Den Alltag der Türken in Salzgitter thematisiert ein Leserforum

Lebenstedt.  Wie eng ist die Nachbarschaft von Türken und Deutschen in Salzgitter wirklich? Unsere Zeitung diskutiert darüber bei einem öffentlichen Leserforum.

Deutsch-Türken demonstrierten 2018 in Salzgitter auch mit Deutschlandfahnen.

Deutsch-Türken demonstrierten 2018 in Salzgitter auch mit Deutschlandfahnen.

Foto: Erik westermann

Das Leben der Türken in Salzgitter prägt das Oberzentrum in hohem Maß. Sie vertreten zahlenmäßig die größte hier heimisch gewordene ausländische Nation. Ihre Geschäfte, Firmen, Supermärkte, Lokale, Restaurants und Moscheen machen einen Teil des Stadtbilds aus. Landsleute vertreten ihre Interessen im Rat, besonders beim Fußball sind ihre Sportler eine starke Kraft. Doch unterschiedliche Lebenswelten, andere kulturelle und religiöse Vorstellungen führen immer wieder zu Reibereien zwischen Deutschen und Türken. Unsere Zeitung will darüber bei einem Leserforum diskutieren. „Gelungene Integration? Die Türken in Salzgitter – Nachbarn oder Fremde?“ ist der Titel der Veranstaltung, die am Montag, 24. Juni, 19 Uhr in der Kulturscheune beginnt.

Vor allem die Staatspolitik der Türkei hat jüngst nicht nur für Spannungen zwischen Deutschen und Türken gesorgt, sie hat die eigene Gemeinschaft auch in Salzgitter gespalten. Weil sie sich gegen Vorurteile wehren wollten, gingen daher Anfang 2018 rund 2000 Deutsch-Türken in Salzgitter auf die Straße. Ihr Ziel: Gegen den Terror demonstrieren. Manche zeigten besondere Heimatverbundenheit und hielten neben türkischen Nationalsymbolen auch Deutschlandfahnen hoch. Doch wie weit geht diese Identifikation mit der Wahlheimat?

In drei Gesprächsrunden lässt unsere Zeitung sechs Gäste auf dem Podium, aber auch Fachleute und Zuhörer im Publikum zu Wort kommen. Der Diskussion um politische Werte-Vorstellungen, kulturelles und gesellschaftliches Leben, aber auch um Generationenkonflikte innerhalb der Familien stellen sich drei türkische Salzgitteraner: die Studentin Hülya Bas, der Unternehmer Hüseyin Celik und der leitende Angestellte Firat Kiziltoprak. Der Wissenschaftler Benjamin Franz von der TU Braunschweig erläutert die Situation der Türken in Deutschland. SPD-Ratsherr Cemalettin Karatas erörtert, wie sich Interessen seiner Landsleute in der Kommunalpolitik widerspiegeln, und Ex-Polizeichef Ulf Küch spricht über seine Erfahrungen im deutsch-türkischen Miteinander. Es moderiert SZ-Redakteur Michael Kothe.

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