Jan Hochscheidt: Meyers Stil hat gut zu mir gepasst

Braunschweig  Sonntag trifft Hochscheidt mit Erzgebirge Aue auf seinen alten Verein Eintracht Braunschweig. Vorab sprach er über den Abstieg und Eintrachts Trainer.

Jan Hochscheidt wechselte 2018 nach Aue (Archivbild).

Jan Hochscheidt wechselte 2018 nach Aue (Archivbild).

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Profi-Fußballer Jan Hochscheidt spielte fünf Jahre für Eintracht Braunschweig. Er avancierte in dieser Zeit zum Derby-Helden in der Bundesliga, kehrte 2017 beinahe ins Oberhaus zurück und erlebte mit dem Abstieg 2018 eine der bittersten Stunden seiner Karriere. Am Sonntag kommt es im Spiel zwischen Erzgebirge Aue und Braunschweig (13.30 Uhr/Sky) zum Wiedersehen.

Jan Hochscheidt, am Sonntag kommt es erstmals seit Ihrem Abgang aus Braunschweig im Sommer 2018 zum Wiedersehen mit der Eintracht. Inwiefern ist dieses Spiel besonders für Sie? Die Trennung war damals nicht so glücklich mit dem Abstieg in die dritte Liga. Vieles war leider durcheinander. Dennoch habe ich noch immer Kontakt zu vielen Angestellten von damals. Es ist für mich schon ein besonderes Spiel.

Seit diesem Sommer ist die Eintracht zurück in der 2. Fußball-Bundesliga. Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf Ihres ehemaligen Vereins? Von außen betrachtet gab es gefühlt Schwankungen. Aber die Eintracht hat ja viele Spiele gedreht, zum Teil super Leistungen gezeigt - zum Beispiel im Pokal. Ich glaube, dass die Konstanz in der Mannschaft vielleicht noch nicht so da ist. Aber in der Tabelle ist alles sehr nah beieinander. Jeder kann jeden schlagen. Das sieht man Woche für Woche. Für alle Mannschaften, die unten drinstehen, ist das ein positives Signal. Für alle Teams im Mittelfeld ist das eher etwas alarmierend. In diesem Jahr kann alles passieren.

Ihr Team Erzgebirge Aue hat bislang 19 Punkte gesammelt und steht auf Platz sechs der Tabelle. Fühlen Sie sich sicher damit, oder sehen Sie sich und ihr Team nach wie vor im Abstiegskampf? Platz sechs ist natürlich eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht! Wir haben 19 Punkte, es hätten aber noch mehr oder weniger sein können. Aufgrund der Situation mit Corona müssen wir mit allem rechnen und versuchen, relativ schnell Punkte zu sammeln, damit wir genug Abstand zum Relegationsplatz haben oder diesen im Idealfall noch weiter ausbauen. Der 14. ist gerade mal drei Punkte hinter uns. Das ist nichts.

Die Eintracht steht nur einen Punkt über dem Relegationsplatz. Wo sehen Sie die Stärken der Braunschweiger? Und was ist den Löwen zuzutrauen? Das Mittelfeld ist super aufgestellt. Die zentrale Achse passt. So hatte sie Daniel Meyer damals auch hier in Aue aufgebaut. Bei uns kennen viele Spieler den Braunschweiger Trainer noch gut. Er steht für Ballbesitz- Fußball. Wenn Eintracht die kleinen Fehler abstellt, wird sie ganz schnell mehr Punkte holen. Aber gerade das ist der Unterschied zur dritten Liga. Individuelle Fehler werden mehr bestraft.

In 39 Spielen unter Daniel Meyer in Aue haben Sie 10 Tore geschossen. Was zeichnet ihn als Trainer aus? Und warum hat Ihre Zusammenarbeit so gut funktioniert? Ich glaube, gerade nach der Geburt meines zweiten Sohnes habe ich eine gewisse Leichtigkeit entwickelt. Das Training hat für mich dann gut gepasst. Der Athletiktrainer Marc Lorius hat mich noch einmal einen Schritt nach vorn gebracht. Die neuen Inputs haben mir gutgetan. Das war eine gute Mischung. Und Daniel Meyers ballbesitzorientierter Stil hat dann auch gut zu mir gepasst.

Hat es Ihnen geholfen, dass Sie in Aue wieder auf Ihrer angestammten Position eingesetzt wurden? In Braunschweig hat Sie Torsten Lieberknecht in unterschiedlichen Rollen spielen lassen. Es hat in Aue damals auch seine Zeit gebraucht. Aber irgendwann war es dann ein Trumpf von uns, dass wir eingespielt waren und von Spieltag zu Spieltag nur auf wenigen Positionen Eins-zu-Eins gewechselt haben. In Braunschweig war das im Abstiegsjahr anders. Wir hatten viele Verletzte, vor allem auf der Außenbahn. Es musste rotiert werden. Da kam vieles zusammen, auch andere Spieler mussten aushelfen. Das war eine schwierige Situation - nicht nur für mich.

Jetzt kommt es zum Duell zwischen Aue und Braunschweig. Und auf beiden Seiten stehen sich viele alte Bekannte gegenüber. Was bedeutet das für dieses Aufeinandertreffen? Und mit was für einem Spiel rechnen Sie? Ich glaube, Daniel Meyer und Spieler wie Dominik Wydra oder Fabio Kaufmann wollen etwas beweisen gegen ihren Ex-Verein . Dome und Fabio sind Stammspieler in Braunschweig, während sie bei uns ein bisschen hinten dran waren. Natürlich will man es gegen die alten Kollegen oder gegen den Ex-Verein immer zeigen. Das wird auch bei Steve Breitkreuz und Louis Samson so sein. Und für mich, der fünf Jahre in Braunschweig war, ist es natürlich auch etwas ganz Besonderes. Kurz vor dem Aufstieg, als die Mannschaft in Zwickau gespielt hat, habe ich die Jungs im Hotel besucht und nochmal Hallo gesagt. Der Kontakt ist also weiter vorhanden.

2. Fußball-Bundesliga, 14. Spieltag: Samstag, 13 Uhr: Heidenheim – Nürnberg, Bochum – Darmstadt, Würzburg – Karlsruhe; Sonntag, 13.30 Uhr: Hamburger SV – Regensburg, Hannover – Sandhausen, Aue – Braunschweig, Fürth – St. Pauli, Kiel – Osnabrück; Montag, 20.30 Uhr: Düsseldorf – Paderborn.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (3)