Karriereende für Dirk Weetendorf

Comeback für verletzten Eintracht-Stürmer unmöglich – Vereinsführung verneigt sich vor Ausnahmespieler

Braunschweig (tch/rie) - Die Schmerzen sind zurückgekehrt und lassen Training unter professionellen Bedingungen nicht mehr zu. Der monatelange Kampf von Stürmer Dirk Weetendorf, wieder den sportlichen Anschluss zu schaffen, endet mit der bitteren Erkenntnis, dass seine Fußball-Karriere bei Eintracht Braunschweig ihren traurigen Abschluss findet.

"Es hat Arbeitsversuche gegeben, die aber gezeigt haben, dass Dirk Weetendorf wegen seiner Verletzung den Anforderungen nicht mehr genügen kann. Das ist sehr, sehr schade für ihn, aber auch für uns. Wir hatten so gehofft, dass er den 22. und letzten freien Platz im Kader würde besetzen können", bedauerte gestern Manager Wolfgang Loos.

"Ich habe wieder Probleme mit dem Knie. Die Schmerzen sind wieder aufgetreten. Ich muss meine Karriere beenden", erklärte der 30 Jahre alte Weetendorf gestern merklich bedrückt. Der Fußball-Regionalligist verliert damit nicht nur einen Spieler, sondern einen menschlich untadeligen, sportlich vorbildlichen Fußballer.

Vorbildlicher Spieler

"Wir möchten uns ausdrücklich bedanken bei Dirk Weetendorf für das, was er für den Verein geleistet hat", sagte Eintracht-Präsident Gerhard Glogowski und fuhr fort: "Wir haben ihm viel zu verdanken. Er hat sich immer eingebracht, auch und besonders in Zeiten, in denen er nicht spielen konnte."

In den vergangenen Wochen hatte der im Januar 2000 vom Bundesligisten Werder Bremen zu Eintracht gewechselte Angreifer nochmals versucht, sich in die körperliche Verfassung zu bringen, um wieder für die Braunschweiger auf Torejagd zu gehen. Doch die unter der Belastung zurückkehrenden Schmerzen veranlassten Weetendorf nun, einen Schlussstrich zu ziehen.

Damit geht eine lange Leidenszeit zu Ende. Am 5. September 2002 hatte sich der Angreifer in Berlin einer komplizierten Operation am rechten Knie unterzogen, nachdem er die Vorbereitung auf die Zweitligasaison nur unter starken Schmerzen hatte absolvieren können. Schon in der Endphase der Aufstiegssaison hatte Weetendorf sich angeschlagen in den Dienst des Vereins und der Mannschaft gestellt, die Zähne zusammengebissen und seinen Teil beigetragen, dass der lang ersehnte Sprung in den Profifußball klappte.

Bedeutender Treffer

Sein Tor zum 1:1 in der entscheidenden Partie gegen Wattenscheid ebnete am 18. Mai 2002 erst den Weg zum späteren 2:1-Erfolg und zum Aufstieg. Was damals niemand ahnte: Es sollte Weetendorfs letztes Pflichtspiel gewesen sein.

Sieben lange Monate schuftete der 1,90-Meter-Mann nach seiner Operation in der Rehabilitation, baute Muskulatur und Fitness wieder auf und schöpfte angesichts der deutlich sichtbaren Fortschritte nochmals Hoffnung. Vergebens, wie sich nach nunmehr zwei Wochen im Mannschaftstraining herausstellte.

Doch er lässt sich nicht unterkriegen, macht bereits Pläne für die Zukunft. "Ich will jetzt so schnell wie möglich meine A-Trainer-Lizenz erwerben und ins Trainergeschäft einsteigen", sagte Weetendorf. "Wir wollen ihm helfen. Allerdings sind bei uns in allen Bereichen die Positionen besetzt. Aber vielleicht finden wir gemeinsam neue Möglichkeiten. Ein paar Ideen gibt es schon", erklärte Loos.

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