Schwenk spielt sich bei Eintracht in den Fokus

Braunschweig.  Manuel Schwenk überzeugte bei der 0:2-Niederlage der Eintracht in München auf ungewohnter Position.

Manuel Schwenk zeigte in München eine gute Leistung.

Manuel Schwenk zeigte in München eine gute Leistung.

Foto: imago images/Joachim Sielski

„Hätte er mal im Pokal ein Tor weniger gemacht und dafür heute getroffen“, scherzte Eintracht Braunschweigs Trainer Christian Flüthmann nach der 0:2-Niederlage seines Fußball-Drittligisten bei der U 23 des FC Bayern München am Sonntagnachmittag. Mit „Er“ war Manuel Schwenk gemeint. Der quirlige Offensivspieler hatte sich auch wegen seines Doppelpacks beim 3:1-Sieg im Niedersachsenpokalspiel gegen die SV Drochtersen/Assel zurück in die Startelf der Löwen gespielt.

Schwenk, der vor seiner Hochzeit in der Sommerpause noch den Nachnamen Janzer trug, wusste auch in München zu überzeugen. Nach einer Bilderbuch-Kombination über Benjamin Kessel und Martin Kobylanski stand er am langen Pfosten goldrichtig – aber es gelang ihm nicht, den Ball zum möglichen 1:0 über die Linie zu befördern. Das ärgerte den 27-Jährigen, der seit seinem Wechsel zu den Löwen Ende August 2018 eher das Dasein eines Teilzeit-Arbeiters fristet. 25 Spiele hat er bislang für Eintracht Braunschweig absolviert, in dieser Saison sind es allerdings nur fünf. „Ich muss den machen. Daran werde ich gemessen“, sagt der dribbelstarke Mittelfeldspieler.

So richtig gelang es dem stets höflichen und sympathischen 1,78-Meter-Mann aus Aalen nicht, sich dauerhaft in der Startelf festzuspielen. In München spielten neben Schwenks guter Form auch taktische Gründe eine Rolle für seine Aufstellung. „Wir wollten im Mittelfeld Spieler haben, die nicht nur den Weg nach vorne suchen sondern die zwischen den Ketten aufdrehen“, erklärte Flüthmann, der seinen ballsicheren Offensivspieler schätzt. „Er hat fußballerische Qualität. Und er hat seine Aufgabe voll erfüllt. Aber man hat auch gesehen, dass er zuletzt nicht oft über 90 Minuten gegangen ist.“

Nach 70 Minuten war Schwenks Arbeitstag beendet, an dem er umtriebig gewesen war und den Gegner ein ums andere Mal mit klugen Aktionen narrte, auch wenn die Belohnung in Form eines Torerfolgs ausblieb. Und das auf einer für ihn ungewohnten Position im Zentrum, agiert er doch ansonsten vermehrt auf dem Flügel oder als hängende Spitze. „Fürs erste Mal habe ich das ganz gut gemacht, denke ich“, sagte der Allrounder, der sein fußballerisches Rüstzeug im Nachwuchs des VfB Stuttgart bekam. Doch am Ende stand für die Löwen die 0:2-Niederlage zu Buche.

Schwenk wollte wie seine Kollegen nun nicht alles infrage stellen – auch nicht nach vier sieglosen Spielen in Folge. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, bekräftigte er. „Wir sind auf einem guten Weg und werden aus dieser Phase herauskommen.“ Dass die Niederlage ausgerechnet vor der spielfreien Zeit kam, nervte ihn trotzdem.

Denn jetzt ist erst einmal Länderspielpause – doch die könnte für den einstigen deutschen Junioren-Nationalspieler, der 2009 mit der U 17 den Europameistertitel holte, womöglich bald wieder interessant werden. Der Fußballverband Usbekistans hat angeblich Interesse daran, dass Schwenk für das Land aufläuft, in dem seine Eltern ihre Wurzeln haben.

„Ich habe über mehrere Ecken davon gehört“, erklärt der Tempodribbler. Ob er Interesse hat, für das Nationalteam um Trainer Vadim Abramov aufzulaufen? „Das weiß ich noch nicht. Das müssen wir schauen. Der erste Ansprechpartner ist der Verein“, hält sich Schwenk dazu noch bedeckt. Und bei dem hat er sich gerade erst wieder in den Fokus gespielt.

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