Kompromisslos in der Luft und am Boden

Braunschweig  Der Schweizer Saulo Decarli ist der überragende Zweikämpfer der Eintracht und hält so die Abwehr der Löwen zusammen.

Der Hamburger SV hat bereits im Winter mal über seine Verpflichtung nachgedacht. Auch dem Schweizer Serienmeister FC Basel wird ein Interesse nachgesagt. Doch die beiden Klubs sind nicht die einzigen. Spätestens in dieser Saison hat sich Saulo Decarli in die Notizbücher mehrerer Vereine gespielt. Gut, dass der Schweizer noch einen Vertrag bis Sommer 2019 bei Eintracht Braunschweig besitzt.

Dabei hatte die Spielzeit für den 25-Jährigen denkbar ungünstig begonnen. Decarli musste wegen einer roten Karte aus der Vorsaison noch eine Sperre absitzen und die ersten beiden Spiele gegen Würzburg und Pauli zuschauen. Doch bereits am dritten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg stand der Schweizer wieder in der Startelf der Eintracht. Die Löwen hatten zuvor im DFB-Pokal gegen Würzburg verloren. Decarli sollte die Abwehr nach dem Rückschlag stabilisieren – so der Plan von Trainer Torsten Lieberknecht.

Zunächst ging der nicht auf. Ausgerechnet Decarli stand bei der Nürnberger Führung schlecht. Aber dann erlebte der Schweizer ein Comeback in der Startelf, das letztlich unter der Überschrift „traumhaft“ stand. Nach dem Ausgleich von Domi Kumbela hatte der Abwehrspieler mit einem Doppelpack innerhalb von zehn Minuten entscheidenden Anteil daran, dass die Eintracht die Partie drehte. Am Ende stand ein 6:1 für die Löwen zu Buche, ihr höchster Saisonsieg. Die Blau-Gelben waren Tabellenführer und Decarlis Stellungsfehler zu Beginn des Spiels vergessen.

Nach dieser Partie war der Schweizer aus der Braunschweiger Anfangself nicht mehr wegzudenken. Er ließ zwar keine eigenen weiteren Treffer folgen, doch dafür verhinderte er sehr effektiv Tore der Gegner. Als Abwehrchef hatte Decarli in dieser Saison klar das Sagen in der Viererkette, dabei sind es eher die individuellen Qualitäten des Schweizers, die ihn so unangenehm für die gegnerischen Stürmer machen. Decarli führt jeden Zweikampf hart und kompromisslos – ob in der Luft oder am Boden. Manchmal geht er dabei über die Grenze des Erlaubten hinaus, in der Regel erobert er dank seines guten Timings und seiner Physis aber sauber den Ball. Und wenn er ihn hat, kommt der Pass zum Mitspieler meistens an. Solche Abwehrspieler sind gefragt. Das weiß auch die Eintracht und will Decarli noch ein paar Jahre behalten.

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