Nur Möser fehlt den Grizzlys Wolfsburg zum Turnier-Start

Wolfsburg.  Hier sprechen Trainer Cortina und Manager Fliegauf über alles Wichtige zum Auftakt des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg im Magenta-Cup.

Bereit für den Start in den Magenta-Sport-Cup: Trainer Pat Cortina (links) und Manager Charly Fliegauf wünschen sich hier aber auf einem Archiv-Bild aus der Vor-Corona-Zeit per Handschlag Glück.

Bereit für den Start in den Magenta-Sport-Cup: Trainer Pat Cortina (links) und Manager Charly Fliegauf wünschen sich hier aber auf einem Archiv-Bild aus der Vor-Corona-Zeit per Handschlag Glück.

Foto: Darius Simka / regios 24

„Es ist wichtig, dass wir zumindest auf dem Bildschirm wieder vertreten sind. Alle fiebern dem Start entgegen“, sagt Manager Charly Fliegauf am Donnerstag während der ersten Video-Pressekonferenz in der Geschichte der Grizzlys Wolfsburg. Zwei Tage vor dem ersten Auftritt des Eishockey-Erstligisten im Magenta-Sport-Cup herrscht unter den gegebenen Umständen hervorragende Stimmung im und rund um das Team. Alle sehnen das Eröffnungsbully im Heimspiel gegen die Düsseldorfer EG am Samstag um 17 Uhr (live bei Magenta Sport) herbei. Hier kommen die wichtigsten Infos.

Die Mannschaft:

Mit Ausnahme von Verteidiger Janik Möser (grippaler Infekt) hat Trainer Pat Cortina alle Mann an Bord. 23 Spieler sind aber zwei zu viel, nur 21 dürfen auf den Spielberichtsbogen. Da die U23-Regel (zwei Feldspieler müssen pro Spiel unter 23 Jahren sein, um die Kadergröße komplett auszunutzen) während des Turniers ausgesetzt ist, sieht es danach aus, dass die mit einer Förderlizenz für den Oberligisten Hannover Indians ausgestatteten Youngster Jan Nijenhuis und Steven Raabe gegen Düsseldorf nicht auflaufen. „Wir müssen mit Blick auf die spätere DEL-Saison diesbezüglich die richtige Balance finden, um unser Team einzuspielen. Aber wir wollen auch so viele Spieler wie möglich ins Laufen bringen“, sagt Cortina. Auch der vor wenigen Tagen erst verpflichtete Julian Melchiori sei einsatzbereit. Die Entscheidung darüber falle aber erst am Freitag.

Die Spielweise:

„Wir werden das Turnier nutzen, um ins Mannschaftstaktische einzusteigen“, sagt der Grizzlys-Coach. Er will in dieser Saison immer eine „effiziente Einheit aus fünf Spielern“ auf dem Eis sehen, „die denkt und handelt wie einer“. Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit sieht Cortina durch die Neuverpflichtungen deutlich gestiegenes Potenzial. „Wir sind tiefer besetzt, mehr eine Vier-Reihen-Mannschaft, vielseitiger und läuferisch besser als im vergangenen Jahr“, sagt er. Das seien die größten Unterschiede.

Die Hygiene-Regeln:

Zu den Grizzlys-Heimspielen dürfen bekanntlich – wie derzeit überall – keine Zuschauer. „Maximal 60 bis 70 Personen“ werden an den Spieltagen neben den Mannschaften in der Eis-Arena sein, berichtet Klub-Mitarbeiter Yannick Imler, der zusammen mit Mannschaftsarzt Dr. Axel Gänsslen das Corona-Beauftragten-Duo der Grizzlys bildet. Zu den Personengruppen, die ins Stadion dürfen, gehören demnach: „Ein Minimum an Ordnungs- und Sicherheitspersonal, das Wettkampfgericht, die Statistiker der DEL, Medienvertreter und die TV-Crew.“ Dabei werde streng darauf geachtet, die Kontaktzeiten so niedrig wie möglich zu halten.

Bei Auswärtsfahrten verzichten die Grizzlys vorerst auf Übernachtungen, sondern reisen immer erst am Spieltag an und hinterher gleich wieder ab mit dem Mannschaftsbus. In dem, führt Manager Charly Fliegauf aus, müssen alle außer dem Busfahrer einen Mund-Nasen-Schutz tragen. „Wir werden am Vormittag abseits des Eises ein Warm-up machen und mittags losfahren. Außerdem haben wir auch die Kontakte untereinander außerhalb des Trainings eingeschränkt, sodass im Falle eines Corona-Falls nicht die ganze Mannschaft in Quarantäne muss und ausfällt.“ Am Donnerstag absolvierten die Grizzlys noch einmal einen PCR-Test. Ergebnisse lagen Fliegauf jedoch noch keine vor.

Die wirtschaftliche Lage:

Mittlerweile, berichtet Fliegauf, haben die Grizzlys einen positiven Bescheid über die vom Staat angekündigten Corona-Hilfen in Höhe von bis zu 800.000 Euro pro Klub. Wie zwölf andere DEL-Vereine (München verzichtete) haben die Wolfsburger für die Zeit von April bis Ende des Jahres einen Antrag auf den angebotenen 80-prozentigen Ausgleich der wegen der Pandemie weggefallenen Spieltagseinnahmen (vor allem Tickets und Catering) eingereicht. „Das Geld haben wir aber noch nicht bekommen.“ Zur Höhe der bewilligten Unterstützung wollte sich der Manager nicht äußern.

Die Lage in der Liga:

Am Rande des Magenta-Sport-Cup-Auftakts am Mittwoch zwischen Bremerhaven und Krefeld (Endstand 3:1) hatte sich DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke im Interview zu einem möglichen Modus für eine DEL-Spielzeit geäußert, die am 19. November während einer Gesellschafterversammlung beschlossen werden soll und die am 18. Dezember beginnen könnte. Er spricht dabei von einer „sehr wahrscheinlich verkürzten Saison“, von „mehr regionalen Duellen“ als normal, aber auch von „Play-offs“, die aber wegfallen könnten, wenn es die Pandemie-Lage erfordert.

Grizzlys-Manager Fliegauf hofft, dass alle 14 Teams teilnehmen werden. Mit den acht beim Vorbereitungsturnier vertretenen rechnet er fest. Ingolstadt und Nürnberg haben zudem ihre Zusage bereits gegeben, Köln sei zudem auf einem guten Weg. Nur Augsburg, Straubing und Iserlohn sieht er als Wackelkandidaten an. „Der Modus“, erklärt Fliegauf, „hängt auch stark davon ab, wer alles dabei ist.“ Aber was passiert, wenn die Corona-Lage nach erfolgtem Saisonstart wieder zum Aussetzen zwingt? „Davon gehe ich erst einmal nicht aus, sondern bleibe optimistisch.“

So geht es weiter:

In der nächsten Wochen folgen zwei weitere Grizzlys-Spiele: Am Dienstag, 17. November (19.30 Uhr), gastiert das Team in Krefeld. Am Freitag, 20. November (19.30 Uhr), steigt das erste Nord-Derby mit Bremerhaven in der Eis-Arena.

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