braunschweig bedeuten ihm viel, sagt Thomas Klepeisz. Nicht nur, dass die Basketball Löwen ihrem bisherigen Kapitän für seinen Wechsel nach Ulm keine Steine in den Weg gelegt hatten. „Es haben sich auch viele Fans gemeldet mit positiven Reaktionen“, berichtet der österreichische Nationalspieler. „Sie haben mir Glück gewünscht und gesagt, dass sie das erste Mal einer anderen Bundesligamannschaft die Daumen drücken.“

Für jene drei Wochen zumindest, die das Meisterschaftsturnier der BBL in München dauern soll, und für die Klepeisz nun bei den Süddeutschen unterschrieben hat, nachdem seine Löwen die Teilnahme abgesagt hatten. So wird auch er, wie die gesamte Ligaorganisation und die Klubs, am Dienstag gebannt auf die Nachrichten aus der bayerischen Landeshauptstadt warten, wo das Kabinett tagt und über die Erlaubnis für die Saisonfortsetzung der Basketballer befinden soll.

Drei Wochen Komplett-Quarantäne

Der recht reibungslose Ablauf im Fußball am Wochenende stimmt die Korbjäger zusätzlich optimistisch. Zumal ihr Hygienekonzept mit einer dreiwöchigen Komplett-Quarantäne aller zehn Teams während des Spielbetriebs in einem Münchener Hotel ja noch weitgehender ist als das der DFL. Im Detail habe er sich noch nicht damit beschäftigt, was dabei auf ihn zukomme, sagt Klepeisz, hat aber schon vom Fußball gelernt: „Ich werde nicht Zahnpasta einkaufen gehen.“ Die Entscheidung will er ohne Verbissenheit abwarten. „Die Politik wird die richtige Entscheidung treffen, und wenn wir nicht spielen dürfen, müssen wir das auch akzeptieren.“

Am Freitag war er mit Freundin Verena in Ulm angekommen, hatte eine Spielerwohnung bezogen und ist nach einem Corona-Test inzwischen ins individuelle Training eingestiegen. „Ich fand Ulm immer schon einen interessanten Verein, weil die international spielen und ihre Arena eine der besten Adressen der Liga ist“, begründet er seine Wahl und verrät, es habe auch Interesse anderer Klubs gegeben.

Test einer Alternative zu Braunschweig

Und so macht der 28-Jährige auf Nachfrage kein Hehl daraus, dass er sich mit diesem Wechsel auch nach einer Alternative zu einer Vertragsverlängerung in Braunschweig umschaut, die ihm ja bislang aus finanziellen Gründen auch noch nicht angeboten wurde. „Ich sehe das Turnier mit Ulm als Möglichkeit zu sehen, wie andere arbeiten und ob ich mir vorstellen könnte, auch in einem anderen Verein zu spielen“, bekennt Klepeisz, der in seiner Karriere bislang nur für seinen Heimatklub Güssing und dann vier Saisons für die Löwen aufgelaufen war.

Wie die Chancen stehen, mit den Ulmern – bei der Saisonunterbrechung im März auf Platz zehn – nun sogar noch richtig in den Titelkampf einzugreifen, kann der Österreicher schwer einschätzen. „Wichtig ist mir vor allem, wieder Basketball zu spielen“, betont er. „Denn man weiß ja noch gar nicht, wann die nächste Spielzeit anfangen kann.“

Belastung ist kein Problem mehr

Eine Gelegenheit, zu der ihm neben den Braunschweiger Fans auch die Löwen-Teamkollegen beglückwünscht haben. Schon als sich das Angebot ergab, habe er sich mit Karim Jallow und Scott Eatherton beraten, verrät Klepeisz. „Die fanden das cool und okay.“ Er hätte sich auch wunderbar vorstellen können, im Duo mit Kumpel Eatherton das Play-off-Turnier aufzumischen. Doch der Amerikaner, der bislang in Braunschweig wohnen geblieben ist, bevorzuge nach der Geburt seines zweiten Sohnes erstmal das Familienleben.

Und so stürzte sich der Löwen-Kapitän allein in die Vorbereitung auf den kuriosen Saisonabschluss. Voller Tatendrang studierte er Videos mit den Partien seiner neuen Ulmer Kollegen. Seine Bedenken wegen einer erhöhten Verletzungsgefahr bei der Saisonfortsetzung hätten sich zerstreut, sagt er. Zum einen sei der Spielplan doch nicht so eng getaktet wie befürchtet, zum anderen gebe es noch genügend Trainingszeit. „Ich hatte jetzt schon zweieinhalb Wochen Vorbereitung und bin auf einem Fitnesslevel, das mir erlaubt, in drei Wochen Basketballspiele zu machen“, erzählt Klepeisz optimistisch.

Gesundheitsämter müssen Training erlauben

Sagt die Politik am Dienstag Ja zum Basketball, warten die Mannschaften als erstes auf das Okay der örtlichen Gesundheitsämter zum Einstieg ins Teamtraining in eigener Halle, bevor es im Juni ins Münchener Quarantänehotel geht. Klepeisz kann es kaum erwarten, die neue Herausforderung im orangenen Ulmer Trikot richtig anzupacken. Als Publikumsliebling der VW-Halle denkt er aber auch noch an die Braunschweiger Fans: „Ich hoffe, die finden es gut, das Turnier im Fernsehen anzugucken und haben noch ein bisschen Spaß mit Basketball.“

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