Nach zwei festgefahrenen Zügen: Brocken-Bahn vorerst eingestellt

Schierke  Die Brockenbahn hat den Betrieb auf den 1141 Meter hohen Gipfel eingestellt. Am Wochenende war erneut ein Zug steckengeblieben.

Arbeiter befreien auf dem Brocken, wenige hundert Meter vom Brockenbahnhof entfernt, eine Lokomotive der Brockenbahn aus dem Schnee.

Arbeiter befreien auf dem Brocken, wenige hundert Meter vom Brockenbahnhof entfernt, eine Lokomotive der Brockenbahn aus dem Schnee.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Die Fahrten der klassischen Dampfzüge auf den höchsten Berg des Harzes wurden für den kompletten Montag verkürzt, wie ein Bahnsprecher sagte. Wegen des stürmischen Winterwetters auf dem Gipfel fahren die Züge nur zwischen Wernigerode und dem Ortsteil Schierke.

Im Harz schneite es am Montag wieder. Die Schneedecke im 600 Meter hohen Braunlage oder auch in Schierke betrug laut DWD rund 15 und im 200 Meter niedrigeren Harzgerode etwa 5 Zentimeter. Auf dem höchsten Berg des Mittelgebirges, dem Brocken, lagen 125 Zentimeter.

Weil auch orkanartige Windböen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde über das Gipfel-Plateau fegten, musste die Schmalspurbahn wieder umplanen. Sie hat seit Tagen wegen Stürmen mit Schneeverwehungen zu kämpfen. Obwohl die HSB jeden Morgen eine Schneefräse losschickt, um die Schienen freizuräumen, war ihr das Risiko zu groß. Seit Sonntag ist der Zugverkehr zum Brocken eingestellt. Auf den anderen Strecken des 140 Kilometer langen Netzes waren die Dampfzüge laut HSB unterwegs.

Das Unternehmen war laut Sprecher Dirk Bahnsen jedoch überall mit besonders achtsamen Räumtrupps unterwegs. Nicht nur wegen der Schneewehen: Immer wieder stürzten Bäume unter der Schneelast oder wegen der Sturmböen um und müssten von der Strecke geräumt werden.

Zuvor wurde die Brocken-Strecke bereits zwei Mal von im Schnee festgefahrenen Loks blockiert. Vor einer Woche hatte sich ein Zug kurz vor dem Gipfel festgefahren und wurde so stark eingeschneit, dass die Bergung drei Tage dauerte.

Auch am Samstag fuhr sich eine Bahn fest und blockierte bis zum Abend die Strecke. Fast 300 Menschen mussten mit Kleinbussen ins Tal gebracht werden, wie Bahnsen sagte.

Wann der Zugverkehr zum Gipfel wieder aufgenommen wird, ist offen. «Wir wollen gern fahren, aber wir müssen gucken, wie sich das Wetter von Tag zu Tag entwickelt.» Am Dienstagvormittag werde daher neu entschieden. Laut Deutschem Wetterdienst nimmt zumindest der Wind ab. Allerdings soll es in Sachsen-Anhalt verbreitet regnen, auch bis in die hohen Lagen des Harzes. Ab Mittwoch bleibt es erstmal trocken.

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