Braunschweigische Landeskirche: Lemke wird Rechtsabteilungsleiter

Wolfenbüttel.  Auf der Synodentagung am Sonnabend in Wolfenbüttel wählte das Gremium den 52-jährigen Richter am Magdeburger Landgericht bereits im ersten Wahlgang.

Dr. Jan Lemke (links) erhält die Glückwünsche von Synodenpräsident Dr. Peter Abramowski zur erfolgreichen Wahl.

Dr. Jan Lemke (links) erhält die Glückwünsche von Synodenpräsident Dr. Peter Abramowski zur erfolgreichen Wahl.

Foto: Susanne Hübner / Agentur Hübner

Jan Lemke ist neuer Leiter der Rechtsabteilung des Landeskirchenamtes der braunschweigischen Landeskirche. Auf der Synodentagung am Sonnabend in Wolfenbüttel wählte das Gremium den 52-jährigen Richter am Magdeburger Landgericht bereits im ersten Wahlgang. Er setzte sich gegen den Halberstädter Juraprofessor Christoph Goos (44) durch. Beide Kandidaten hatten zuvor zehn Minuten Zeit, für sich bei den anwesenden 44 Synodalen zu werben. Für Lemke votierten schließlich 33 Synodale.

Lemke wirbt für offenen Austausch

Bei seiner Vorstellung plädierte Lemke unter anderem für eine offene Kirche, die dennoch nicht beliebig sein dürfe. Bei allem Handeln müsse auch das Ziel im Blick gehalten werden, betonte der Jurist. Zudem sprach er sich für weiteren Austausch innerhalb der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen und mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland aus. Als Oberlandeskirchenrat ist er künftig Mitglied des Kollegiums im Landeskirchenamt. Dieses stellt neben der Landessynode, der Kirchenregierung und dem Landesbischof eines der vier Leitungsorgane der evangelischen Landeskirche dar.

Seit 1995 Richter in Magdeburg

Lemke ist seit 1995 Richter für Zivil- und Strafsachen am Landgericht Magdeburg. Seit 2015 gehört er der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Union Evangelischer Kirchen (UEK) an. Zudem ist der in Kiel und Wilhelmshaven aufgewachsene Jurist Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und wirkte in deren Verfassungskommission mit. Oberlandeskirchenrat Hans-Peter Vollbach, der bislang die Rechtsabteilung leitete, ist seit September Kirchenamtspräsident der sächsischen Landeskirche.

Neue Personalchefin kommt aus Hamburg

Die Hamburger Pastorin Ulrike Brand-Seiß ist neue Personalchefin im Landeskirchenamt der braunschweigischen Landeskirche. Die Synode der evangelischen Landeskirche wählte am Sonnabend bei ihrer Tagung in Wolfenbüttel die 56-jährige Theologin knapp mit 28 von 44 Stimmen. Nötig waren mindestens 27 Stimmen. Brand-Seiß war die einzige Kandidatin für den Posten.

Ihr gehe es um die Frage, wie eine zukunftsfähige und lebendige Kirche auch im ländlichen Raum weiterhin möglich sei, sagte Brand-Seiß. Notwendige Entscheidungen werde sie transparent fällen. Zur Personalentwicklung gehöre ihrer Meinung nach auch, Menschen entsprechend ihren Gaben an den richtigen Stellen einzusetzen: „Und wir brauchen verstärkt Diskurse über Kirchenbilder der Zukunft.“

Brand-Seiß ist seit 2009 als Theologische Referentin im Gemeindedienst der Nordkirche tätig. Zuvor wirkte sie vier Jahre lang als Pastorin in der „Arbeitsstelle für Raumsetzung und Organisationsentwicklung“. Von 1993 bis 2001 war sie für die Jugendarbeit im Kirchenkreis Eckernförde zuständig. Die bisherige Personalchefin, Brigitte Müller, geht am 1. Oktober in den Ruhestand. Brand-Seiß ist als Oberlandeskirchenrätin Mitglied des Kollegiums im Landeskirchenamt. Dieses stellt neben der Landessynode, der Kirchenregierung und dem Landesbischof eines der vier Leitungsorgane der braunschweigischenLandeskirche dar.epd

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