Gegen gute Freunde gewinnen . . .

Finnland-Connection sorgt für Besonderheiten beim Basketballduell der Braunschweiger gegen Weißenfels

Aufpassen unter dem Korb: Mikko Noopila (links) und Co. müssen heute vor allem Wendell Alexis unter Kontrolle bekommen.   

Aufpassen unter dem Korb: Mikko Noopila (links) und Co. müssen heute vor allem Wendell Alexis unter Kontrolle bekommen.   

Foto: Flentje

BRAUNSCHWEIG. Als "Spion" Henrik Dettmann am Sonntag den Vip-Raum der VW-Halle verließ, wärmten reichlich gute Zukunftswünsche der Braunschweiger Basketballszene sein Herz. Die Einschränkung seiner alten Mitstreiter allerdings wollte der Trainer des Mitteldeutschen BC nicht hören: Er solle immer siegen – nur nicht am Samstag gegen das BS-Energy-Team. "Gegen gute Freunde zu gewinnen, ist immer am schönsten", antwortete der Finne.

Der in der Löwenstadt als Retter nach der Metabox-Pleite verehrte einstige Interimscoach und Ex-Bundestrainer steht mit seinem neu formierten Vereinsteam unter Druck. Die Weißenfelser haben trotz ihrer spektakulären Verstärkungen mit dem ehemaligen Alba-Star Wendell Alexis und den Nationalspielern Steven Arigbabu und Misan Nikagbatse ihre Bundesligaspiele verloren und sind aus dem Pokalwettbewerb ausgeschieden. Und heute zieht das Team für die Partie gegen Braunschweig (19.30 Uhr) in die 6000 Zuschauer fassende Arena Leipzig um, was neue große Erwartungen schürt.

Ein weiteres Verbindungsglied zwischen den Kontrahenten ist Jussi Hirvonen. Der finnische Athletiktrainer der Löwenstädter macht seit dieser Saison auch die Weißenfelser fit. Dettmann hatte seinen Landsmann wie auch Scalabroni einst nach Braunschweig gelotst, jetzt hat er ihn selbst engagiert, und nun teilen sich die beiden Klubs die Reisekosten für den Spezialisten, der den Spielern Athletik-Trainingsprogramme maßschneidert.

Vergangene Woche wurde Hirvonen von den Braunschweigern eingeflogen, fuhr nach dem Bamberg-Spiel mit Dettmann zu den Weißenfelsern, die er diese Woche betreute und die sein Rückflugticket zahlen. Das heutige Duell seiner Schützlinge will er als neutraler Beobachter verfolgen. "Ich mache meinen Job und unterstütze alle Spieler. Das bessere Team soll dann gewinnen."

Braunschweigs Trainer Ken Scalabroni hofft natürlich, dass dies seine Mannschaft ist. Die Hauptdarsteller des Abends haben keinen Anlass zu Sentimentalitäten, zwischen den Spielern bestehen keine besonderen Verbindungen. "Ich möchte, dass wir endlich mal vom Anfang bis zum Ende gut spielen", fordert Scalabroni eine konstantere Leistung als in den ersten drei Spielen, in denen Weltklassebasketball von schwachen Phasen abgelöst wurde.

Der Coach hat großen Respekt vor den Weißenfelsern. "Sie haben nicht so schlecht gespielt und nur knapp verloren. Wenn der Knoten erstmal platzt, werden sie schwer zu stoppen sein." Damit das nicht heute passiert, muss sein Team vor allem MBC-Star Alexis einigermaßen unter Kontrolle bringen. Der 39-Jährige führt mit 28 Punkten im Schnitt die Ligastatistik an.

Scalabroni steht seinem Freund Dettmann nur in der Bundesliga erstmals als Kontrahent gegenüber. "Früher in Finnland war das schon häufiger Fall", berichtet er. Damals hatte der Finne stets das erfolgreichere Team. Doch heute will der Braunschweiger den Spieß umdrehen. Es soll ja am schönsten sein, gegen gute Freunde zu gewinnen.

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