Gemeinsam in Salzgitter gegen Intoleranz

Lebenstedt.  Die Hauptschule Fredenberg führt Theaterszenen im Rahmen des „ToleranSZ“-Projektes auf.

Die einzige Tochter lesbisch? Mit viel Leidenschaft spielte die 8b diese selbstgeschriebene Szene.

Die einzige Tochter lesbisch? Mit viel Leidenschaft spielte die 8b diese selbstgeschriebene Szene.

Foto: Verena Mai

Wie kann man Toleranz und Gleichberechtigung auf die Bühne bringen? Dieser Aufgabe haben sich die achten Klassen der Hauptschule Fredenberg vier Tage lang (der fünfte fiel Sturm Sabine zum Opfer) unter Anleitung von Theaterpädagogen gewidmet. Nun haben sie das Erarbeitete im Rahmen des „ToleranSZ“-Projekts in der Kulturscheune aufgeführt – auf einer richtigen Bühne.

Entsprechend aufgeregt waren die Schüler, trotzdem haben sie sich ein Herz gefasst und die Bühne betreten. Das machte Schulleiterin Aksana Tübcke besonders stolz. Alle Texte waren sogar selbstgeschrieben, die Szenen selbst erdacht, betonten die Betreuer vom theaterpädagogischen Zentrum in Hildesheim. Drei achte Klassen waren dabei, aber was da nun zu sehen sein würde, war für alle eine Überraschung. Die ganze Schule war zum Zuschauen eingeladen, auch Eltern waren gekommen. Und weil das so viele waren, mussten gleich zwei Termine in der Kulturscheune anberaumt werden.

Die 8c zeigte stumme Szenen der Intoleranz, der Unterdrückung, der Ausgrenzung und dann die der Versöhnung. Dann gab es eine Wanderbewegung auf der Bühne zu Musik. Zwischendurch trat jeweils ein Schüler ans Mikrofon und sagte Sätze wie „Ich bin, wie ich bin. Respektiere mich genau so!“ oder „Respekt spielt eine sehr wichtige Rolle im ganzen Leben!“

Die 8b wagte sich an gespielte Szenen, bei denen der ein oder andere ungeahntes Schauspieltalent bewies. Zum einen ging es um ein Elternpaar, dessen Tochter sich als lesbisch outet und die Freundin auch gleich mitbringt. Dann um ein Mädchen, das die Schule schwänzt und sogar noch einen Freund hat – und der Bruder verpetzt sie bei den Eltern. Wie dieser Konflikt in der kurzen Zeit zurechtgerückt und gelöst wurde, war herzerwärmend – und auch witzig gespielt.

Die 8a befasste sich mit dem Thema Intoleranz. Was es für sie bedeutet, trugen wieder einzelne Schüler vor: nur an sich zu denken, andere auszulachen, andere Meinungen und Religionen nicht zu akzeptieren. Die Schüler zeigten ebenfalls Streitszenen, die geschlichtet werden konnten. „Freundschaft ist besser als Geld“, war das Resümee der letzten Szene. Und dann berichteten die Schüler, was Toleranz für die ist. „Gleichberechtigung“ war das laut gerufene Schlusswort.

Sozialdezernent Dirk Härdrich, der die Veranstaltung begeistert verfolgt hatte, musste dann doch noch einmal auf die Bühne eilen, um den Schülern zuzurufen: „Seid Botschafter der Toleranz!“

Die Schule hat mehrere Aktionen im Rahmen des ToleranSZ-Projekts veranstaltet (etwa Landtagsbesuch, Poetry Slam), die Theateraufführung sollte nun der Abschluss ein. Organisatoren waren Astrid Reupke, Aksana Tübcke, Konrektorin Katharina Beck sowie Tuba Bilgen (Sozialarbeiterin). „Wir wollen das Selbstvertrauen der Schüler stärken“, sagte Aksana Tübcke, Theaterspielen sei gut für die Persönlichkeitsentwicklung. „Nur wer selbstbewusst ist, kann aufstehen gegen Diskriminierung und Rassismus!“

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