Säugling ausgesetzt: Ermittlung wegen versuchter Tötung

Osterwieck.  Die Körpertemperatur des Jungen aus Osterwieck war auf 29 Grad gesunden. Die Staatsanwaltschaft Halberstadt ermittelt wegen versuchter Tötung.

Die Polizei hat bisher erfolglos nach der Mutter gesucht.

Die Polizei hat bisher erfolglos nach der Mutter gesucht.

Foto: ABR68 / stock.adobe.com

Gegen die Mutter des ausgesetzten Säuglings in Osterwieck (Landkreis Harz) wird wegen versuchter Tötung ermittelt. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Halberstadt am Donnerstag. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Das Neugeborene wurde am Dienstag kurz nach Mitternacht im Eingang eines Mehrfamilienhauses gefunden. Der Junge war nackt und stark unterkühlt. Die Körpertemperatur des Jungen sei auf 29 Grad gesunken, es habe aber keine Lebensgefahr bestanden. Der Zustand des Säuglings ist nach Angaben der Polizei stabil.

Mutter konnte ausfindig gemacht werden

Ein Osterwiecker fand das Baby und informierte die Polizei. Die 30 Jahre alte Mutter konnte noch am gleichen Tag ausfindig gemacht werden. Sie wurde befragt, kam aber auf freien Fuß. Das Neugeborene kam ins Harzklinikum. Wer sich um das Baby künftig kümmern würde, war der Staatsanwaltschaft nicht bekannt.

Vor rund zwei Jahren hatte der Fund eines toten Babys in Weißenfels für Aufsehen gesorgt. Die Mutter konnte bis heute nicht ermittelt werden. Auch Reihengentests, für die mehrere Hundert Frauen Speicheltests abgeben mussten, brachten keinen Erfolg. Die Babyleiche war im April 2017 entdeckt worden. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass die Mutter aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf Ortskenntnis schließen lässt. dpa

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