Hilfe für die Nachbarn im Dorf

Baddeckenstedt  Gemeinsam-Kandidaten 2018: „Vielfalt Innerste“ entwickelt Projekte für die Nächstenhilfe, zum Beispiel Mitfahrbänke.

Die Mitfahrbänke sollen Mitfahrgelegenheiten anlocken. Jürgen Karbstein (links), Melanie Ahmann und Reinhard Lingner sitzen schon einmal Probe.

Foto: Valea Schweiger

Die Mitfahrbänke sollen Mitfahrgelegenheiten anlocken. Jürgen Karbstein (links), Melanie Ahmann und Reinhard Lingner sitzen schon einmal Probe.

Manchmal fügen sich ja die Dinge auf ganz wunderbare Art und Weise. Das beste Beispiel ist der Verein „Vielfalt Innerste – Gemeinnützige Nächstenhilfe“. Dessen Vorsitzender Reinhard Lingner war im Jahr 2016 auf der Suche nach neuen Sportlern für den Tischtennis-Verein. Das brachte ihn zu einer Gruppe Flüchtlinge, die fortan mitspielten.

Deren Bekanntschaft führte nun dazu, dass sich Lingner – neben vielen anderen Menschen in der Samtgemeinde Baddeckenstedt – in der Flüchtlingsarbeit einbrachte. Und das Engagement wiederum machte Lingner und einigen anderen klar, dass sie gern mehr für alle Menschen in der Samtgemeinde tun würden.

Deswegen wurde im Mai 2017 der Verein „Vielfalt Innerste“ gegründet. Das Ziel: Nachbarschaftshilfe für jeden, der sie möchte – unbürokratisch, herzlich und auf Augenhöhe. Mittlerweile sind rund 60 Menschen dem Verein beigetreten, knapp 25 engagieren sich aktiv. Im Vorstand wirken fünf Ehrenamtliche.

Zu tun gibt es genug: So möchten die Vereinsmitglieder einen Fahrerpool aufbauen, um den Menschen dort zu helfen, wo die Busverbindungen immer schlechter werden. Gerade sei man dabei, sich bei einer Stiftung um einen VW-Bus zu bewerben, berichtet Lingner. „Damit könnten wir zum Beispiel Fahrten zur Tafel nach Salzgitter anbieten.“ Es wäre nicht der erste Bus, den Reinhard Lingner organisiert: Täglich wird eine Gruppe Flüchtlinge mit einem Fahrzeug zur Arbeit gefahren und wieder abgeholt – weil Lingner ohne Scheu in Wolfsburg angerufen hat. „So ist er“, sagt Schriftführerin Melanie Ahmann lächelnd, „er spricht die Leute eben einfach an!“

Auch das zweite Projekt soll dort helfen, wo die öffentlichen Verkehrsmittel immer weniger werden: Mitfahrbänke. In den Ortschaften der Samtgemeinde sollen rund 20 Bänke aufgestellt werden. Wer von A nach B möchte, kann einfach Platz nehmen und wird dann hoffentlich alsbald von einem netten Autofahrer mitgenommen. Die ersten fünf Exemplare sollen noch im Sommer in Burgdorf aufgebaut werden. „Das ist eine gute Sache, weil viele Menschen einfach ohne Auto sind“, sagt Jürgen Karbstein, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Der Klein Elber wird die Bänke gemeinsam mit Schülern von der Schule am Innerstetal zusammenbauen.

Gern würden Reinhard Lingner und seine Mitstreiter auch eine Hausaufgabenhilfe etablieren, dafür fehlen allerdings noch ein paar engagierte Ehrenamtliche.

Mit diesen drei Vorhaben möchte der Verein nun erst einmal durchstarten, auch wenn es bereits weitere Ideen gibt, wie man die Menschen unterstützen könnte. „Aber so steigen wir zunächst ein und verzetteln uns nicht“, sagt Reinhard Lingner.

Vieles, was einen Verein ausmacht, die Arbeit, die dahinter steckt, ist natürlich auch Neuland für die Vorstandsmitglieder. „Aber wir sind ein gutes Team, das sich unterstützt“, lobt der Vereinsvorsitzende. Gemeinsam wolle man sich einsetzen, denn: „Wie es mit den Menschen in der Samtgemeinde Baddeckenstedt weitergeht, das ist uns nicht egal.“

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder