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VW-Salzgitter-Betriebsratschef Windmüller scheidet aus

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Die Belegschaft von VW-Salzgitter bedankt sich bei ihrem ausscheidenden Betriebsratsvorsitzenden Dirk Windmüller (dritter von links). Er scheidet zum Februar 2023 aus dem Unternehmen aus. 

Die Belegschaft von VW-Salzgitter bedankt sich bei ihrem ausscheidenden Betriebsratsvorsitzenden Dirk Windmüller (dritter von links). Er scheidet zum Februar 2023 aus dem Unternehmen aus. 

Foto: Kai-Uwe Knoth

Salzgitter.  Das Werk in Salzgitter ist im Umbruch, doch der Betriebsrat sieht den Standort gut gewappnet. Alles zur Versammlung lesen Sie hier.

Auf das Jahr hat Dirk Windmüller, Betriebsratsvorsitzender am Volkswagen-Standort Salzgitter, während der jüngsten Betriebsratssitzung zurückgeblickt: „Das Jahr war geprägt von vielen außerordentlichen Rahmenbedingungen wie dem katastrophalen Ukrainekrieg, den Lieferschwierigkeiten und den daraus resultierenden Produktionsschwankungen. Die Belegschaft hat eine enorme Flexibilität gezeigt und dadurch die Herausforderungen gemeistert.“

Windmüller sieht den Standort Salzgitter auf Kurs und verabschiedet sich

Der Standort Salzgitter arbeite weiterhin an der Transformation in die E-Mobilität, heißt es in der Mitteilung weiter. Ein wichtiger Meilenstein dafür sei die Grundsteinlegung im Juli dieses Jahres mit Bundeskanzler Olaf Scholz gewesen. „Der Aufbau unserer Zellfabrik läuft weiter auf Hochtouren, der Standort Salzgitter ist weiter auf Kurs“, wird er zitiert.

Für 2023 sei die Beschäftigung weiterhin mit einem geplanten Motorenvolumen von rund einer Million Motoren gesichert. „Damit ist unser Wandel vom Motorenleitwerk hin zum Leitwerk für Batteriezellen auf einem guten Weg.“ Zum jüngst vereinbarten Tarifabschluss sagte er, dass es ein solides Ergebnis in schwierigen Zeiten sei. „Mehr Geld, mehr freie Tage und die Verlängerung der Altersteilzeit waren unsere Kernforderungen, und die haben wir auch durchgesetzt.“

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Windmüller bedankte sich zudem bei der Belegschaft für die Spendenbereitschaft im Rahmen der Belegschaftsspende in Höhe von insgesamt 68.000 Euro. Das Geld werde an acht soziale Einrichtungen aus der Region übergeben. „Ich bin stolz, dass unsere Belegschaft in diesen Zeiten eine ungebrochene Solidarität und ein hohes Maß an sozialem Engagement zeigt. Herzlichen Dank im Namen derer, denen es nicht so gut geht und die auf unsere Hilfe angewiesen sind“, wird er zitiert.

Zum Schluss seiner Rede habe Windmüller noch ein paar persönliche Worte an die Belegschaft gerichtet. Er habe verkündet, nach fast vier Jahrzehnten bei Volkswagen im Februar aus dem Unternehmen auszuscheiden, so die Mitteilung. Diese frühe und transparente Ankündigung des Ausscheidens solle allen Beteiligten ermöglichen, daraus resultierende personelle Veränderungen in den Gremien zu beraten und eine qualifizierte Einarbeitung für einen guten Übergang zu gewährleisten. Nach dem Ausscheiden von Windmüller werde der Betriebsrat den Vorsitz bald neu wählen.

Konzernpersonalrat Gunnar Kilian sieht den Standort Salzgitter in seiner Pionierrolle als Blaupause

Im Anschluss habe Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian gesprochen. Er habe die Pionierrolle des Standorts Salzgitter betont, der auch Blaupause für andere Werke sei: „Die Transformation vom Automobilhersteller zum softwarezentrierten und nachhaltigen Mobilitätsanbieter ist eine der größten Chancen für unser gesamtes Unternehmen. Salzgitter ist dafür nicht nur ein hervorragendes Beispiel, sondern zugleich auch Vorreiter dieses Wandels. So wechselt in Salzgitter die gesamte Mannschaft den Tätigkeitsbereich – von der Metallbearbeitung im Motorenbau hin zur Batteriezellfertigung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur
E-Strategie von Volkswagen.“

Kilian habe vor diesem Hintergrund vor allem die starke Leistung der Belegschaft gelobt und sich bei den Beschäftigten des Standortes für ihr Engagement bedankt. Zudem habe er die Verdienste des Betriebsratsvorsitzenden Windmüller gewürdigt: „Nach fast vier Jahrzehnten bei Volkswagen und fünf Jahren an der Betriebsratsspitze hat Dirk Windmüller die Arbeit der Mitbestimmung und das Gesicht des Standortes wie kaum ein Zweiter geprägt.“

Standortleiter Andreas Salewsky habe dann über die wesentlichen Kennzahlen des Werkes berichtet und über die Auswirkungen der Weltwirtschaftslage auf die aktuelle Fahrweise im Werk. Die Situation werde 2023 weiterhin herausfordernd bleiben.

Im Hinblick auf die aktuelle Umsetzung der Transformation am Standort habe Salewsky über die derzeit in China und in Schweden eingesetzten Teams aus Salzgitter berichtet. Darüber hinaus habe er ein neues Format angekündigt, das bereits im kommenden Frühjahr in den Fertigungsbereichen pilotiert werden solle, so die Mitteilung des Betriebsrats.

Das Werk installiere ein neues Qualifizierungsformat, „Ich im Wandel“, das die fortschreitende personelle Transformation in den Werksbereichen weiter intensiv begleiten solle, heißt es.

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