Forscher auf den Spuren von Willy Hobuß

Lebenstedt  Stefan Loose sucht Menschen, die den ersten Rektor der früheren Mittelschule Lebenstedt gekannt haben

Der Hobby-Forscher Stefan Loose vor seiner „Ahnengalerie“.

Der Hobby-Forscher Stefan Loose vor seiner „Ahnengalerie“.

Foto: Privat

Familienforschung ist ein Hobby von Stefan Loose. Derzeit ist der 53-Jährige, der in Bernau bei Berlin lebt, auf Spurensuche im Salzgittergebiet. Es geht um Willy Hobuß, den ersten Rektor der ehemaligen Mittelschule in Lebenstedt.

„Willy Hobuß war ein Cousin meines Großvaters“, berichtet Loose. Hobuß wurde 1896 in Berlin geboren und später Volksschullehrer in der Stadt. Seine erste Ehefrau starb 1931, der einzige Sohn wurde noch kurz vor Kriegsende als 16-Jähriger ins Hitlerjugendregiment eingezogen und gilt seit 1945 als vermisst. 1937 hat Hobuß noch einmal geheiratet „und wurde 1948 Leiter der Mittelschule in Lebenstedt“, berichtet Loose.

Ein Autogramm vom Bundespräsidenten Heuss

Bei seinen Recherchen über das Leben von Hobuß in Salzgitter stieß Loose unter anderem auf einen Schriftwechsel von Schülern der neunten Klasse der Mittelschule mit dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss.

Anlässlich des Einzugs der Schule in eine eigene Baracke äußerten die Schüler in dem am 1. November 1950 geschriebenen Brief folgenden Wunsch: „Wir möchten unserem Schulleiter Herrn Hobuß für seine Arbeit eine Freude bereiten. Und da gibt es keine größere als die Überreichung eines Bildes unseres Herrn Bundespräsidenten mit eigenhändiger Unterschrift, da unser Schulleiter, der in unserer Klasse den Geschichts- und Gegenwartsunterricht erteilt, zu Ihren Schülern in der Hochschule für Politik in Berlin zählte.“ Schon am 5. November antwortete der Bundespräsident. Zunächst lobte er die „verblüffend saubere Handschrift“ der Schüler und erfüllte auch deren Wunsch. Eine Kopie des Originalbriefes hat Loose vom Bundesarchiv erhalten.

Bis heute sucht er das Grab

von Willy Hobuß

Auch das Stadtarchiv Salzgitter hat dem emsigen Familienforscher geholfen. Er erhielt Kopien einer Schulchronik der Mittelschule und die Todesanzeige für Willy Hobuß.

Er starb im Februar 1970 in Braunschweig, eine Trauerfeier gab es auf dem Hauptfriedhof in Salzgitter. „Dort fand aber nur die Trauerfeier statt, ich weiß nicht wo sich sein Grab befindet“, sagt Loose. Auch mit einer Zeitungsanzeige suchte Loose nach Menschen, die Hobuß in Salzgitter gekannt haben. So bekam er Kontakt mit einer Wolfsburgerin, bei deren Eltern in Salzgitter Willy Hobuß zur Untermiete gewohnt hatte. Viel mehr konnte sie ihm aber auch nicht berichten. Wahrscheinlich lebte der Schulleiter zu diesem Zeitpunkt von seiner zweiten Ehefrau getrennt, nähere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Für Loose zählt die Geschichte hinter den Menschen

„Anlässlich der Traueranzeige zu seinem Tod wurde das große Engagement von Hobuß für die Jugend gewürdigt, aus der Schulchronik geht hervor, dass Hobuß wohl sehr beliebt bei seinen Schülern war, als offen und humorvoll bezeichnet wurde“, berichtet Loose. „Mich interessieren nicht nur die Lebensdaten der Menschen, nach denen ich forsche, sondern auch die Geschichten hinter den Personen“, sagt der 53-jährige Finanzwirt und Hobby-Ahnenforscher.

Deshalb ist Loose immer noch auf der Suche nach Menschen, die Willy Hobuß in Salzgitter gekannt haben. Zum Beispiel Schüler der damaligen Mittelschule oder vielleicht sogar Schüler, die den Brief an Bundespräsident Heuss geschrieben haben. Ein Kontakt zu Stefan Loose ist möglich über Email: loose-ahnen@gmx.de

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