Grizzlys-Wolfsburg-Profi mit T(h)or-Hammer von der Blauen

Wolfsburg.  Mit dem dänischen Neuzugang Phillip Bruggisser hat Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg wieder einen Abwehr-Scharfschützen – ein Porträt.

Markenzeichen roter Bart und rotes Haar: Der dänische Grizzlys-Neuzugang Phillip Bruggisser ist einer, der gern für gute Laune auf dem Eis und in der Mannschaftskabine sorgt.

Markenzeichen roter Bart und rotes Haar: Der dänische Grizzlys-Neuzugang Phillip Bruggisser ist einer, der gern für gute Laune auf dem Eis und in der Mannschaftskabine sorgt.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg/oh

Mit einem Donnerschlag führte sich Phillip Bruggisser im Sommer 2018 in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) ein. Mit 160,1 Stundenkilometern feuerte er den Puck beim vor Saisonbeginn abgehaltenen PR-Wettbewerb „Stars & Skills“ ins Tor und gewann damit den Titel für den härtesten Schuss der Liga. Solch einen „Blueliner“ hatten die Grizzlys Wolfsburg schon lange nicht mehr – und lotsten den schussstarken Dänen 2020 aus Krefeld in die VW-Stadt.

Auf seine größte Stärke angesprochen, fängt Bruggisser an zu lachen. „In den Gesprächen mit Grizzlys- Manager Charly Fliegauf war es ziemlich offensichtlich, dass er mich als diesen offensiven Verteidiger nach Wolfsburg holen wollte“, erzählt der 29-Jährige. Er bescheinigt sich zwar auch einen „hohen Eishockey-IQ“, aber einen Hehl macht er nicht aus seinem besonderen Talent. „Die Offensive ist ganz sicher meine Spezialität.“

Erster Grizzlys-„Blueliner“ seit Alavaara

Seit 2011, als der Schwede Jan-Axel Alavaara (nun Sportdirektor in Mannheim) die Grizzlys nach 178 Spielen mit 35 Toren und 82 Assists verließ, hatten die Wolfsburger keinen Scharfschützen mehr in der Abwehr. Nun ist mit Bruggisser explosives „Danish Dynamite“ da. Sein Erfolgsrezept? „Klar, ich habe meinen Schuss immer trainiert, vor allem in der Jugend sehr hart. Aber es kommt auch ein bisschen Naturtalent hinzu“, antwortet er schmunzelnd.

In Krefeld zählte Bruggisser zu den Topstars. Keines der 104 Hauptrunden-Spiele in zwei Jahren am Rhein verpasste er, schoss 22 Tore und war an 45 weiteren direkt beteiligt. Trotzdem verließ er den Klub. Warum? „Wolfsburg ist für mich ein Schritt nach vorn in meiner Karriere. Die Grizzlys sind ein Titelanwärter. Auch wenn es in den vergangenen zwei, drei Jahren nicht für ganz vorn gereicht hat, so waren sie davor doch ein paar Mal im Finale. Wolfsburg ist ein Team, das die Tabellenspitze anvisiert, während Krefeld daran scheiterte, in die Play-offs zu kommen“, erklärt er.

Traum: 20 Tore, aber ...

An seine Topwerte aus Krefelder Zeit möchte er gern anknüpfen. „Am liebsten würde ich sagen, dass ich in der nächsten Saison für die Grizzlys 20 Tore schieße. Aber so einfach ist das nicht. Um erfolgreich zu sein, braucht man seine Mitspieler. Manchmal führt ein Schuss dazu, dass ein anderer den Nachschuss verwerten kann. Das ist auch gut, Hauptsache es hilft dem Team. Ich hatte zudem vergangene Saison in Krefeld zehn Tore im Powerplay erzielt. Das geht nur, wenn das Überzahlspiel funktioniert.“

Obwohl er weiß, dass der interne Konkurrenzkampf um Premium-Einsatzzeit bei den Grizzlys größer ist als bei seinem Ex-Klub, sagt er: „Ich hoffe, dass ich nicht weniger Eiszeit haben werde als vergangene Saison. Ich spiele besser, wenn ich mehr Eiszeit bekomme.“

„Manchmal ein bisschen eigensinnig“

Doch ohne harte Arbeit geht das nicht. „Ich kenne nicht nur meine Stärken, sondern auch meine Schwächen.“ Und die wären? „Hin und wieder vernachlässige ich die Defensive etwas. Das liegt daran, dass ich meinem Team mit Toren helfen möchte. Manchmal bin ich auch ein bisschen eigensinnig. Mit zunehmendem Alter bekomme ich das aber immer besser in den Griff“, gibt er zu. Und wenn Wolfsburgs neuer Wikinger an der blauen Linie Thors Hammer schwingt und regelmäßig donnernd trifft, wird nicht nur der nordische Donnergott vor Neid erblassen, sondern es werden auch „Bruggis“ Mitspieler und Trainer sicher über gelegentliche Defensivschwächen hinwegsehen.

Zur Person:

Phillip Bruggisser ist am 7. August 1991 in Ringsted in Dänemark geboren.

Die bisherigen Stationen des 29-Jährigen rechtsschießenden Offensiv-Verteidigers waren die Nachwuchsteams von Rødovre und Esbjerg sowie im Erwachsenenbereich die dänischen Erstligisten Esbjerg und Rødovre sowie zwischendurch von 2012 bis 2015 Sundsvall, Kristianstads und Almtuna in der dritten beziehungsweise zweiten schwedischen Liga. 2018 bis 2020 spielte er für Krefeld in der DEL (104 Spiele, 22 Tore und 45 Assists/Plus-Minus-Wert -16).

Seine größten Erfolge sind der Gewinn der dänischen Meisterschaft mit Esbjerg (2016/17) und der U20-Meisterschaft mit Esbjerg (2007/08). Er ist aktueller dänischer Nationalspieler und nahm bereits an drei Weltmeisterschaften teil.

Familienstand: ledig.

Seine Hobbys sind Golf, Videospiele und Sport („Ich mag es, aktiv zu sein und mich körperlich zu betätigen“).

In den sozialen Netzwerken kann man ihm bei Instagram (Bruggi91) folgen.

Hier gibt es weitere Porträts über die Neuzugänge der Grizzlys:

Torwart Dustin Strahlmeier

Verteidiger Janik Möser

Stürmer Phil Hungerecker

Stürmer Max Görtz

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