Eintracht Braunschweig: Meyer geht den Schritt zurück

Braunschweig.  Weg von vorausschauendem Umschaltspiel mit Risiko, hin zu kompakter Verteidigung. Daniel Meyer schärft bei Eintracht Braunschweig die Sinne.

intracht-Trainer Daniel Meyer hat einen offenen Kampf um die Startelf-Positionen ausgemacht.

intracht-Trainer Daniel Meyer hat einen offenen Kampf um die Startelf-Positionen ausgemacht.

Foto: Darius Simka / regios24

Für Daniel Meyer erwiesen sich die Tage nach der 1:3-Niederlage gegen den Karlsruher SC als richtiger Zeitpunkt, um mal ein wenig auf die Bremse zu treten. Der Cheftrainer von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig wollte nach dem ersten verlorenen Spiel seit dem 0:3 beim SSV Jahn Regensburg Ende Oktober nicht alles infrage stellen.

Stattdessen sorgte der 41-Jährige im Training dafür, dass seine Mannschaft ganz bewusst einen Schritt zurück macht. Was zunächst hanebüchen klingt, ergibt auf den zweiten Blick Sinn. Zu oft waren individuelle Abwehrpatzer zuletzt mit Gegentoren bestraft worden, weil die Absicherung fehlte. Seine Spieler hätten sich häufig schon in die Umschaltbewegung begeben, bevor die Situation richtig bereinigt war. Das soll sich ändern. Und es ist davon auszugehen, dass die Löwen in nächster Zeit etwas mehr auf Sicherheit bedacht sein werden. Doch Meyer weiß auch: „Defensive Stabilität entsteht nicht durch Handauflegen. Wir brauchen die Mentalität, die Aufmerksamkeit.“

Eintracht Braunschweig legt Fokus auf Defensive

Deshalb lag der Fokus in den Trainingseinheiten ganz bewusst auf der Verteidigung. Per Videoanalyse wurden den Spielern viele Szenen gezeigt. Die Profis wurden für eine risikoärmere Positionierung sensibilisiert. „Fehler werden trotzdem noch passieren“, ist dem Trainer bewusst. „Aber wir müssen sie anders ausbügeln.“ Dazu könnten vom Anpfiff an andere Akteure Gelegenheit bekommen, als noch zuletzt. „Wir haben in der ersten Phase der Trainingswoche unterschiedliche Personalkonstellationen ausprobiert. Ich glaube schon, dass die Jungs gerade spüren, dass der Kampf um die Startelfplätze aktuell offener ist“, sagte Meyer.

Angst, dass die veränderte Ausrichtung den Zug zum Tor abschwächen könnte, hat er nicht: „Wir werden zu Chancen kommen, weil wir mittlerweile gute Abläufe entwickelt haben.“ Zuletzt war schließlich weniger der Angriff als die anfällige Defensive das Problem. 17 Gegentore kassierte die Eintracht bislang. Nur der kommende Gegner Darmstadt (18) und Schlusslicht Würzburg (19) weisen in diesem Punkt noch schlechtere Werte auf.

Eintracht Braunschweig: Vorbereitung auf spezielle Darmstädter Abläufe

Insofern sind sie auch bei den Lilien alarmiert, die zuletzt 0:4 gegen Paderborn und 0:3 in Aue unterlagen. Darmstadts Trainer Markus Anfang, der langfristig auf den isländischen Abwehrchef Victor Pálsson verzichten muss, rechnet mit einer Partie mit vielen Kopfballduellen. Sein Gegenüber Meyer glaubt, seine Spieler auf die speziellen Abläufe im Spiel der Hessen vorbereitet zu haben. Ein zäher Fight zweier Ballbesitzmannschaften steht bevor. Wer gewinnt, wischt ein Stück weit die Sorgen in dieser frühen Phase weg. Zeit also, um die Bremse wieder zu lösen.

Darmstadt 98 – Eintracht, Freitag (18.30 Uhr/Sky)

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