Eintracht Braunschweig am Tiefpunkt: Nur noch Letzter in Liga 3

Braunschweig  0:3 in Unterhaching - die Krise von Eintracht Braunschweig spitzt sich zu. Der Zweitliga-Absteiger steht in der 3. Liga auf dem letzten Platz.

Eintracht Braunschweig ist am Tiefpunkt angelangt. Dreieinhalb Monate nach dem Zweitliga-Abstieg und nicht einmal anderthalb Jahre nach dem knapp verpassten Erstliga-Aufstieg ist der Traditionsclub nur noch Tabellenletzter der 3. Fußball-Liga.

Das 0:3 (0:1) beim neuen Spitzenreiter SpVgg Unterhaching war dabei nicht bloß das sechste Spiel ohne Sieg in dieser neuen Saison. Diese Niederlage zerstörte auch endgültig alle Braunschweiger Illusionen, nach denen diese völlig neuformierte Mannschaft eigentlich auf einem guten Weg sei und «sich über kurz oder lang der Erfolg einstellen wird», wie es noch in der vergangenen Woche in einem offenen Brief der Vereinsführung hieß. In der Verfassung vom Samstag führt der Braunschweiger Weg einzig und allein in die Regionalliga.

«Der Kopf spielt momentan bei jedem Einzelnen mit, das ist unverkennbar und das braucht man auch nicht wegzudiskutieren», sagte Kapitän Stephan Fürstner. «Wir müssen aber in so einer Phase zusammenhalten. Jetzt auseinanderzubrechen, wäre der falsche Weg. Es ist zwar eine Floskel, aber im Fußball geht es immer weiter.»

Bis zum nächsten Spiel gegen Carl Zeiss Jena hat die Eintracht eine Länderspielpause von zwei Wochen, um sich wieder aufzurichten - oder den bisherigen Kurs grundsätzlich zu überdenken. Zwar trennte sich der Club in der vergangenen Woche von seinem Sportlichen Leiter Marc Arnold. Doch die Probleme einer erneut anscheinend unzureichenden Kaderplanung und der Fixierung des neuen Trainers Henrik Pedersen auf nur eine einzige Spielidee sind damit nicht gelöst.

Der Däne arbeitete von 2008 bis 2012 im Nachwuchsbereich des weltweiten Fußball-Unternehmens von Red Bull. Er predigt hohes Tempo und aggressives Pressing. Langsam erinnert Eintracht Braunschweig unter Pedersen ein wenig an den VfB Stuttgart unter dem Ex-Leipziger Alexander Zorniger. Auch der kannte vor drei Jahren nur einen Plan A, der die eigenen Spieler überforderte und von jedem Gegner leicht zu entschlüsseln war. Gegen Unterhaching waren die Braunschweiger erneut sehr anfällig für Konter und gestatteten dem Gegner viele Chancen.

«Wir müssen wieder zurück zum einfachen Fußballspielen und alle an einem Strang ziehen», forderte Onur Bulut deshalb auch. Der frühere Freiburger und Bochumer gehört zu den gestandenen Profis eines Kader, in dem nur zwei von 30 Spielern Drittliga-Erfahrung besitzen.

Trainer Pedersen glaubt weiter an sein Team. «Die Jungs sind natürlich jetzt sehr enttäuscht, aber ich sehe trotzdem, wie sie im Training jeden Tag Gas geben», sagte er. «Nach der Länderspielpause wollen wir mit neuer Energie zurückkommen.»

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