Stadt Salzgitter unter Zeitdruck: Fünf neue Kitas müssen her

Salzgitter.  Die aktuelle Bedarfsplanung für Kitas in Salzgitter liegt vor. Sie zeigt, wie umfangreich der Handlungsbedarf ist.

Mehr Plätze in Kindergärten wie hier in Hallendorf sind in Salzgitter dringend gefragt.

Mehr Plätze in Kindergärten wie hier in Hallendorf sind in Salzgitter dringend gefragt.

Foto: Bernward Comes

Die Bedarfsplanung für Salzgitters Kias 2019/2020 wird derzeit in den Ortsräten, am 18 Dezember auch im Rat diskutiert. Die 40-seitige Bestandsaufnahme zeigt, wie stark die Stadt unter Zeitdruck steht. Als die Verwaltung zuletzt am 31. Dezember 2018 nachzählte, fehlten der Stadt 338 Krippenplätze zur Betreuung von Mädchen und Jungen im Alter zwischen einem und drei Jahren. Bei den Drei- bis Sechseinhalbjährigen in den Kitas waren es 392 Plätzen. Fazit: Um Rechtsanspruchsklagen zu entgehen, muss die Stadt nach eigner Rechnung so schnell wie möglich drei Kindergärten neu errichten und die Kita in Ringelheim erweitern. Ein Trost: Das nötige Geld hat Salzgitter bereits. Es fließt aus der Strukturhilfe des Landes in Höhe von 50 Millionen Euro.

Neue Kitas sollen im Neubaugebiet Nordwest in Lichtenberg, in Nordost in Thiede und in der Südstadt in Salzgitter-Bad errichtet werden. Den Kindergarten in Ringelheim will die Stadt erweitern lassen.

Darüber hinaus lässt die Stadt weitere Vorhaben bereits umsetzen. So werden die Errichtungen von Kindergärten im Neubaugebiet Fredenberg-West (75 Kita-, 30 Krippenplätze), in der Ost- und der Westsiedlung (75/30) bereits geplant, weil die Kommune dort „einen verstärkten Zuzug von Familien mit Migrationshintergrund beobachtet“. Im Fredenberg sind es vor allem Flüchtlinge, in Salzgitter-Bad Auswanderer aus Bulgarien und Rumänien („multiproblematische Familien“).

Derzeit gibt es in Salzgitter 1152 Kinder im Alter bis zu einem Jahr, 2336 Mädchen und Jungen, die zwischen einem und drei Jahre alt sind sowie 3646 Knirpse im Kita-Alter. Für sie stehen in Krippe und Tagespflege knapp 600 Plätze zur Verfügung – das entspricht einer Versorgungsquote von rund 25,5 Prozent. In den Kitas sind es 3254 Plätze (89,3).

Besonders hohe Nachfrage verzeichnet die Stadt im Norden in Lebenstedt. Erschwerend kommt hinzu, dass es in der Kita in Lichtenberg, wo derzeit auch noch ein Neubaugebiet mit rund 140 Wohneinheiten geplant wird, keine Krippenplätze gibt und betroffene Eltern in den Fredenberg verwiesen werden. Weil Eltern aus Südost wegen allzu geringen Angebots nach Salzgitter-Bad orientieren müssen, sind dort mindestens eine weitere Kita- und zwei zusätzliche Krippengruppen notwendig.

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