Peter Vollmann: „Wir suchen den Spieler, der uns sofort hilft“

Braunschweig.  Eintracht Braunschweigs Sport-Geschäftsführer verhandelt mit möglichen Neuzugängen. Wechselt ein Sommerneuzugang zurück in Liga drei?

Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann führt derzeit viele Gespräche. Er hofft, bald bei einem weiteren Transfer Vollzug melden zu können.

Eintrachts Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann führt derzeit viele Gespräche. Er hofft, bald bei einem weiteren Transfer Vollzug melden zu können.

Foto: imago/foto2press

Bei der 1:3-Niederlage gegen Erzgebirge Aue am Sonntag schossen die Zweitliga- Fußballer von Eintracht Braunschweig öfter aufs Tor als der Gegner, sie gewannen mehr Zweikämpfe, erkämpften mehr Ecken. Sie spielten weniger Fehlpässe und liefen seltener ins Abseits. Betrachtet man die Anfangsphasen beider Durchgänge, so lässt sich feststellen, dass Eintrachts Spiel nach vorne ligatauglich geworden ist. Der Systemwechsel hat dem Team von Cheftrainer Daniel Meyer gut getan. Er ist von seinem ursprünglichen Plan abgewichen, besetzt die Außenbahnen seit ein paar Spielen doppelt, wovon einzelne Spieler wie Fabio Kaufmann profitieren. Das 1:0-Führungstor der Löwen war mustergültig herausgespielt. Es wirkte beinahe einstudiert. Und dennoch reichte es nicht, um gegen abgebrühte Sachsen Zählbares in die Löwenstadt mitzubringen. Dennoch sagt Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann: „Wir tun gut daran, negative und positive Aspekte zu unterscheiden.“

Offensive holt auf, Eintrachts Defensive hinkt hinterher

Während sich die Offensive ans Zweitliga-Niveau herangetastet hat, hinkt das gesamte Team beim Defensivverhalten immer noch hinterher. In Aue offenbarten sich bei allen drei Gegentoren unerklärliche Defizite. Beim 1:1 durch U21-Nationalspieler Florian Krüger und beim 1:3 durch Pascal Testroet war die Eintracht abermals überfordert mit dem Verteidigen einer Standardsituation. Beide Treffer fielen nach dem selben Muster. Zum allem Überfluss eines, auf das Trainer Meyer im Training hingewiesen hatte. Bei Aues Führungstreffer ließen sich die Braunschweiger auskontern, waren völlig entblößt und in der Rückwärtsbewegung behäbig. Das ausgerechnet Robin Ziegele, der den Ball zuvor in des Gegners Hälfte verloren hatte, jener war, der hinten in den Zweikampf mit Torschütze Krüger gegangen war, spricht Bände. „Wir sind da in der Restverteidigung nicht gut positioniert. Andernfalls wäre der Konter mit einem einfachen Foul früh zu unterbinden gewesen“, glaubt Vollmann.

Meyer kritisiert erneut das Defensivverhalten der Eintracht

Das kollektive Verteidigen, das gegenseitige Absichern - Meyer sensibilisiert dafür seit Wochen. Und scheinbar ohne Erfolg. „Die Frustration darüber, wie das 2:1 entsteht, ist unglaublich hoch. Dass wir das erste Gegentor nach einem Standard kassieren, kann passieren. Dass das dritte Tor aus genau der selben Situation fällt, definitiv nicht“, analysierte Meyer, dessen Mannschaft nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit große Defizite in der Torverteidigung und in Umschaltsituationen nach Ballverlust offenbarte. Dass in Liga zwei Fehler härter bestraft werden, dass man sich in dieser Situation Siege auch mal ermauern muss, sollte jedem klar sein. Doch es scheint so, als wäre manch ein Spieler schlicht überfordert oder zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Kein Wunder also, dass ein verärgerter Daniel Meyer personelle Konsequenzen ankündigte. Vollmann will die drastischen Worte seines Trainers aber nicht zu hoch hängen. „Ich gestehe ihm das zu, direkt nach dem Spiel emotional zu sein“, sagte der Sportchef. Die Analyse am Montag sei anders ausgefallen. „Wir haben im Spiel im offenen Feld auf Augenhöhe agiert. Mit zwei echten Sechsern zu spielen, hat uns gut getan. Aber alle Gegentore resultierten aus Fehlern und waren vermeidbar“, sagt Vollmann, der weiter auf der Suche nach Verstärkungen ist.

Neuzugänge: Noch ist bei Eintracht Braunschweig nichts spruchreif

Noch in dieser Woche will er bestenfalls einen weiteren Neuzugang präsentieren . Noch ist aber nichts spruchreif. „Wir können nicht in jedes Regal greifen. Das war im Sommer so. Und das ist auch jetzt so. Wir suchen den Spieler, der uns sofort hilft“, sagt Vollmann. Mit Brian Behrendt hofft er, einen dieser Spieler bereits gefunden zu haben. Und er geht davon aus, dass der 29-Jährige, der von Arminia Bielefeld nach Braunschweig wechselte, gegen Düsseldorf am Montag spielen wird. Wenn erwartungsgemäß ein weiterer Defensivspieler zur Eintracht stoßen sollte, könnte es für den ein oder anderen Verteidiger eng werden. Waldhof Mannheim arbeitet offenbar an einer Rückkehr von Michael Schultz. Der Verteidiger, der im Sommer ablösefrei nach Braunschweig gewechselt war, hatte nach solidem Start einige unglückliche Auftritte und wurde seither nur sporadisch eingesetzt. Sogar ein Gespräch mit Waldhof-Trainer Patrick Glöckner soll bereits stattgefunden haben. Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Eintracht-Geschäftsführer Vollmann jedoch: „Mit den Spielern, die wenig Einsatzzeiten haben und die uns verlassen dürfen, haben wir gesprochen.“ Schultz gehöre aber nicht zu den Kandidaten.

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