Eintracht-Trainer Meyer nach Derby-Pleite: Werden uns steigern

Hannover.  Im Derby gegen Hannover 96 bekommt Eintracht Braunschweig die Grenzen aufgezeigt. Daniel Meyer hatte dafür Erklärungen parat.

Eine Szene mit Symbolcharakter: Eintrachts Führungsspieler Benjamin Kessel liegt am Boden. Hannovers Niklas Hult jubelt über seinen Treffer.

Eine Szene mit Symbolcharakter: Eintrachts Führungsspieler Benjamin Kessel liegt am Boden. Hannovers Niklas Hult jubelt über seinen Treffer.

Foto: Darius Simka / regios24

Sein Derby-Versprechen löste Eintracht Braunschweigs Cheftrainer Daniel Meyer nicht ein. Seine Mannschaft werde vom Anpfiff an da sein, hatte der 41-Jährige vor dem prestigeträchtigen Fußball-Zweitliga-Spiel gegen Hannover 96 gesagt. Doch daraus wurde bei der verdienten 1:4 (0:0)-Niederlage beim Rivalen überhaupt nichts.

Eintracht Braunschweigs erster Torschuss kommt spät

Die Roten zeigten dem Aufsteiger vor 7300 Zuschauern im Niedersachsenstadion von Minute eins an, in der die Löwen eigentlich schon in Rückstand geraten mussten, wer der Herr im Haus ist. „Wir haben schon beim Warmmachen gemerkt, dass die Mannschaft sehr nervös ist“, gab Meyer hinterher zu. Dennoch überstand sie den ersten Durchgang überraschend schadlos. „Mit Glück, Geschick und Einsatz haben wir vieles wegverteidigt“, analysierte der Coach der Löwen, der den ersten zaghaften Torschuss seiner Mannschaft erst in der 43. Minute (!) zu sehen bekam.

Zu diesem Zeitpunkt hätte der gebürtige Hallenser abgesehen von Jannis Nikolaou jeden seiner Akteure vom Platz nehmen können. Es traf dann Stürmer Suleiman Abdullahi, der geplagt von Knieproblemen keinerlei Akzente setzte. Von der Atmosphäre eines Derbys war lange Zeit kaum etwas auf dem Platz zu spüren.

Erst nach dem Seitenwechsel spielten die Blau-Gelben ein bisschen mit – und belohnten sich aus dem Nichts heraus. Einen Flugball nahm Robin Ziegele ungehindert an, passte scharf auf Martin Kobylanski, und der Deutsch-Pole überraschte unter gütiger Mithilfe des Torgestänges 96-Torwart Michael Esser (51.) per Direktabnahme zur Führung.

Der Vorsprung sollte jedoch nicht lange halten, was den Braunschweiger Trainer ärgerte. Im Zentrum, dort wo Meyers Mannschaft eigentlich alles im Griff haben will, offenbarten sich immer wieder Lücken. Die nachgerückten Hannoveraner wurden von Eintrachts Abwehr sträflich ignoriert, so dass Linton Maina (54.), Hendrik Weydandt (71.) und Niklas Hult die Partie mit nahezu baugleichen Treffern zu einem leistungsgerechten 1:3 aus Sicht der Löwen drehten. „Wir sind auseinandergefallen. Das darf uns nicht passieren“, haderte Torschütze und Kapitän Kobylanski.

Daniel Meyer: In der Höhe fühlt es sich schlecht an

Der Japaner Genki Haraguchi, den die zuweilen naiv agierende Eintracht nie in den Griff bekam, setzte dann auch noch den bitteren Schlusspunkt (86.) unter ein Derby, das die Braunschweiger wohl gerne aus der Historie tilgen würden. „In der Höhe fühlt es sich schlecht an“, sagte Meyer, der das Ergebnis auch damit erklärte, dass das Hinterherlaufen in der ersten Spielhälfte seine Mannschaft viel Kraft gekostet hatte. Das Tempo der Hannoveraner, die als Aufstiegskandidat gelten, konnten die Löwen kaum mitgehen – 60 Prozent Ballbesitz und 59 Prozent gewonnene Zweikämpfe für 96 sprechen eine deutliche Sprache.

Meyers Versuch, mit Nick Proschwitz einen dritten Stürmer ins Spiel zu bringen, führte ebenfalls zu nichts mehr. „Wir wissen, welche Bedeutung das Spiel für unsere Fans hat“, erklärte der Trainer die Maßnahme. Doch Proschwitz, der in 14 Minuten Einsatzzeit beinahe mehr Torchancen besaß als das gesamte Team zuvor, fehlte auch ein bisschen das Schussglück. Überbewerten wollte Daniel Meyer die deutliche Niederlage an der Leine aber nicht. „Das ist noch nicht unser Maßstab. Wir werden uns steigern“, versprach er. Zwei Wochen hat die Eintracht aufgrund der Länderspielpause dafür nun mindestens Zeit.

Dann wartet der VfL Bochum im Heimspiel. Regensburg, Nürnberg, Sandhausen – die weiteren Aufgaben in nächster Zeit werden ebenfalls nicht einfacher. „Es gab heute keine reelle Chance, etwas mitzunehmen“, stellte Meyer klar. Doch es wird Zeit, mit dem Punktesammeln anzufangen. Sonst läuft die Eintracht, nach Würzburgs Remis gegen Fürth Tabellenvorletzter, der Musik schnell hinterher.

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