Grizzlys-Wolfsburg-Kapitän Furchner bekommt fünf Assistenten

Wolfsburg.  Bei der Besetzung der Führungsrollen sorgen die Verantwortlichen des Eishockey-Erstligisten für eine faustdicke Überraschung.

Stürmer und Teamältester Sebastian Furchner (vorn) bleibt Kapitän der Grizzlys Wolfsburg.

Stürmer und Teamältester Sebastian Furchner (vorn) bleibt Kapitän der Grizzlys Wolfsburg.

Foto: Jonas Brockmann

Die Grizzlys Wolfsburg sorgen bei der Besetzung der Kapitänsämter doch für eine Überraschung. Zwar bleibt Sebastian Furchner – wie erwartet – Captain des Eishockey-Erstligisten. Aber Manager Charly Fliegauf und das Trainerteam um Chefcoach Pat Cortina benannten danach Gerrit Fauser als festen Stellvertreter und vier weitere Profis als Assistenten, von denen immer einer pro Spiel das zweite A auf der Brust tragen wird.

Nationalstürmer Fauser bleibt folglich in der Kronprinzen-Rolle und designierter Nachfolger Furchners, wenn der 37-Jährige irgendwann aufhört oder das Amt auf eigenen Wunsch abgibt. Abwehrchef Jeff Likens, bislang als Assistent gesetzt, teilt sich die Rolle nun mit den Angreifern Spencer Machacek (seit 2018 bei den Grizzlys), Garrett Festerling (neu/zuvor Mannheim) und Mathis Olimb (neu/zuvor Skelleftea). Das Sextett bildet zudem den Mannschaftsrat, der um eine Position aufgestockt wurde. Ein aktuelles Teammitglied schied aus dem Rat aus: Armin Wurm. Corey Elkins indes hatte den Klub verlassen.

„Es ist mir eine große Ehre, dieses Amt weiter übernehmen zu dürfen“, sagte Furchner zu seiner Bestätigung als Anführer. Der gebürtige Kaufbeurer ist seit 2008 bei den Grizzlys, seit 2018 Kapitän und zudem Teamältester. Er lobte seine Mitstreiter: „Wir haben sehr gute Assistenten, die viel Erfahrung mitbringen und deren Worte in der Kabine zählen. Gemeinsam werden wir versuchen, der Mannschaft, jedem Einzelnen unserer Jungs sowohl auf als auch abseits der Eisfläche führend zu helfen.“

Nachdem Manager Fliegauf und die Trainer die Führungsspieler bestimmt hatten, gab Chefcoach Pat Cortina am Montag der Mannschaft die Entscheidung bekannt. „In den nächsten Tagen folgen Gespräche mit dem Mannschaftsrat“, kündigte Fliegauf an. Bewusst habe die sportliche Leitung beschlossen, nur zwei feste Kapitäne zu benennen und das zweite A unter den vier weiteren, gleichberechtigten Assistenten rotieren zu lassen. „Wir hatten überlegt, wer von den Fähigkeiten wichtig für die Mannschaft ist. Da sind wir schnell auf diese sechs gekommen.“

Deshalb wurde der Mannschaftsrat auch von fünf auf sechs Positionen aufgestockt. „Sechs sind immer noch ein enger Kreis. Außerdem wollten wir eine gesunde Mischung aus Spielern, die schon länger da sind, und Spielern, die erst kurz oder neu bei uns sind“, erklärte Fliegauf. Furchner (seit 2008 im Klub), Fauser und Likens (beide seit 2013) stellen die eine Fraktion dar, Machacek (seit 2018), Olimb und Festerling (beide neu) die andere.

Auch der Kapitän begrüßte das Mischungsverhältnis. „Ich halte das für unbedingt sinnvoll, hatte das auch schon zuvor dem Trainer gesagt. Wir brauchen auch Sicht- und Denkweisen von Spielern, die noch nicht so lange hier sind, um nicht zu eingefahren zu sein“, begründete Furchner.

Am Freitag (19.30 Uhr) zum Saisonstart bei den Eisbären Berlin wird es ernst für ihn und seine Kollegen. Heute vertritt Vize-Kapitän Fauser zusammen mit dem Manager die Grizzlys erst einmal in Düsseldorf beim Medientag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Fliegauf nahm am Montag bereits an der Gesellschafterversammlung in Neuss teil. Der Countdown zur Spielzeit 2019/2020 tickt unaufhaltsam.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder