Eintracht Braunschweig: Vollmann rechnet erst 2021 mit Transfers

Braunschweig  Eintracht Geschäftsführer Sport Peter Vollmann gibt Einblicke in die Kaderplanung. Er hofft auch, dass ein Langzeitverletzter endlich durchstartet

Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann fordert von Eintracht Braunschweigs Trainerteam eine stabilere Defensivarbeit.

Sport-Geschäftsführer Peter Vollmann fordert von Eintracht Braunschweigs Trainerteam eine stabilere Defensivarbeit.

Foto: Simka/regios24

Während Eintracht Braunschweigs Zweitliga-Fußballer nach dem obligatorischen Corona-Test am Dienstag das Training wiederaufnahmen, führte Peter Vollmann wie so oft dieser Tage ein Telefonat nach dem anderen.

„Es fühlt sich an wie im Sommer“, sagte der Geschäftsführer Sport. Seinerzeit hatte er elf Transfers in kurzer Zeit getätigt, die unterschiedlich gut eingeschlagen sind. Doch nun ist die Zeit noch knapper. Weihnachten fiel beim 63-Jährigen etwas stressiger aus als sonst. Mit dem 29 Jahre alten Verteidiger Brian Behrendt (Vertrag bis 2023) ist der erste Neuzugang bereits gefunden . Doch weitere Einkäufe gestalten sich schwierig. Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, die sportliche Situation und die Konkurrenz machen es den Löwen nicht einfacher, sofortige Verstärkungen zu präsentieren. Behrendt soll so eine sein.

„Er hat in Österreich und in der 2. Bundesliga bewiesen, dass er auf diesem Niveau bestehen kann“, erklärte Vollmann, der mit weiteren Neuen erst nach dem Jahreswechsel rechnet. „Im Moment ist noch nichts spruchreif, aber wir wollen noch einen Defensivspieler holen“, bekräftigt der Sportchef der Eintracht die Wünsche der sportlichen Führung. Ziel sei es, Jannis Nikolaou als zweikampfstarken Spieler eine Reihe weiter nach vorne zu schieben. Behrendt ist dafür ein erstes Puzzleteil. Die anderen werden noch gesucht. Denn der Markt erscheint dieser Tage nervös. Bei einigen interessanten Akteuren stiegen die Forderungen von jetzt auf gleich in unverschämte Höhen.

Vollmann werden zudem täglich unzählige Spieler aus dem Ü30-Segment angeboten. „Aber wir brauchen Spieler, die sofort liefern können. Arbeitslose fallen da schon einmal raus. Experimente, wie wir sie im Sommer in wenigen Fällen gemacht haben, können wir uns nun nicht erlauben“, sagte der Geschäftsführer, der die Spiele und das Abschneiden bis zur Weihnachtspause als durchwachsen bewertet. „Wir haben viele schlechte erste Halbzeiten gespielt und dadurch ein paar bessere Ergebnisse verpasst. Aber wir haben auch gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind“, sagte Vollmann mit einer klaren Forderung an Daniel Meyer und seine Assistenten: „Wir können nicht zufrieden sein, weil wir zu viele Gegentore bekommen haben. Das ist eine Aufgabe, die unser Trainerstab lösen muss.“

Eine Lösung dafür ist die Hilfe von Außen. „Wir versuchen, unsere Defizite in Sachen Zweikampf, Erfahrung und Taktik auch mit den Transfers zu beseitigen“, sagte Vollmann, der wie die Mannschaft und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle wieder in Braunschweig weilt. Bei manchen Transfers müsse man die Kandidaten auch mit den Möglichkeiten vor Ort überzeugen, kurzfristig reagieren. „Alle sind in Bereitschaft, um die Verträge schnell auszugestalten“, erklärte der Sportchef. Aufgrund der DFL-Regularien sind Neuzugänge aber ohnehin erst zum Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am 11. Januar spielberechtigt. Am Sonntag beim FC Erzgebirge Aue (13.30 Uhr/Sky) müssen es zunächst die Spieler richten, die unter anderem gegen Dortmund im Pokal aufgelaufen waren.

Bei der 0:2-Niederlage gegen den Champions-League-Klub sah Vollmann unter anderem ansteigende Form bei Stürmer Suleiman Abdullahi . Der Nigerianer hatte lange wegen einer Knieverletzung ausgesetzt und gegen den BVB erstmals seit seines Ausfalls wieder von Beginn an gespielt. Die wenigen gefährlichen Aktionen der Braunschweiger liefen auch über ihn. Deshalb will Vollmann mit einem Transfer in der Offensive auch ein wenig abwarten. „Wir hoffen, dass sich Manni stabilisiert. Er muss dafür fit sein. Dann kann er uns noch viel Freude bereiten.“

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