400 Salzgitteraner pfeifen Rechtspartei aus

Lebenstedt  Mit Mahnwachen und Trillerpfeifen-Konzert vor dem Rathaus haben sich 400 Gewerkschafter gegen einen spontanen Auftritt Rechtsgerichteter gewehrt.

IG-Metaller protestieren gegen einen spontanen Wahlkampfauftritt der rechtsgerichteten Partei „Pro Deutschland“ vor der Stadtbibliothek.

IG-Metaller protestieren gegen einen spontanen Wahlkampfauftritt der rechtsgerichteten Partei „Pro Deutschland“ vor der Stadtbibliothek.

Foto: Comes

Rund 400 Salzgitteraner, darunter zumeist IG-Metaller haben heute Mittag vor dem Rathaus mit Sprechchören, Protest-Plakaten, Fahnen und wütenden Pfeifkonzerten mobil gemacht gegen die rechtsgerichtete Kleinpartei „Pro Deutschland“. Schauplatz war der Parkplatz vor der Stadtbibliothek. Dort wollten die Rechtsgerichteten spontan einen Wahlkampfauftritt absolvieren. Mit einer Verbotsverfügung gelang es Polizei und Stadt schließlich, die siebenköpfige Abordnung zur Abfahrt Richtung Braunschweig zu zwingen. Größere Zwischenfälle blieben aus.

DIE AUSGANGSLAGE

27. August: Die islamfeindliche Kleinpartei „Pro Deutschland“ kündigt im Internet eine Wahlkampfkundgebung vor der Moschee Am Haudorn für dem 12. September, 9.30 bis 11.30 Uhr an. Sie ist laut Stadt nicht angemeldet. Die Grünen kündigen eine Gegendemonstration vor Ort an.

28. August: Die IG Metall meldet für den 12. September Kundgebungen vor dem Rathaus und dem Monument an.

10. August: Obwohl unklar ist, ob „Pro Deutschland“ auftritt, wird es Mahnwachen geben.

Der Demo-Tag hatte gegen 9.30 Uhr friedlich vor der Moschee Am Haudorn begonnen. Dort hatten Grüne und Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs eine Mahnwache errichtet, weil „Pro Deutschland“ für die selbe Zeit im Netz eine Kundgebung angekündigt hatte. Als die Rechtsgerichteten 30 Minuten später tatsächlich im Kleinbus um die Ecke bogen, wurden sie von der Polizei gestoppt und zunächst zum Festplatz an der Neißestraße geleitet. Da ihnen der menschenleere Schotterplatz nicht zusagte, fuhren die sieben Parteimitglieder spontan zum Parkplatz vor der Stadtbibliothek. Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit Teilnehmern der Mahnwache der IG Metall.

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