Eintracht Braunschweig: Schultz will raus aus der Komfortzone

Braunschweig.  Der neue Abwehr-Hüne Michael Schultz sieht sich als Teamplayer. Zwei Ex-Eintracht-Spieler rieten ihm zum Wechsel nach Braunschweig.

Michael Schultz (Zweiter von links) ist der größte Feldspieler im Kader der Eintracht. Er will beim Fußball-Zweitligisten auch eine Führungsrolle einnehmen.

Michael Schultz (Zweiter von links) ist der größte Feldspieler im Kader der Eintracht. Er will beim Fußball-Zweitligisten auch eine Führungsrolle einnehmen.

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung / Bernward Comes

Im Gespräch mit Eintracht Braunschweigs Neuzugang Michael Schultz fällt immer wieder das Wort Komfortzone – aus dieser will der großgewachsene Innenverteidiger, der ablösefrei von Waldhof Mannheim zum Fußball-Zweitliga-Aufsteiger wechselte, nämlich heraus.

Bislang spielte der 27-Jährige ausschließlich für Vereine im Südwesten Deutschlands. SV Viktoria Herxheim, Karlsruher SC, 1. FC Kaiserslautern und zuletzt Mannheim. Nun ist er bei der Eintracht. Und für den in Landau in der Pfalz geborenen Fußballer „ist es eine Riesenchance, in der 2. Liga für so einen Traditionsverein zu spielen.“ Und dennoch gibt er zu: „Es ist schon was anderes. Erstmals bin ich länger als eine Autostunde weg von meiner Family.“

Eintracht Braunschweigs Neuzugang Michael Schultz lobt Gespräche mit Vollmann

Doch die Gespräche mit Eintrachts Sportdirektor Peter Vollmann seien von Beginn an gut gewesen – und auch die Zwillinge Gianluca und Raffael Korte, die einst für die Eintracht und in den vergangenen Jahren mit Schultz gemeinsam beim Waldhof spielten, hatten wohl ihren Anteil am Wechsel des 1,97 Meter großen Abwehrmannes: „Sie haben nur Positives von der Eintracht erzählt. Dass Braunschweig eine Fußballstadt ist, dass die Menschen hier hinter dem Verein stehen und ihn leidenschaftlich unterstützen. Darauf habe ich große Lust.“ Und von Beginn an hatte der vormalige Mannheimer das Gefühl, dass die Eintracht ihn unbedingt haben wollte. „Zum Ende hin war es eine leichte Entscheidung“, verrät er. „Ich hoffe, ich kann hier meine Stärken einbringen.“

Diese erklären sich zum Teil schon anhand der Körpergröße des Neuzugangs. „Ich bin ein langer Spieler, gut im Kopfball und Zweikampf“, erklärt Schultz. „Aber für meine Größe bin ich, glaube ich, auch ganz gut am Ball. Das will der neue Trainer ja auch sehen – ich glaube, dass ich damit ganz gut reinpasse.“

In Mannheim sind sie traurig, dass Michael Schultz nun für Eintracht Braunschweig spielt

In Mannheim waren sie jedenfalls traurig, dass einer der besten Abwehrspieler der abgelaufenen Drittliga-Saison den Verein verlässt. Und Schultz war der Waldhof in den vier Jahren ans Herz gewachsen. Zwar verzichtete er wegen des anstehenden Wechsels auf die Einsätze an den letzten zwei Spieltagen, aber er ließ es sich nicht nehmen, über die sozialen Medien persönlich Abschiedsworte an die Fans zu richten. „Ich war froh, dass es die Möglichkeit gab, meine Situation in eigenen Worten zu erklären. Mir war es wichtig, denn ich hatte besondere Jahre in Mannheim. Ich bin dankbar für das, was mir dort ermöglicht wurde“, sagt Schultz und ergänzt. „Mehr als 95 Prozent der Rückmeldungen waren positiv. Aber ich bin jetzt nicht der der Social-Media-Lautsprecher, das will ich gar nicht sein.“ Viel lieber lässt er Taten auf dem Fußballplatz sprechen.

Dafür will er sich in Braunschweig schnell eingewöhnen. Momentan wohnt er noch im Hotel, sitzt mit den anderen Neuzugängen viel in der Lobby und redet. Und auch vom bestehenden Kader wurde er super aufgenommen, versichert der Fußball-Profi, der nebenbei ein Studium im Bereich Recht absolviert: „Wir müssen schnell zusammenwachsen – und da bin ich wirklich optimistisch, dass das klappt.“ Auch glaubt er, dass er sich schnell an die Gegebenheiten der
2. Liga anpasst: „Klar haben die Gegenspieler eine andere Qualität, aber eben auch die Mitspieler.“ Denen will er auch mit seiner Ausstrahlung auf dem Platz helfen. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt der Abwehr-Schlaks, der in seiner Freizeit gerne mal einen Kaffee trinken geht, auf der Couch lümmelt und am liebsten Zeit mit seiner Familie verbringt

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Doch er will auch eine Führungsrolle übernehmen, will seine Nebenleute zu Topleistungen pushen. „Ich mag es, wenn man zusammenhält, positiv ist, wenn man Fehler der anderen ausbügelt. Aber es gehört auch mal dazu, dass man wachgerüttelt wird“, sagt der Mann, der bei der Eintracht seine Komfortzone verlassen will. Er ist sich sicher: „Wenn man gut miteinander umgeht, sind die besten Ergebnisse möglich.“

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