Eintracht Braunschweig: Nikolaou will vorweggehen

Braunschweig.  Der Deutsch-Grieche Jannis Nikolaou sieht sich bei Eintracht Braunschweig als Mentalitätsspieler.

Eintracht Braunschweigs Neuzugang Jannis Nikolaou hat seine Stärken im Spielaufbau.

Eintracht Braunschweigs Neuzugang Jannis Nikolaou hat seine Stärken im Spielaufbau.

Foto: imago images/Joachim Sielski

Jannis Nikolaou war der erste Neuzugang von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig, der sich auf die Mission Klassenerhalt in dieser Saison eingelassen hat. Die guten Gespräche mit dem neuen Cheftrainer Daniel Meyer und Sportdirektor Peter Vollmann und die Rolle, die die Verantwortlichen ihm zutrauen, überzeugten den 27-Jährigen, der sich außerdem auf eine Premiere freut: Nie zuvor lief er im Eintracht-Stadion auf, denn als die Löwen in Liga zwei spielten, kickte Nikolaou noch in Liga drei. Und nach dem Abstieg der Eintracht wechselte er aus Würzburg eine Spielklasse nach oben.

Von der Atmosphäre an der Hamburger Straße hat er aber schon gehört. „Als Spieler spielt man natürlich gerne vor vielen leidenschaftlichen Fans“, sagt er.

In den vergangenen Jahren tat er das bei Dynamo Dresden, mit denen er nach der Corona-Pause abgeschlagen in die 3. Liga abstieg. Daran ist er gereift, „auch wenn ich am Ausgang der vergangenen Saison zu knabbern hatte“. Doch Nikolaou hat in seiner Karriere schon viele Erfahrungen vorwiegend bei Traditionsvereinen gesammelt.

Der gebürtige Bonner durchlief die Jugend des 1. FC Köln, spielte für Rot-Weiß Erfurt, die Würzburger Kickers und zuletzt eben für Dynamo. „Alle Stationen haben mich geprägt. Ich konnte Erfahrungen mitnehmen – als Spieler und Mensch.“

Die nächsten will er bei der Eintracht sammeln. Der Defensivallrounder, der seine Stärken im Spielaufbau hat, sieht sich selbst als Mentalitätsspieler. „Ich bin jemand, der vom Willen und Kampf ins Spiel kommt, aber auch spielerische Akzente setzten kann. Ich versuche, der Mannschaft zu helfen und will mit der Art und Weise wie ich spiele auch vorweggehen“, erklärt der 1,87-Meter-Mann. Sein Ziel mit der Eintracht ist der Klassenerhalt: „Wenn wir den schaffen und darüber hinaus auch unsere Philosophie immer besser auf den Platz bringen, wäre das super.“

Dass der waschechte Rheinländer in eine Stadt kommt, die eine norddeutsche Karnevalshochburg ist, wusste er zuvor gar nicht. „Aber das macht Braunschweig noch ein Stück sympathischer“, sagt Nikolaou, wenngleich er zugibt: „Wenn man in der Region um Bonn groß wird, kommt du da nicht drumherum. Ich bin schon dabei, aber war nie so der Riesen-Karnevalist.“

Der Eintracht-Neuzugang, der im ersten Testspiel gegen Werder Bremen auf der Sechserposition aufgelaufen war, mag es ansonsten eher ruhig. Mit seiner Ehefrau Laura will er sich eine Wohnung am Stadtrand suchen. Das Ehepaar unternimmt in der Freizeit gerne etwas mit Freunden. Und wenn Nikolaou die Zeit findet, schaut er gerne Sport und liest Bücher. „Am liebsten Krimis und Thriller“, verrät der Deutsch-Grieche, der zudem gerne Urlaub im Heimatland seines Vaters macht. Er schätzt die landestypische Küche, fühlt sich selbst als „halb Grieche, halb Deutscher“, nur die Sprache kann er nicht so gut, will sie aber lernen. „Einen Griechisch-Lehrer zu finden, ist echt nicht so leicht. Vielleicht klappt es ja hier in Braunschweig“, sagt Nikolaou und lacht. Doch zunächst hat er mit der Eintracht genug zu tun. Die gehört für ihn mindestens in die zweite Liga.

Eintracht-Splitter

Eintracht Braunschweig arbeitet daran, weitere Neuverpflichtungen zu präsentieren. „Wir sind in Gesprächen mit geeigneten Kandidaten, aber noch ist nichts verkündungsfähig“, sagte Sportdirektor Peter Vollmann unserer Zeitung am Donnerstag.

Weitere Abgänge sind zudem nicht ausgeschlossen. Nach den Vertragsauflösungen von Mike Feigenspan und Nick Otto wollen Vollmann und Cheftrainer Daniel Meyer weitere Entscheidungen forcieren. Meyers Eindrücke aus den Trainingseinheiten sollen in den kommenden Tagen Aufschluss darüber geben, wer den Fußball-Zweitligisten noch verlassen darf.

Ein mögliches Transferziel soll nach Informationen unserer Zeitung der Stürmer Steffen Tigges sein. Der 1,93-Meter-Mann spielt für die U23 von Borussia Dortmund in der Regionalliga West und schoss in der vergangenen Saison neun Tore. Der 22-Jährige wird von der gleichen Agentur beraten wie die Eintracht-Neuzugänge Jannis Nikolaou und Fabio Kaufmann. Sein Vertrag beim BVB läuft noch bis Juni 2021.

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