Arbeitskreis Krebshilfe möchte Experten in die Region holen

Lebenstedt  Der Arbeitskreis Krebshilfe Salzgitter gehört zu den Organisationen, die wir im Rahmen unserer Spendenaktion „Das Goldene Herz“ vorstellen.

Tai-Chi mit Lehrer Robert Waag gehört zu den Angeboten, die der Arbeitskreis Krebshilfe macht. Doch es könnten noch mehr werden.

Foto: Bernward Comes

Tai-Chi mit Lehrer Robert Waag gehört zu den Angeboten, die der Arbeitskreis Krebshilfe macht. Doch es könnten noch mehr werden.

Es ist kein besonders schöner Raum im Helios-Klinikum, aber die Atmosphäre ist dafür umso angenehmer. Die sechs Frauen, die im Halbkreis um Tai-Chi-Lehrer Robert Waag stehen, hören ihm konzentriert zu und befolgen seine Anweisungen. „Hände an die Schulter und langsam kreisen“, sagt er in die Stille hinein. Jede der Frauen hat eine Krebs-Diagnose erhalten, jede der Frauen hat eine andere Geschichte mit der Krankheit erlebt. Der Qigong-Kurs für Krebserkrankte ist ein Angebot, das der Arbeitskreis Krebshilfe – der sich aus vier Selbsthilfegruppen und der DRK-Beratungsstelle Salzgitter zusammensetzt – organisiert hat. Und geht es nach den beiden Mitarbeiterinnen, Brigitte Sontowski und Sonja Hoffmann vom DRK, würde der Arbeitskreis Krebskranken und ihren Angehörigen noch viel mehr anbieten.

Eine Seminarreihe, zum Beispiel. Zu verschiedenen Themen wie der richtigen Ernährung, Sport, der passenden Krebsnachsorge, der sozialen Situation der Erkrankten oder auch den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Krankheit. „Es gibt einen extremen Informationsbedarf“, weiß Sontowski. Egal, an welcher Krebsart der Mensch erkrankt ist.

Zu den einzelnen Seminaren würden Sontowski und Hoffmann gern renommierte Referenten einladen – und das würde natürlich Geld kosten. „Das Honorar, die Fahrtkosten, die Hotelübernachtung“, zählt Hoffmann auf.

Geld, das der Arbeitskreis so nicht aufbringen kann: Erst mit einer finanziellen Unterstützung könnte aus der Idee auch Realität werden. Wichtig ist den beiden Organisatorinnen, dass wirklich Fachleute nach Salzgitter eingeladen werden und dass es bei dem Angebot nicht nur um ein pures Referat gehen sollte. Viel mehr ist ein echter Austausch erwünscht.

Die Zuhörer sollen die Chance erhalten, Fragen stellen zu können – an den Spezialisten, aber auch untereinander. „Es soll genug Zeit vorhanden sein, auf die Sorgen des Einzelnen einzugehen“, erklärt Sontowski und Hoffmann fügt hinzu: „Jeder soll das Gefühl haben: Ich werde gehört.“

Dem ein oder anderen Erkrankten könnte ein derartiges Angebot auch dabei helfen, seine Hemmungen vor einer Selbsthilfegruppe zu verlieren, hofft Sontowski. „Vielleicht fällt es leichter, über die Veranstaltung in die Gruppe zu gelangen.“ Um die Treffen für alle zugänglich zu machen, sollen die Seminare kostenlos sein. Kommen darf jeder, egal ob erkrankt oder nicht oder ob es sich vielleicht „nur“ um einen Angehörigen handelt. Essenziell für den Arbeitskreis ist es, dass Betroffene von Experten informiert werden, sich kennenlernen, austauschen – und im besten Fall aus dem Seminar etwas mit nach Hause nehmen, das ihnen das Leben erleichtert.

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