Die TU Braunschweig hat ein neues Flugzeug

Braunschweig.  Eine Cessna F406 soll ab Ende 2019 die altgediente Dornier-Maschine „D-IBUF“ vom Typ Do128-6 ersetzen.

Ein Flugzeug vom Typ Cessna F406. Die von der TU gekaufte Maschine gleichen Typs wird derzeit in Frankreich für ihre wissenschaftlichen Missionen umgerüstet.

Ein Flugzeug vom Typ Cessna F406. Die von der TU gekaufte Maschine gleichen Typs wird derzeit in Frankreich für ihre wissenschaftlichen Missionen umgerüstet.

Foto: Uwe Bethke / TU Braunschweig

Über 30 Jahre hat das Flugzeug „D IBUF“, eine Dornier vom Typ Do128-6, den Forschern der Technischen Universität Braunschweig gedient. Im Jahr 2021 soll es in den wohlverdienten Ruhestand geschickt werden. Wie die TU mitteilt, soll ab Ende dieses Jahres ein neues Flugzeug schrittweise dessen Aufgaben in Lehre und Forschung übernehmen. Bereits im März habe die TU den Kaufvertrag für eine gebrauchte Cessna F406 unterschrieben. Ermöglicht wurde die Anschaffung laut TU durch eine Förderung der Klaus Tschira Stiftung, die rund viereinhalb Millionen Euro beigesteuert hat.

Antennen, Sensoren, Nasenmast – die Cessna wird für die TU umgerüstet

Momentan wird das neue Flugzeug in Frankreich technisch auf seine wissenschaftlichen Missionen vorbereitet. Es wird mit Sensoren, Kamera-Öffnungen, einem sogenannten Nasenmast und einer Vielzahl von speziellen Messgeräten ausgestattet. Diese erfassen laut TU neben der Windrichtung und -stärke, Turbulenzen, Luftfeuchte, Lufttemperatur, Luftdruck, einfallender und reflektierter Sonnenstrahlung auch die Bewegung und Position des Flugzeuges, die Stellungen der Ruder sowie Triebwerksparameter. Ende dieses Jahres soll die Cessna zu ersten Testflügen für die TU abheben.

Einsatz für meteorologische Forschung

Laut der TU dienen die Mess- und Forschungsflüge verschiedenen Forschungsdisziplinen wichtig, insbesondere im Bereich der Meteorologie – Gewitter wurden so bereits ebenso erforscht wie die Entwicklung des Meereises in der Arktis oder Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Atmosphäre. Zudem wurde die alte Maschine in Projekten für die Entwicklung umweltverträglicherer und lärmarmerer Anflugverfahren eingesetzt. Auch das Nachfolgeflugzeug soll hierbei zum Einsatz kommen.

Höher, schneller, weiter

Mit einer Reisegeschwindigkeit von 236 Knoten – etwa 437 Stundenkilometern – ist das neue Flugzeug ist schneller als die alte Maschine. Allerdings zählte auch die mit ihren 140 Knoten – 259 Stundenkilometern – Spitze bereits zu den Spitzenreitern im universitären Bereich, wo meist kleinere Maschinen (etwa Motorsegler) zum Einsatz kommen. Auch bei der Reichweite hat die Cessna die Nase vorn: Sie erreicht 2200 Kilometer, das aktuelle Forschungsflugzeug nur 1200.

Das alte TU-Forschungsflugzeug ist das weltweit letzte fliegende Exemplar einer Dornier Do128-6. Über 3.500 Studenten konnten laut Mitteilung der TU an Flugversuchen mit der „D-IBUF“ teilnehmen.

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