Überfall auf Salzgitteraner Spielhalle: Mann steht vor Gericht

Salzgitter/Goslar.  Ein 28-Jähriger muss sich derzeit vor dem Landgericht Braunschweig verantworten: Er soll 2019 eine Spielhalle in Salzgitter-Bad überfallen haben.

Der Angeklagte soll eine Spielhalle in Salzgitter-Bad überfallen haben. (Symbolbild)

Der Angeklagte soll eine Spielhalle in Salzgitter-Bad überfallen haben. (Symbolbild)

Foto: Britta Pedersen / dpa

Besonders schweren Raub, Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis wirft die Staatsanwaltschaft einem 28-Jährigen aus Goslar vor. Der Angeklagte, der sich in Untersuchungshaft befindet, muss sich seit Montag vor der 8. Großen Strafkammer des Landgerichts Braunschweig verantworten. Die Tatorte waren in Salzgitter-Bad und Goslar. Der Angeklagte gestand die Taten, aber nicht voll umfänglich. „Ich habe es gemacht. Aber ich will nicht glauben, was ich getan habe“, sagte der gebürtige Salzgitteraner.

Er sei beide Male „dicht“ gewesen, wie er es formulierte. Eine Polizistin aus Salzgitter, die als Zeugin gehört wurde, sagte: „Er stand offenbar neben sich.“ Gemeint waren vorangegangener Drogen- und Alkoholeinfluss. So soll der damals 27-Jährige am 22. September 2019 gegen 22.30 Uhr eine Spielhalle in Salzgitter-Bad betreten und dort laut Anklage 500 Euro verspielt haben. Gegen 3.30 Uhr war er der einzige Gast. Außer ihm befand sich nur noch die Aufsichtsperson in der Sportsbar. Der Mann saß auf einem Hocker vor der geöffneten Kasse.

Kameras haben Überfall aufgezeichnet

Was dann geschah, war am Montag im großen Sitzungssaal das Landgerichts zu sehen. Denn die in dem Gebäude installierten Kameras hatten den folgenden Überfall aufgezeichnet. So griff der Gast den Mann an der Kasse mit einer Glasflasche an und wollte ihn am Kopf treffen. Der konnte aber ausweichen, so dass er lediglich eine Platzwunde an der Oberlippe erlitt. Dann stieß der Gast den Hocker samt Geschädigten um, was ebenfalls auf dem Video zu sehen ist. Anschließend habe der Angeklagte dem Verletzten zugerufen: „Beweg dich nicht. Sonst passiert was.“ Worauf die Spielhallenaufsicht den Täter aufgefordert habe: „Nimm das Geld und hau ab.“

Vor Gericht berichtete der Angeklagte, er habe in jener Nacht an drei Automaten nicht 500, sondern insgesamt etwa 5000 Euro verspielt. Er habe noch 200 Euro gehabt, bevor er den Überfall verübte, bei dem er rund 1900 Euro erbeutete. Auf dem Heimweg „habe ich alles doppelt gesehen“, berichtete der heute 28-Jährige. Als die Polizei am nächsten Tag die Wohnung in Goslar durchsuchte, habe der Angeklagte gesagt: „Ich habe mit dem Überfall nichts zu tun.“ Seine Ehefrau habe versichert: „Er war die ganze Nacht bei mir.“ Der Angeklagte, der über keine Fahrerlaubnis verfügt, war mit dem Auto unterwegs, das auf seine Frau zugelassen ist – nicht nur in Salzgitter, sondern auch zwei Monate zuvor in Goslar, wo er eine weitere Raubtat begangen haben soll. Opfer wurde eine 72-Jährige. Als sie am 9. Juli 2019 auf dem Aldi-Parkplatz an der Liebigstraße ihre Einkäufe im Kofferraum ihres Fahrzeugs verstauen wollte, habe der Angeklagte die Frau von hinten angegriffen, weil er ihr die Handtasche entreißen wollte. Doch als sie diese festhielt, habe er auf die Frau „fluchend eingetreten“. Schließlich gelang es ihm doch, dem Opfer die Handtasche abzunehmen.

Aus Handtasche Geld und Armband gestohlen

Dieser entnahm er 120 Euro Bargeld und ein Goldarmband, bevor er die Tasche in einen Altkleider-Container warf, wo sie später gefunden und der Geschädigten zurückgegeben wurde. Die Frau wurde drei Monate in einer psychosomatischen Klinik behandelt. Der Prozess wird am heutigen Dienstag,
20. Oktober, um 9 Uhr fortgesetzt.

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